Philippe Jaroussky (Foto: Simon Fowler/Erato, Warner-Classics)

Jean-Christophe Spinosi und Philippe Jaroussky

Die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts bildet Jean-Christophe Spinosis künstlerische Heimat. Als Operndirigent ist er zudem mit gefeierten Interpretationen von Werken Mozarts und Rossinis in Erscheinung getreten. Für sein Debüt am Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker hat Spinosi nun ein facettenreiches Programm zusammengestellt, das von zwei Werken des Barockzeitalters über zwei Symphonien der Wiener Klassik bis zum romantischen Belcanto reicht. Philippe Jaroussky ist in diesem Repertoire ebenfalls zu Hause und steuert mit seinem strahlenden Countertenor Arien von Vivaldi und Rossini bei.

Berliner Philharmoniker

Jean-Christophe Spinosi Dirigent

Philippe Jaroussky Countertenor

Antonio Vivaldi

Arie »Vedrò con mio diletto« aus der Oper Giustino RV 717

Philippe Jaroussky Countertenor

Antonio Vivaldi

Arie »Gemo in un punto e fremo« aus der Oper L'olimpiade RV 725

Philippe Jaroussky Countertenor

Joseph Haydn

Symphonie Nr. 82 C-Dur »L’Ours«

Gioacchino Rossini

Cavatine »Di tanti palpiti« aus der Oper Tancredi

Philippe Jaroussky Countertenor

Wolfgang Amadeus Mozart

Symphonie Nr. 41 C-Dur KV 551 »Jupiter«

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Do, 17. Jun 2021, 20.00 Uhr

Philharmonie

Fr, 18. Jun 2021, 20.00 Uhr

Philharmonie

Sa, 19. Jun 2021, 19.00 Uhr

Philharmonie

Live in der Digital Concert Hallzur Übertragung

Programm

Die Vertreter der historischen Aufführungspraxis konzentrierten sich in ihren Anfängen in den 1950er Jahren auf die Musik des Barock-Zeitalters und arbeiteten sich in der Folgezeit bis weit ins 19. Jahrhundert vor. Diese Entwicklung präsentieren die Berliner Philharmoniker unter der Leitung des international erfolgreichen Jean-Christophe Spinosi im Verlauf eines einzigen Konzertprogramms, das von Antonio Vivaldi über Mozart und Haydn bis zum Früh-Romantiker Gioacchino Rossini reicht. Dabei kommt mit einer Opern-Sinfonia von Vivaldi auch das historische Vorbild der klassischen Symphonie zur Aufführung. Die Rekonstruktion historischer Spielweisen hat nämlich gerade im Hinblick auf das klassische Repertoire vor Beethoven entscheidende Neuerungen durchsetzen können. Sie betreffen nicht nur die Größe der Orchesterbesetzung und Fragen der Artikulation, sondern auch die angemessene Darstellung der angewendeten Kompositionsformen. So bereicherte Mozart im Finale seiner letzten, der berühmten Jupiter-Symphonie den klassischen Stil um das Prinzip der in der alten Musik herrschenden Polyphonie.

Neben Spinosi feiert in diesem Konzert auch Philippe Jaroussky sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern. Der französische Countertenor, der wie Spinosi durch die Gründung eines eigenen Ensembles in Erscheinung getreten ist, zeigt in Interpretationen von Vivaldi- und Rossini-Arien das weite stilistische Spektrum, das sich die führenden Vertreter seines Fachs inzwischen erobert haben.

Biografie

Jean-Christophe Spinosi

Barock oder Rock – für Jean-Christophe Spinosi, Fan von Nikolaus Harnoncourt und Eddie Van Halen, sind das keine Gegensätze. Das zeigte er etwa mit seinem »Tribute to Eddie Van Halen & Antonio Vivaldi«, bei dem er Musik des Barockkomponisten und des E-Gitarristen zu einem mitreißenden Arrangement für Orchester, Rockband und E-Geige verschmolz. Seine Liebe zur Musik des 17. und 18. Jahrhunderts entdeckte der charismatische Franzose, der sich zunächst zum Geiger berufen fühlte, als 13-Jähriger. 1991 gründete er das Ensemble Matheus, das heute weltweit gastiert und sich vor allem auf die Aufführung der Werke Antonio Vivaldis spezialisiert hat – allerdings nicht ausschließlich, wie erfolgreiche Produktionen von Mozart- und Rossini-Opern am Pariser Théâtre du Châtelet, am Théâtre des Champs-Élysées und am Theater an der Wien beweisen. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Jean-Christophe Spinosi mit Cecilia Bartoli und Philippe Jaroussky. Auch von Symphonieorchestern wird er regelmäßig eingeladen, darunter das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das hr-Sinfonieorchester und das City of Birmingham Symphony Orchestra. Bei der Begegnung mit solchen Klangkörpern gebe es – so Spinosi – »oft wunderbare Überraschungen, einen menschlichen und musikalischen Austausch, der zu ganz neuen Erfahrungen führt«. Nun ist er erstmals bei den Berliner Philharmonikern zu Gast.

Philippe Jaroussky

Strahlend, zart schmelzend und schwerelos – Philippe Jarousskys Countertenor besitzt ein einzigartiges, unverwechselbares Timbre, ideal für die Vokalmusik des Barock. Als Interpret der Werke Claudio Monteverdis, Georg Friedrich Händels und Antonio Vivaldis sang er sich an die Weltspitze. Dabei beeindruckt der Franzose immer wieder mit der virtuosen Leichtigkeit seiner Stimme, mit der er scheinbar mühelos die brillantesten Koloraturen meistert. Ursprünglich wollte Philippe Jaroussky Geiger werden, doch dann hörte er den Countertenor Fabrice di Falco Händel-Arien singen und spürte sofort: »Das ist meins! Die Entscheidung, Countertenor zu werden, habe ich praktisch an einem Abend getroffen«, so Jaroussky. Er ließ seine Stimme bei Nicole Fallien ausbilden und feierte erste Erfolge in Produktionen von Monteverdi-Opern am Pariser Théâtre des Champs-Élysées. Weitere Meilensteine seiner Karriere waren die Zusammenarbeit mit René Jacobs an der Staatsoper Unter den Linden, die Uraufführung von Kaija Saariahos Doppeloper Only the Sound Remains am Opernhaus Amsterdam, bei der Philippe Jaroussky auch als Interpret zeitgenössischer Musik glänzte, und seine Mitwirkung bei der Eröffnung der Hamburger Elbphilharmonie 2017. Mit Jean-Christophe Spinosi, mit dem er in diesen Konzerten gemeinsam sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gibt, verbindet den Sänger eine langjährige künstlerische Freundschaft.

Philippe Jaroussky (Foto: Simon Fowler/Erato, Warner-Classics)