Sir Simon Rattle (Foto: Oliver Helbig)

Simon Rattle dirigiert Ginastera und Britten

Ein Programm, in dem die Berliner Philharmoniker mit ihren solistischen Qualitäten brillieren können: Ginasteras Variaciones concertantes und Brittens The Young Person’s Guide to the Orchestra bieten unseren Musikerinnen und Musikern wunderbare Möglichkeiten, die Klangpracht ihrer Instrumente vorzustellen. Solohornist Stefan Dohr und Tenor Andrew Staples führen in Brittens Serenade durch unterschiedliche nächtliche Stimmungen – zärtlich, geheimnisvoll, bedrohlich.

Berliner Philharmoniker

Sir Simon Rattle Dirigent

Stefan Dohr Horn

Andrew Staples Tenor

Alberto Ginastera

Variaciones concertantes op. 23

Benjamin Britten

Serenade für Tenor, Horn und Streicher op. 31

Stefan Dohr Horn, Andrew Staples Tenor

Benjamin Britten

The Young Person's Guide to the Orchestra op. 34

Termine und Karten

Dieses Konzert entfällt leider.

Do, 27. Mai 2021, 20.00 Uhr

Philharmonie

Dieses Konzert entfällt leider.

Fr, 28. Mai 2021, 20.00 Uhr

Philharmonie

Sa, 29. Mai 2021, 19.00 Uhr

Philharmonie

Live in der Digital Concert Hallzur Übertragung

Programm

Unter den zahlreichen Werken, die Benjamin Britten für seinen Lebensgefährten Peter Pears komponierte, stellt die Serenade für Tenor, Horn und Streicher eines der atmosphärisch dichtesten dar. Die Solisten-Parts übernehmen in diesem Konzert unter der Leitung von Sir Simon Rattle Stefan Dohr, Solo-Hornist der Berliner Philharmoniker, und Tenor Andrew Staples. Die ungewöhnliche Besetzung geht auf die Begegnung mit dem jungen Hornisten Dennis Brain zurück, dessen Virtuosität und Ausdruckskraft Britten faszinierten. Ein Solo des Horns umrahmt als Prolog und Epilog die Vertonungen von sechs Gedichten, die durch das Thema der Nacht miteinander verbunden sind. Von beklemmender Wirkung ist die musikalische Gestaltung von William Blakes Elegy über eine von Krankheit befallene Rose.

Während Britten die Serenade während des Zweiten Weltkriegs schrieb, entstand The Young Person’s Guide to the Orchestra kurz nach dessen Ende. In den so gewitzten wie brillanten Variationen, die auf einem Thema Henry Purcells basieren, stellt Britten zunächst die einzelnen Instrumente und Instrumenten-Gruppen des Orchesters nacheinander vor, um sie schließlich in einer Fuge miteinander wetteifern zu lassen. Einen ähnlichen dramaturgischen Verlauf und eine ähnliche Virtuosität in der Instrumentation zeigen die Variaciones concertantes des großen argentinischen Komponisten Alberto Ginastera. Das nur von Solo-Cello und Harfe eröffnete Werk spielen die Berliner Philharmoniker in diesem Konzert zum ersten Mal.

Biografie

Sir Simon Rattle war von September 2002 bis Juni 2018 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmonie. Bereits vor seinem Amtsantritt als Chefdirigent verband ihn eine 15-jährige, regelmäßige Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern: Bei seinem Debüt am Pult des Orchesters Mitte November 1987 dirigierte er Mahlers Sechste Symphonie. Seit September 2017 leitet Sir Simon als Musikdirektor das London Symphony Orchestra. Er ist zudem Erster Gastdirigent des Orchestra of the Age of Enlightenment, designierter Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks (ab der Saison 2023/24) und arbeitet mit führenden Klangkörpern sowohl in Europa als auch in den USA.
Simon Rattle, 1955 in Liverpool geboren, studierte an der Royal Academy of Music in London. Von 1980 bis 1998 arbeitete er – zunächst als Erster Dirigent und künstlerischer Berater, dann als Musikdirektor – mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO) und führte es an die internationale Spitze. Sein Repertoire im Konzert- und Opernfach ist vielseitig und reicht vom Barock bis zur Musik der Gegenwart. In Aix-en-Provence, London, Salzburg, Baden-Baden und Berlin dirigierte er unter anderem Opern von Rameau, Mozart, Bizet, Puccini, Wagner, Debussy, Janáček, Poulenc und Britten. Musikvermittlung ist ein besonderes Anliegen Sir Simons, dem auch die Gründung des Education-Programms der Berliner Philharmoniker zu verdanken ist. Für dieses Engagement sowie für seine künstlerische Arbeit wurde Simon Rattle vielfach ausgezeichnet. 1994 erhob ihn die englische Königin in den Ritterstand; zudem ist er Träger des Bundesverdienstkreuzes, des Ritterordens der französischen Ehrenlegion und des britischen Order of Merit.

Andrew Staples sang als Knabe im Chor der Londoner St. Paul’s Cathedral, bevor er ein Musikstudium am King’s College in Cambridge absolvierte. Als Stipendiat der Britten-Pears Foundation setzte er seine Ausbildung am Royal College of Music in London und an der Britten International Opera School fort. Mit einem Repertoire, zu dem Werke von Händel, Haydn, Mozart, Beethoven, Britten und Tavener zählen, gastiert der Tenor an den führenden Opern- und Konzerthäusern sowie bei renommierten Festivals. Am Londoner Royal Opera House, Covent Garden, sang er u. a. Jaquino (Fidelio), Flamand (Capriccio), Artabenes (in Thomas Arnes Artaxerxes) und Narraboth (Salome). Darüber hinaus ist er z. B. am Nationaltheater in Prag, an der Hamburgischen Staatsoper, der Lyric Opera Chicago sowie am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel zu erleben; bei den Salzburger Festspielen übernahm er die Partie des Don Ottavio in Don Giovanni. Außerdem sang er den Tamino in einer von ihm selbst inszenierten und von Daniel Harding dirigierten halbszenischen Produktion von Mozarts Zauberflöte beim Lucerne Festival sowie im Schlosstheater Drottningholm. Im Konzertfach arbeitet Andrew Staples, dessen Repertoire vom englischen Barock bis zu den Klassikern der Moderne reicht, mit den Wiener Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem BBC Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra und den Rotterdamer Philharmonikern zusammen. Hierbei zählen Dirigenten wie Semyon Bychkov, Yannick Nézet-Séguin und Robin Ticciati zu seinen künstlerischen Partnern. Auch bei den Berliner Philharmonikern ist Andrew Staples seit seinem Debüt Anfang Februar 2009 unter der Leitung von Sir Simon Rattle regelmäßig zu Gast.

Stefan Dohr studierte in Essen und Köln; anschließend wurde er Solohornist im Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Es folgten Engagements in gleicher Position beim Bayreuther Festspielorchester, im Orchestre Philharmonique de Nice und beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. Seit 1993 ist Stefan Dohr Solohornist der Berliner Philharmoniker. Darüber hinaus tritt er international als Solist auf und gastiert bei Orchestern wie dem Los Angeles Philharmonic, dem Schwedischen Radio-Symphonieorchester, den Philharmonischen Orchestern in Oslo, Shanghai und Osaka sowie dem NHK Symphony Orchestra. Hierbei arbeitete er u. a. mit Claudio Abbado, Marc Albrecht, Daniel Barenboim, Bernard Haitink, Daniel Harding, Sir Simon Rattle, John Storgårds und Christian Thielemann. Neben dem klassischen und romantischen Hornrepertoire gilt sein Interesse auch zeitgenössischen Werken: So brachte er ihm gewidmete Hornkonzerte u. a. von Herbert Willi (2008), Jorge E. López (2009), Johannes Wallmann (2010), Toshio Hosokawa (2011) und Wolfgang Rihm (2014) zur Uraufführung. Als Kammermusiker tritt er nicht nur mit seinen philharmonischen Kollegen auf, etwa im Ensemble Wien-Berlin und dem Philharmonischen Oktett, sondern auch mit Künstlern wie Ian Bostridge, Mark Padmore, Maurizio Pollini, Lars Vogt, Kirill Gerstein, Kolja Blacher und Guy Braunstein. Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet Stefan Dohr an der Karajan-Akademie sowie als Gastprofessor an der Sibelius-Akademie Helsinki, am Royal College of Music in London und an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin.

Sir Simon Rattle (Foto: Oliver Helbig)