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Strom − Kurzfestival

Das Programm, die Mitwirkenden sowie Informationen zu den Kartenpreisen und dem Vorverkaufsbeginn können erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

Elektronische Musik in der Philharmonie Berlin

Der Vorverkaufsbeginn wird noch bekannt gegeben.

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Fr, 07. Feb 2020, 20:00 Uhr

Philharmonie

Sa, 08. Feb 2020, 20:00 Uhr

Philharmonie

Programm

Erstmals öffnet sich die Philharmonie Berlin in einem zweitägigen Programm dem Phänomen Techno. Kuratiert von Stefan Goldmann werden konzertante und multimediale Formate clubtauglichen Sets im Großen Saal und im Foyer gegenübergestellt. Neben führenden internationalen Künstlerinnen und Künstlern werden auch zahlreiche jüngere DJs und Live-Acts vorgestellt.

Die Geschichte elektronischer Musik reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Zu einem globalen Phänomen wurde sie aber erst mit dem Aufkommen erschwinglicher Produktionsmittel in den 1980er-Jahren. Ganze Genres entfalteten sich seither aus den formgebenden Eigenheiten einzelner Synthesizer, Sampler oder Drum Machines und den Ideen, die Musiker im Experiment mit diesen entwickelten. In kurzer Folge entstanden so u. a. House in Chicago und Techno in Detroit, mit bald folgenden Ablegern etwa in Großbritannien und Deutschland. Obwohl sich diese neue Musik an populäre Tanzmusik der Zeit anlehnte und in die afroamerikanische Musiktradition einfügte, passte sie nicht in die vorhandenen Strukturen. Zu rhythmusbetont, atonal und ungestüm waren die »Tracks« – eine Werkform, die deutlich mit dem Song-Schema brach und ihre musikalische Botschaft in kürzesten Einheiten verdichtete.

Produziert wurde die Musik von Außenseitern in Schlafzimmern. Neu war, dass sie dort nicht blieb. Eigenständige Institutionen wurden fast aus dem Nichts geschaffen: Labels, Vertriebe, Radiosender, Plattenläden. Vor allem aber entstanden Clubs – Orte, an denen DJs Musik spielten, die direkt im Aufnahmemedium geschaffen wurde und zunächst keine Interpreten im engeren Sinne hatte. Historisch fiel diese Entwicklung in Berlin zusammen mit dem Mauerfall und der plötzlichen Verfügbarkeit des brachen Immobilienbestands der untergegangenen DDR. Dort fanden sich Experimentierräume, die wie geschaffen schienen für das, was bald Standard für einen Technoclub werden sollte: ein »Black Cube«, in dem nichts von der in erheblicher Lautstärke erklingenden Musik ablenkt. Heute sind Techno und dessen Ableger globale, stark ausdifferenzierte musikalische Phänomene.

Ausgehend von der Grundform des Loops, dem die wesentliche Werkgestalt eingeschrieben ist, die sich erst durch konsequente Wiederholung entfaltet, haben Künstlerinnen und Künstler hochindividuelle Musikentwürfe erschaffen, die sich erheblicher Popularität erfreuen. Zugleich beeinflussen sie Musikpraktiken in aller Welt, etwa durch die Übernahme von Produktionsverfahren und Stilmitteln.

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