(Foto: privat)

Musikfest Berlin

Les Siècles

François-Xavier Roth Dirigent

Tabea Zimmermann Viola

Gastspiel: Paris

Jean-Philippe Rameau

Les Indes galantes, Suite (auf historischen Instrumenten aus dem Jahr 1750)

Helmut Lachenmann

Mouvement (– vor der Erstarrung) für Ensemble (auf modernen Instrumenten)

Hector Berlioz

Harold en Italie op. 16 (auf historischen Instrumenten aus dem Jahr 1850)

Tabea Zimmermann Viola

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele/Musikfest Berlin

Termine und Karten

Verkaufshinweise

So, 15. Sep 2019, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:10 Uhr

Online Verkauf

Veranstalter/Kartenverkauf

Berliner Festspiele

Schaperstraße 24
10719 Berlin

Tel: +49 (30) 254 89 100

Fax: +49 (30) 254 89 230

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Programm

2003 gründete François-Xavier Roth das Orchester Les Siècles (Die Jahrhunderte). Sein Anspruch: Alle Werke sollen auf den Instrumenten erklingen, die zur Zeit ihrer Entstehung und Uraufführung üblich waren. Die Orchestersuite aus Jean-Philippe Rameaus musikalisch-theatralischer Weltreise Les Indes Galantes wird auf historischen Instrumenten rund um das Jahr 1750 interpretiert; Hector Berlioz’ literarisch angeregte Symphonie mit Solobratsche, geschrieben für den Teufelsgeiger Niccolò Paganini, der einmal eine Etage tiefer im Streicherreich brillieren wollte, wird auf französischen Instrumenten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, Helmut Lachenmanns Mouvement (– vor der Erstarrung) auf modernen Instrumenten gespielt.

Die drei Komponisten waren und sind, jeder auf seine Art, Musikdenker und Fantasten. Sie denken in und über Musik gleichermaßen genau, weitblickend und überzeugend nach, ihre Vorstellungskraft geht mit jedem Werk über das Vorhandene hinaus, bewahrt sich und die Musik dadurch vor der Erstarrung. Die Mutmaßung, wie in der Türkei oder Peru musiziert werden könnte, brachte Rameau auf unerhörte harmonische und instrumentatorische Ideen. Berlioz fand in seiner Harold-Symphonie prototypische Wendungen romantischer Musiksprachlichkeit, in die sich stilisierter Volkston und der Choral (in) der Natur wie Intarsien mit Strahlkraft einfügen. Helmut Lachenmann macht in Mouvement die Schicksalsfrage der Musik zum Anliegen des Werkes und lenkt so »die Wahrnehmung auf die Anatomie des [musikalischen] Geschehens«, in die ganz Vertrautes als völlig Befremdendes hineintanzt. In der Programm- und Klanggestaltung von Les Siècles scheint wider, was Lachenmann bewegt: die Materialität der Musik – und dazu gehört alles, was klingend der Fall ist – als ihr geistiger Gehalt.

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