(Foto: Filmstill)

Musikfest Berlin

Konzerthausorchester Berlin Orchester

Juraj Valčuha Dirigent

Valeriy Sokolov Violine

Gendarmenmarkt I

Arthur Honegger

Pacific 2.3.1 – Mouvement Symphonique No 1 (Aufführung mit Jean Mitrys gleichnamigem Kurzfilm von 1949)

Béla Bartók

Vier Orchesterstücke Sz 51

Béla Bartók

Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 Sz 36

Valeriy Sokolov Violine

Claude Debussy

La Mer

Eine Veranstaltung des Konzerthaus Berlin in Kooperation mit Berliner Festspiele/Musikfest Berlin

Termine und Karten

Fr, 06. Sep 2019, 20:00 Uhr

Konzerthaus Berlin | Einführung: 19:00 Uhr

Online Verkauf

Veranstalter/Kartenverkauf

Konzerthaus Berlin

Gendarmenmarkt

Tel: +49 (30) 20309 - 2333

Fax: +49 (30) 20309 - 2249

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Programm

Hector Berlioz verglich das Orchester mit verstandesbegabten Maschinen, die der Lenkung bedürfen. Arthur Honegger machte es zur Suggestion einer Maschine. Rein musikalische Experimente habe er in seinem Mouvement symphonique vorgehabt, Versuche mit Rhythmus, Beschleunigung, Gegenläufigkeit von Grundpuls und gefühlter Bewegung. Aber all das passte ins Aufbruchspathos des Maschinenkults, dieser Melange aus Futurismus und Neuer Sachlichkeit. Dass zu Pacific 231 ein kurzer Film produziert wurde, hat Parallelen: Fedor Ozep choreographierte 1930 die Lokomotivmotorik in der Anfangssequenz seines Karamasow-Films auf die Musik von Karol Rathaus; Honegger schrieb im Pacific-Jahr 1923 die Musik zu Abel Gances Film La Roue, in dem die Eisenbahn eine zentrale Rolle spielt.

Dem Blick auf die Maschinenwelt antwortet der Blick auf die Bewegung der Natur als Dirigentin musikalischer Fantasie und Gestaltungskraft. Mit La Mer komponierte sich Claude Debussy aus den Vorstellungen von dinghafter Form heraus: Form ist Prozess, wie die Natur Prozess ist. Vom Aufbruchsgeist, der den Klang als Movens der Musik wahrnahm, profitierte der junge Bartók in den Werken, mit denen er sich von Brahms und Strauss und anderen Trägern deutscher Namen frei machte. Seine vier Orchesterstücke nannte er nicht mehr Symphonie, obwohl sie zusammen eine bilden; sein Erstes Violinkonzert für seine damalige große Liebe wurde zum Porträt, in das die eigene Gefühlslage mit der ganzen Weite ihrer Pendelschläge einging – Musik, die den Transparence eines Francis Picabia gleicht. So gehört das ganze Programm, nicht nur sein Rahmen, zur französischen Linie des Musikfests.

(Foto: Filmstill)