(Foto: Nationalgalerie Prag, Public Domain)

Musikfest Berlin

Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam

Tugan Sokhiev Dirigent

Gastspiel: Amsterdam

Louis Andriessen zu Ehren I

Louis Andriessen

Mysteriën für Orchester Deutsche Erstaufführung

Peter Tschaikowsky

Symphonie Nr. 1 g-Moll op. 13 »Winterträume«

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele/Musikfest Berlin.

Unterstützt von der Ernst von Siemens Musikstiftung und der Aventis Foundation.

Termine und Karten

Mo, 02. Sep 2019, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:10 Uhr

Online Verkauf

Veranstalter/Kartenverkauf

Berliner Festspiele

Schaperstraße 24
10719 Berlin

Tel: +49 (30) 254 89 100

Fax: +49 (30) 254 89 230

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Programm

Man trauerte Tugan Sokhiev nach, als er 2016 nach vier Jahren den Chefposten beim Deutschen Symphonie-Orchester verließ, um dem Ruf ans Moskauer Bolschoi-Theater zu folgen. Nach wie vor kommt er regelmäßig in die deutsche Hauptstadt – ans Pult des DSO, ans Pult der Philharmoniker, und nun erstmals mit dem Orchester, das als fester Gast beim Musikfest Berlin gebucht ist: dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam.

Das Programm enthält ein Stück Geschichte beider, des Orchesters und des Dirigenten. Louis Andriessen schrieb seine Mysteriën für das Concertgebouw Orchestra zum 125-jährigen Bestehen. Das war eine kleine Sensation, denn Andriessen gehörte vor 50 Jahren, 1969, zu einer Gruppe von Unruhegeistern, die ein Konzert des Orchesters störten, weil sie dessen Programmpolitik antimodern und reaktionär fanden. Sie wurden aus dem Saal expediert. Über 40 Jahre lang schrieb Andriessen kein Orchesterwerk mehr – bis zum Jubiläum des Royal Concertgebouw Orchestra. Anregungen zu den sechs Mysteriën-Sätzen gab ihm ein Lieblingsbuch seines verstorbenen Vaters: De imitatione Christi des Mystikers Thomas de Kempis (um 1380 – 1471). Getreu seiner Auffassung, dass Religion, Kunst und Philosophie im kreativen Geist der Menschheit zusammenfinden, übte er sich in der Kunst der Transformation: der Verwandlung von Ideen aus einer Geistesdisziplin in die Fantasien einer anderen.

Sokhiev ist in der russischen Dirigentenschule eines Ilja Musin groß geworden, am Mariinsky Theater in Petersburg erzielte er seine ersten großen Erfolge. In seinen Berliner Jahren hatte er sich zum Ziel gesetzt, eine Ahnung von der Weite russischer Musik zu vermitteln – auch den frühen Tschaikowsky. Der war mit seiner Ersten Symphonie von einigen »unreifen Passagen« abgesehen, recht glücklich; er zählte sie zum Besten, was er geschrieben hatte.

(Foto: Nationalgalerie Prag, Public Domain)

Tugan Sokhiev (Foto: Marco Borggreve)