(Foto: British Library Sound Archive)

Musikfest Berlin

Pierre-Laurent Aimard Klavier

Pierre-Laurent Aimard I

Olivier Messiaen

Catalogue d'oiseaux. Chants d'oiseaux des provinces de France

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele/Musikfest Berlin

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Berliner Festspiele

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Programm

Vorabende großer Ereignisse haben ihre eigene Atmosphäre. Das Musikfest Berlin pflegt diese kulturelle Urerfahrung. Ehe das Festival mit Hector Berlioz’ Künstleroper Benvenuto Cellini eröffnet wird, widmet sich Pierre-Laurent Aimard einem anderen französischen Komponisten, der ein gutes Jahrhundert später nicht weniger kontrovers in seiner Zeit wirkte. Olivier Messiaen machte in den späten 1950er-Jahren mit dem Catalogue d’oiseaux klar, wohin sein Weg führen würde: nicht zur seriellen Durchorganisation, nicht zum elektronischen Experiment, sondern zurück (oder voran) zur Natur, »in der schon vieles existiert, nur hat man nicht darauf gehört. Man spricht von Tonarten und Modi – die Vögel haben sie. Man spricht von Teilung in kleine Intervalle – die Vögel machen sie. Man sprach seit Wagner viel von Leitmotiven – jeder Vogel ist ein lebendiges Leitmotiv. Man spricht von aleatorischer Musik: das Erwachen der Vögel ist ein aleatorisches Ereignis. Ich habe die Vögel gewählt, andere den Synthesizer.«

Die 13 Stücke des Catalogue, zusammengefasst in sieben Heften (Messiaen faszinierten Primzahlen) bilden ähnlich wie Bachs Wohltemperiertes Clavier ein kompositorisches und pianistisches Kompendium. In jedem Stück steht ein Vogel mit seinem Gesang im Mittelpunkt. Er gibt die ›Grundtonart‹ vor. Die Stimmen um ihn her sorgen für Kontrapunkte und Modulationen. Der Catalogue ist zugleich ein Bekenntniswerk. Messiaen widmete ihn seinen »geflügelten Vorbildern« und der Pianistin Yvonne Loriod, seiner späteren zweiten Frau.

(Foto: British Library Sound Archive)