(Foto: clockknock lab)

Education

Unboxing Mozart

Entdecken Sie Mozart auf interaktive Weise!

Treffpunkt: Eingang Potsdamer Platz

Ein Angebot der Stiftung Berliner Philharmoniker in Kooperation mit dem Mahler Chamber Orchestra und den Spieledesignern Josa Gerhard und Sebastian Quack vom Netzwerk Invisible Playground.

Das Projekt UNBOXING MOZART wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aus dem Programm »Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland« auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Termine und Karten

Di, 14. Mai 2019, 18:00 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Sie wollten schon immer in einem Orchester Trompete spielen oder den Klang des Kontrabasses aus nächster Nähe genießen? Dann haben Sie genau jetzt die Möglichkeit! Das Mahler Chamber Orchestra hat gemeinsam mit zwei Spieledesignern ein Format entwickelt, bei dem Zuhörer selber zu Orchestermitgliedern werden. Jeder Teilnehmende erhält von den 37 Musikern eine eigene Soundbox mit Tablet, mit der er in Mozarts Klavierkonzert Nr. 20 eintauchen, die Musik sowie die Instrumente erforschen und zusammen mit anderen Teilnehmenden das Klavierkonzert selber spielen kann. Sie haben kaum Erfahrung mit Orchesterspiel? Kein Problem, die Musikerinnen und Musiker des MCO helfen gern und erzählen in kurzen Videos über die Geheimnisse und Tricks ihrer Instrumente – und natürlich über ihre schönsten musikalischen Momente.

Die Tour beginnt gegen 18 Uhr und endet gegen 19.45 Uhr. Im Anschluss spielen Leif Ove Andsnes und das Mahler Chamber Orchestra Mozarts Klavierkonzert im Kammermusiksaal. Und eines ist garantiert: Sie werden das Werk ganz anders hören als bisher – mit vielen spannenden und neuen Facetten.

Bitte beachten Sie: Zur Teilnahme an der Tour ist ein Ticket für das anschließende Konzert erforderlich.

Über die Musik

Mozart im urbanen Kontext

Das Projekt UNBOXING MOZART

»Ich bin ausgesprochen glücklich darüber, dass ich diese ›Reise‹ gemeinsam mit dem Mahler Chamber Orchestra unternehmen kann, denn dieses Orchester ist ungeheuer dynamisch und brennt förmlich darauf, die Vielfalt der Gedanken und des Ausdrucks in diesen herrlichen Stücken zu erkunden.« So äußerte sich Leif Ove Andsnes im Vorfeld der erfolgreichen »Beethoven Journey«, die ihn und das Mahler Chamber Orchestra (MCO) in 15 Länder auf drei Kontinenten führte. Auf diese inspirierende Zusammenarbeit folgt nun mit Mozart Momentum 1785/1786 ein neues Aufführungs- und Aufnahmeprojekt, bei dem Andsnes und das MCO die Klavierkonzerte Wolfgang Amadeus Mozarts in den Fokus rücken. Und wieder wird der norwegische Pianist, ersterArtistic Partner des MCO, das Orchester vom Flügel aus leiten – zunächst im Rahmen von Konzerten in Frankfurt am Main, Berlin, Grenoble, im Auditorium »La Grange au Lac« am Genfer See, in Paris sowie in Lissabon.

Education- und Outreach-Komponente von Mozart Momentum 1785/1786 ist UNBOXING MOZART, ein Projekt, das das MCO mit dem Geiger und Audiokünstler Josa Gerhard und dem Game-Designer Sebastian Quack vom kooperativen Netzwerk Invisible Playground realisiert hat: »Wir haben überlegt, wie sich Momente des Musikmachens und der Freude an den Werken Mozarts auf neue Weise auf das Publikum übertragen lassen.« Hierfür wurden spezielle mobile Soundboxen entwickelt – kleine Holzkästchen, in denen ein Tablet samt Lautsprecher Platz finden, und die in ihrer Haptik an ein Musikinstrument erinnern sollen. Sie ermöglichen es dem Publikum, u. a. Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 näher zu erkunden, »indem sie sich mit den Soundboxen bewegen und so miteinander ins Spiel kommen. In einem speziellen Aufnahmeverfahren haben die Musikerinnen und Musiker des Orchesters Ausschnitte des Werks in Einzelstimmen aufgenommen und in die Soundboxen transferiert –so kann das Publikum ausprobieren, wie es sich anfühlt, z. B. eine Passage für Pauke, Flöte oder Geige zu spielen.

UNBOXING MOZART besteht aus drei unterschiedlichen Spielmodi. Die meisten Möglichkeiten bietet der »Live Walk«, eine Art interaktive Konzerteinführung, die auch am 14. Mai 2019 zwei Stunden vor dem Konzert des MCO und Leif Ove Andsnes im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie stattfindet: Eine begrenzte Gruppe von maximal 40 Konzertbesuchern, die sich zu dem Projekt angemeldet haben, erhält je eine Soundbox und bewegt sich nach einer technischen Einführung in der Zeit vor dem Konzert durch die Foyers und das urbane Umfeld der Philharmonie. Hierbei kann man mit der Box das Stück aus einer ganz neuen Perspektive erkunden, wobei Orchestermusiker des MCO in kurzen Video-Sequenzen Wissenswertes zu der jeweiligen Musik beisteuern. Gespielt werden kann zunächst alleine, aber auch zu zweit bzw. in kleinen Gruppen, was (vorausgesetzt die Kommunikation unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern funktioniert) auch ein gemeinsames Zusammenspiel ermöglicht; die Soundboxen registrieren per Sensor die Bewegungen der Akteure, mit Hilfe derer die Synchronisation von mehreren Spielern erfolgt. Hierbei kann ein wesentliches Moment nachempfunden werden, das die tägliche Arbeit der Mitglieder des MCO bestimmt: Wie gelingt es, so aufeinander zu hören und gemeinsam zu agieren, dass man auch ohne Dirigent zusammenspielen kann? Am Ende steht die Begegnung mit den Musikerinnen und Musikern des MCO, die als Abschluss des Spiels gemeinsam mit Leif Ove Andsnes den 3. Satz von Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 zu Gehör bringen.

Als zweiten Spielmodus gibt es eine Installation im Foyer des Kammermusiksaals. In einem optisch separierten Bereich finden sich hier vier bis fünf auf Notenständer montierte Soundboxen. Das Publikum ist eingeladen, die Boxen auszuprobieren und in kürzeren Spielsequenzen Mozarts Musik von neuer Seite kennenzulernen. Als dritten Bereich gibt es schließlich auch eine Online-Ebene, bei der man das Klavierkonzert KV 466 anhand der besonderen Aufnahmen und Video-Interviews mit den Musikerinnen und Musikern am heimischen Computer oder Tablet erkunden kann.

Mit ihrem Projekttitel beziehen sich Sebastian Quack und Josa Gerhard auf ein populäres YouTube-Genre, bei dem Leute Dinge auspacken und sich dabei filmen. »Dem Auspacken wird dabei fast mehr Aufmerksamkeit geschenkt als dem eigentlichen Produkt. Uns hat vor allem das Bild der mysteriösen Box inspiriert, in der alles enthalten sein kann und in der immer neue Dinge zu entdecken sind. Wir wollten eine Situation herstellen, die es ermöglicht, neben dem Zuhören die Musik auch buchstäblich in die Hand zu nehmen. So kann man sich mit sonst vielleicht nicht zugänglichen Aspekten des Zusammenspiels und auch mit verborgenen Details im Werk auseinandersetzen. Wer (außer den Musikerinnen und Musikern) hat schon einmal Gelegenheit, eine Stelle immer wieder in verschiedener Besetzung auszuprobieren? Neben den Soundboxen sehen wir auch die Konzertsäle selbst als eine Art Kiste. Bei UNBOXING MOZART geht das Publikum nicht einfach in die »Musikbox«, um sich das Konzert anzuhören. Sondern es bekommt eine kleine Musikbox in die Hand, und wird beim »Live Walk« auch dazu animiert, die große »Box« des Konzertsaals mit der kleinen Box zu verlassen und Mozart im urbanen Kontext zu erleben.«

Harald Hodeige

Das Projekt UNBOXING MOZART wird von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aus dem Programm »Exzellente Orchesterlandschaft Deutschland« auf der Grundlage eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

(Foto: clockknock lab)

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Leif Ove Andsnes und das Mahler Chamber Orchestra

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