Education

Familienkonzert − Die kleinen Drachen KlariSax

Der kleine Drache Sax ist enttäuscht: Jedes Mal, wenn er in eine Klarinette pustet, geht diese in Flammen auf. Dabei will er doch gerne genauso gut Klarinette spielen können, wie sein Bruder Klari es kann. Stattdessen sieht es jedoch so aus, als müsste er in die Fußstapfen seiner Eltern treten, die beide Feuerdrachen sind. Aber Sax gibt nicht auf: Irgendein Instrument muss es doch geben, dass er spielen kann! Gemeinsam mit Klari macht er sich auf die Suche. Ob sie wohl fündig werden?...

Manfred Preis Klarinette und musikalische Leitung

Dominik Wollenweber Oboe und Englischhorn

Jan Schulte-Bunert Saxofon

Kathi Wagner Saxofon und Blockflöte

Silke Lange Akkordeon

Jürgen Grözinger Perkussion und Arrangement

Janet Kirsten Konzept, Regie und Ausstattung

Das Saxofon ist Instrument des Jahres 2019

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Sa, 21. Sep 2019, 15:00 Uhr

Kammermusiksaal

So, 22. Sep 2019, 11:00 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Der in Belgien geborene Instrumentenbauer Adolphe Sax hatte eine Vision, als er nach einem neuen Instrumentenklang suchte: Nuancenreich wie eine Klarinette sollte er sein und die Strahlkraft der Blechblasinstrumente sowie den weichen Charakter der Streicher mit dem Timbre der Gesangsstimme verbinden. Ein ehrgeiziges Projekt. Anfang der 1840er-Jahre war es dem unermüdlichen Tüftler jedoch schließlich nach unzähligen Experimenten gelungen, die von ihm gewünschte Klangfarbenmischung dadurch zu erreichen, dass er einen veränderten Bassklarinettenschnabel mit einem nahezu konisch geformten Korpus aus Metall mit Seitenlöchern und Klappen kombinierte.

Im Juni 1842 führte der rührige Erfinder das von ihm so bezeichnete »Saxophon« Hector Berlioz am Pariser Conservatoire vor. Berlioz war begeistert und beschrieb den Klang als »voll, weich, schwingend, von enormer Stärke und geeignet, abgeschwächt zu werden«. Sax gelang es, auch Rossini, Massenet, Halévy und Meyerbeer zu enthusiastischen Expertisen zu bewegen, was dazu führte, dass Saxofone in diversen Opern- und Ballettpartituren verwendet wurden. Ihren endgültigen Durchbruch erlebten die Instrumente allerdings erst Anfang des 20. Jahrhunderts im Jazz.

2019 ist das Saxofon Instrument des Jahres. Es steht im Zentrum dieses Familienkonzerts, bei dem die kleinen Drachen Klari und Sax aufregende Abenteuer erleben. Neben den Berliner Philharmonikern Manfred Preis und Dominik Wollenweber spielen Maike Krullmann vom clair-obscur Saxofonquartett sowie Jürgen Grözinger (Percussion). Dramaturgie und Bühnenbild übernimmt Janet Kirsten, die u. a. als Kostümbildnerin und Regisseurin am Potsdamer Theater »Poetenpack« arbeitet und sich schon mehrfach in den Education-Projekten der Berliner Philharmoniker engagiert hat.

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Die kleinen Drachen KlariSax

Eine Geschichte über die Liebe zur Musik

Adolphe Sax – ein Erfinder mit Gegenwind

Paris, 21. September 1850

Meine geliebte Madeleine,

es hat mich sehr gefreut zu lesen, dass deine Gesundheit sich bereits verbessert – ich sage ja immer, es geht doch nichts über eine schöne salzige Brise vom Mittelmeer, um wieder zu Kräften zu kommen. Dieser dichte Nebel der Fabrikdämpfe hier in der Stadt raubt auch mir manchmal den Atem.

Du fragtest in deinem lieben Brief, wie wir mit der Arbeit in der Fabrik vorankommen. Ich sage dir, es ist unvorstellbar, wie viele Saxofone, jene neuartigen, von Monsieur Sax entwickelten und patentierten Blasinstrumente, wir in kürzester Zeit bauen. Jeden Tag erreichen uns neue Bestellungen! Dieser Ansturm begann vor fünf Jahren, nachdem der König Louis Philippe einen großen Wettstreit auf dem Champ de Mars veranstaltet hatte. Monsieur Sax wollte ihm beweisen, dass sein Instrument den Klang der Militärkapellen verbessern könnte und der König ließ kurzerhand zwei komplette Kapellen aufmarschieren — eine mit und eine ohne Saxofone. Tausende Pariser verfolgten mit mir dieses enorme Spektakel, es war ein großes Ereignis. Am Ende entschied Seine Hoheit tatsächlich, dass er Saxofone in den Kapellen wünschte, denn sie lassen sich unter freiem Himmel spielen und sind durchdringender als Oboen, Flöten und Klarinetten.

Seither flattert eine Bestellung nach der nächsten in der Fabrik ein. Monsieur Sax musste immer mehr Mitarbeiter einstellen, heute sind wir schon etwa 100! Stell dir das vor – er hat so klein angefangen und dann machte ihn sein Saxofon mit einem Schlag im ganzen Land berühmt! Habe ich dir erzählt, dass er mich kürzlich, da wir uns zufällig in der Rue Saint-Martin über den Weg liefen, freundlicherweise auf einen Tee eingeladen hat? Er ist ein so faszinierender Herr mit einem wahrhaft ungewöhnlichen Lebenslauf! Er schilderte mir zunächst einige unglaubliche Ereignisse aus seiner Kindheit. Geboren wurde er im November 1814 in Belgien, als erstes von elf Kindern. Sein Vater war, wie er selbst später auch, ein großer Instrumentenbauer und -erfinder. In der Nachbarschaft nannte man den Jungen nur den »Unsterblichen«. Warum willst du wissen? Du kannst dir nicht ausmalen, wie viele Unfälle er überstand, die ihn allesamt das Leben hätten kosten können. Er stürzte eine steile Treppe herunter, ertrank beinahe im Fluss, verschluckte eine Nadel, fasste ins heiße Herdfeuer und trank versehentlich eine giftige Flüssigkeit. Schon das klingt unfassbar, aber ich versichere dir, es waren noch mehr haarsträubende Unglücksfälle, ich kann mich nur nicht an alle erinnern. Ich war sehr beeindruckt vom unerschrockenen Lebensmut meines Arbeitgebers. Ebenso mutig war sein Weggang aus der Heimat: Völlig mittellos, mit leeren Taschen zog er hierher nach Paris, um dem König sein Saxofon anzupreisen – das nenne ich Schneid!

Nun muss ich dir allerdings von einer Begebenheit berichten, die mich in arge Bedrängnis gebracht hat. Vor einigen Tagen sprach mich ein mir unbekannter Herr an, der behauptete, ein Bewunderer und Verehrer von Monsieur Sax zu sein. Er bot mir eine mehr als stattliche Summe, wenn ich ihm die Baupläne für alle Saxofoninstrumente, die wir fabrizieren, kopierte. Mit einem Schrecken wurde mir bewusst, dass der Herr versuchte, Monsieur Sax um sein Patent zu betrügen! Er war längst nicht der erste, denn seit das Saxofon so erfolgreich geworden ist, schlägt sich Monsieur Sax mit einer wachsenden Zahl an Neidern herum, die behaupten, sie wären die eigentlichen Erfinder des Instruments und er hätte nur ihre Idee gestohlen. Unerhört! Übrigens mögen nicht alle das Saxofon. In den Symphonieorchestern weigern sich die Musiker, das neue Blasinstrument zu spielen und beschweren sich heftig über dieses »Hirngespinst des Geisteskranken Adolphe Sax« – ja, wirklich, sie diffamieren ihn ernsthaft als Wahnsinnigen!

Aber ich schweife ab. Glaube mir, ich schäme mich sehr, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht habe, das Angebot anzunehmen – du weißt, dass uns deine Kur leider mit jedem weiteren Tag in finanzielle Bedrängnis bringt, aber für dich ist mir nichts zu teuer, Liebste! Nun, während mich zwar der Reiz des Geldes sehr lockte, musste ich sogleich wieder an das freundliche Gespräch mit Monsieur Sax zurückdenken, und so wurde mit augenblicklich klar, dass ich diesen bewundernswerten Mann niemals betrügen könnte. Die vielen Prozesse um die Rechtmäßigkeit seines Patents setzen ihm jetzt schon sehr zu, wie er mir gestand. Zudem deutete er an, dass der »Unfall«, den einer meiner Kollegen kürzlich erlitten hat, eventuell gar kein Unfall war, sondern ein arglistiger Überfall, da man ihn für Monsieur Sax persönlich hielt – der Arme ähnelt ihm in der Tat, man könnte sie glatt verwechseln. Ist das nicht unglaublich? Ereignisse wie aus einem Kriminalroman – und all das nur wegen eines Musikinstruments! Ich fürchte wahrlich, es wird ein böses Ende mit dem armen Monsieur Sax nehmen. All die Gerichtskosten und dann das Gerede, das der Fabrik sehr schadet. In unserer Unterhaltung deutete er nur an, dass ihm, sollte es so weitergehen, der Bankrott drohe. Welchʼ eine Tragik, dabei hätte es dieser mutige Erfinder verdient, in der Geschichte des Instrumentenbaus verewigt zu werden.

Nun schmerzt mir die Hand vom vielen Schreiben und ich sollte sie ausruhen, denn die Arbeit mit dem Messing erfordert größte Präzision. Ich küsse dich, bitte werde ganz gesund und komm dann schnell zurück zu mir!

In Liebe, Dein Maurice

Manfred Preis und Jürgen Grözinger über das Saxofon, die Klarinette und die Musik des Konzerts

Susanne Ziese: Manfred Preis, Sie sind seit 1982 Mitglied der Berliner Philharmoniker und spielen hier vor allem die Bassklarinette, manchmal aber auch andere Klarinetten. Zusammen mit Janet Kirsten haben Sie sich die Geschichte von Klari und Sax ausgedacht, was hat Sie auf diese Idee gebracht? Und spielen Sie eigentlich auch Saxofon?

Manfred Preis: Nachdem wir schon viele Konzerte mit verschiedenen Klarinetten- und Saxofonstücken erlebt haben, bekamen Janet Kirsten und ich Lust, ein Kinder- und Familienstück zu schreiben, das diese beiden tollen Instrumente zusammen mit anderen Holzblasinstrumenten vorstellen sollte. Eingebettet in eine spannende Geschichte macht das doch am meisten Spaß und so kamen wir auf die Idee mit den beiden Drachenbrüdern.

Ich spiele zwar neben der Klarinette auch Saxofon, allerdings nicht so gut wie ich es gern würde. Es ist bei mir ein wenig wie bei Klari, der in unserer Geschichte seine Bestimmung bereits gefunden hat: Ich habe mich irgendwann mit dem Herzen für die Klarinette entschieden. Sax hingegen, der mit seinem Feuerspucken die empfindliche Klarinette verbrennt, muss sich erst auf die Suche nach seiner besonderen Gabe begeben. Zunächst scheint es, dass die Eltern für ihn den Weg schon vorbestimmt haben: Sax soll ein Feuerdrache sein, doch er selbst möchte lieber Musiker werden. Zum Glück vertraut er auf sein Gefühl und folgt dem Ruf des schönen Klangs. Der Wind als »König der Lüfte« führt durch das Stück. Er ist zugleich Freund und Lenker für Klari und Sax, denn sowohl der Ton eines Blasinstruments (Klaris Klarinette) als auch Feuer (Sax) entstehen nur, wenn Luft beteiligt ist. Mit der Hilfe des Winds findet Sax schließlich sein Instruments: das Saxofon. Es ist robust und nicht so empfindlich wie die hölzerne Klarinette. Übrigens ist das Akkordeon, das in diesem Konzert zu hören ist, ebenfalls ein »Luftinstrument«, deshalb passt es so gut zu den Holzblasinstrumenten.

S. Z.: Wie alle Geschwister zanken in der Geschichte auch Klari und Sax miteinander. Gibt es eigentlich so etwas wie einen Wettstreit zwischen Klarinette und Saxofon im echten Musikleben? Mögen Sie eins der beiden Instrumente lieber?

M. P.: Für mich klingt das Saxofon im Vergleich zur Klarinette exotischer und es hat weichere Klangfarben. Sein Sound ist für mich mehr mit dem Jazz verbunden und er kann außerdem wesentlich roher, wilder und ungezügelter sein – so wie der feuerspeiende Sax! Daneben ist es mit dem Saxofon aber auch möglich, ganz bezaubernde, samtige und leidenschaftliche Klänge hervorzubringen – es ist schon sehr vielseitig. Einen Wettstreit zwischen Klarinettisten und Saxofonisten gibt es zum Glück nicht. (Das kann Jan Schulte-Buhnert, der seit vielen Jahren hier in der Philharmonie der »Haus-Saxofonist« ist, sicher bestätigen). Eher bewundern sich die Spieler gegenseitig und sie bringen sich hohen Respekt entgegen. Manch einer wird – ähnlich wie ich – auch eine Sehnsucht nach dem jeweils anderen Instrument verspüren! Doch meine Klarinette fasziniert mich immer wieder aufs Neue, besonders ihre ungeheure Flexibilität, was Klangfarbe und Ausdruck betrifft. Manchmal fühle ich mich als Klarinettist wie ein Sänger, der die Melodien nicht spielt, sondern einfach singt. Ein besonderes Merkmal der Klarinette ist ihr enorm großer Tonumfang von fast vier Oktaven – damit ist sie nämlich das Holzblasinstrument, bei dem der tiefst- und der höchstmögliche Ton am weitesten auseinanderliegen.

S. Z.: Lieber Herr Grözinger, sie haben Schlagzeug studiert, aber als Komponist und Arrangeur beschäftigen Sie sich natürlich mit allen Instrumenten des Orchesters – würden Sie sich in einem Wettstreit von Klarinette und Saxofon für eins von beidem entscheiden, oder wären Sie eher neutraler Schiedsrichter?

Jürgen Grözinger: Für mich persönlich gibt es in der Musik keine Wettkämpfe. Vielmehr sehe ich das Musizieren als etwas Spielerisches, ein von gegenseitiger Aufmerksamkeit geprägtes Miteinander, ein fast tänzerisches Sich-Umspielen in Tönen, Rhythmen und musikalischen Gesten. Die Schlaginstrumente bilden zusammen mit dem Akkordeon in der Komposition zur Geschichte von Klari und Sax eine Art Teppich, eine klingende Grundlage aus Tönen, Rhythmen und Harmonien, über der sich die besonderen Charaktere der einzelnen Holzblasinstrumente wunderbar entfalten können.

S. Z.: Die Musik, die zur Geschichte von Klari und Sax erklingt, ist sehr vielfältig – da gibt es Rap, Tanzmusik und sehr rhythmische, groovige Stücke. Woher nehmen Sie all diese Einfälle, spielt Ihre Arbeit als DJ vielleicht auch eine Rolle beim Verbinden von ganz unterschiedlichen Musikrichtungen?

J. G.: Ich mag es sehr, mich in unterschiedlicher Weise mit Musik und den verschiedenen Arten von Musik zu beschäftigen. Tatsächlich war meine Tätigkeit als DJ schon immer eine ganz natürliche Erweiterung des eigenen Musizierens auf Instrumenten. Ähnlich geht es mir, wenn ich mir Programme für Musikfestivals ausdenke: Das ist auch eine spannende Arbeit, die einen auf tolle Ideen bringt. Generell bin ich ganz offen und auf keine bestimmten Musikrichtungen oder -gattungen festgelegt. Schon seit Beginn meiner Ausbildung zum klassischen Schlagzeuger beschäftigte ich mich zudem mit unterschiedlichsten Stilen aus den Bereichen Jazz, Pop und später dann auch mit elektronischer Tanzmusik. Für mich hatte der große Dirigent Leonard Bernstein absolut recht, als er einmal sagte: »Für mich gibt es nur gute oder schlechte Musik«. Mir gefällt es, das Publikum in den Konzerten auf »Reisen« zu schicken, in denen sich dann oftmals überraschende Wege und Verbindungen zwischen vermeintlich fernen Welten ergeben.

S. Z.: Neben den Blasinstrumenten erklingen in dieser Musik ja viele Schlaginstrumente und das bedeutet längst nicht nur Trommeln und Becken.

J. G.: Das stimmt! Ein Schlagzeuger hat ein reichhaltiges Instrumentarium zu bedienen, wobei die einzelnen Instrumente ihre Wurzeln in den unterschiedlichsten Regionen und Kulturen dieser Erde haben. Das macht diesen Beruf besonders spannend, kein anderer Orchestermusiker spielt so viele verschiedene Instrumente wie die Schlagzeuger. In unserem Stück wollen wir neben der Vorstellung der Holzblasinstrumente auch den besonderen Zauber des Schlagzeugs vermitteln, der weit über die Funktion als reiner Rhythmusgeber hinausgeht.

Instrumentenlexikon

Saxofon:

Das Saxofon ist ein ganz besonderes Instrument, denn obwohl es aus dem meist golden schimmernden Metall Messing besteht, gehört es zu der Gruppe der Holzblasinstrumente. Warum? Der in Belgien geborene Instrumentenbauer Adolphe Sax kombinierte nach zahlreichen Experimenten einen etwas abgewandelten Bassklarinettenschnabel mit einem nahezu konisch geformten Korpus aus Metall mit Seitenlöchern und Klappen. Deshalb wird beim Saxofon der Ton wie bei der Klarinette mit einem Rohrblatt erzeugt. Dieses befestigt der Saxofonist mit einer Blattschraube am Mundstück und sobald er hineinbläst, schwingt das Blatt und dadurch entsteht der Ton. Und der ist beim Saxofon ganz besonders und sehr variabel. Adolphe Sax hat das Instrument 1840 erfunden, da er der Ansicht war, es fehlte ein schön und weich klingendes und dennoch durchdringendes tieferes Holzblasinstrument – offenbar mochte er das Fagott nicht sonderlich. Während allerdings das Fagott ein fester Bestandteil des Symphonieorchesters wurde, konnte sich das Saxofon hier nicht durchsetzen. Es ist nur ganz selten im klassischen Konzert zu erleben, so wie zum Beispiel in Maurice Ravels berühmtem Bolero oder in den Arlesienne-Suiten von Georges Bizet. Der Russe Alexander Glasunow schrieb 1934 sogar ein Konzert für Saxofon und Orchester. Viel häufiger hört man jedoch die Instrumente der Saxofonfamilie in all ihren Größen in der Jazzmusik und in Blaskapellen – oder im Quartett, da es vier Vertreter gibt, deren Stimmlagen den vier der Vokalmusik entsprechen (Sopran, Alt, Tenor und Bariton). Die häufigsten Formen sind das hochklingende, gerade Sopransaxofon, die einfach gebogenen Alt- und Tenorsaxofone und das doppelt gebogene tiefe Bartionsaxofon. Aber es gibt auch noch höhere und noch tiefere Familienmitglieder, denen man allerdings nur selten begegnet.

Klarinette:

Wie beim Saxofon entsteht auch bei der Klarinette der Ton durch das Schwingen eines Rohrblatts. Während das Saxofon aus Messing gebaut wird, ist die Klarinette ein »echtes« Holzblasinstrument, das meist aus schwarzem Grenadill-Holz besteht. Die Klappen werden üblicherweise versilbert, sodass sie schön glänzen. Zwar ist die Klarinette nicht mehr ganz so jung wie das Saxofon, aber auch sie zählt zu den neueren Instrumenten des Orchesters, denn sie wurde erst im 18. Jahrhundert in einer der heutigen ähnlichen Form gebaut. Einer der ersten Komponisten, die sich für das neue Instrument begeisterten, war Wolfgang Amadeus Mozart, der nicht nur ein Konzert, sondern auch Kammermusik für die Klarinette komponierte.

Ähnlich wie bei den Saxofonen ist die Familie der Klarinetten ziemlich groß: Ihre kleinste Vertreterin, die durchdringend und brilliant klingende Es-Klarinette ist ungefähr so groß wie eine Alt-Blockflöte. Die beiden am häufigsten benutzten Klarinetten, eine Art Zwillingspaar, sind die mittelgroßen B- und A-Klarinetten, die ihr in fast jedem Orchester hören könnt. Wer Klarinette spielt, hat meist einen Koffer mit zwei Instrumenten dabei, nämlich diesem Zwillingspaar. Ihre Stimmungen sind unterschiedlich, das bedeutet, wenn man den gleichen Ton greift, erklingt jeweils ein unterschiedlicher. Weil sich manche Melodien auf der einen Klarinette sehr schwer greifen lassen, wechselt man in solchen Momenten einfach und nimmt die andere, auf der das dann mitunter deutlich leichter gelingt. Vielleicht habt ihr dieses Hin- und Herwechseln schon einmal im Orchesterkonzert beobachten können. Eher seltener sieht man hingegen die längere und tiefere Bassettklarinette – sie ist der »große Bruder« der Zwillinge. Dafür werdet ihr die beeindruckend große Bassklarinette öfter im Orchester antreffen. Sie ist so etwas wie die »Mutter« der Klarinettenfamilie. Die Bassklarinette ist so groß und schwer, dass ihre Spieler sie mit einem Stachel – ähnlich wie ein Cello – auf dem Boden abstützen müssen. Als »Vater« gibt es übrigens noch die ganz tiefe Kontrabassklarinette, deren langes Rohr mehrfach gewunden ist.

Der Ton der Klarinette kann sehr weich und der menschlichen Stimme ähnlich klingen, aber auch rau und kratzig sein. Wie das Saxofon ist die Klarinette ein sehr vielseitiges Instrument, das nicht nur einen festen Platz im Symphonie- und Blasorchester hat, sondern auch in der Jazz-, Volks- und Klezmermusik zu Hause ist.

Flöte:

Schon in der Steinzeit haben sich die Menschen Flöten aus Knochen und wahrscheinlich auch aus Holz gebaut, um sie für religiöse Kulthandlungen zu benutzen. Überall auf der Welt gibt es die verschiedensten Arten von Flöten. Wenn wir hier und heute von einer Flöte sprechen, meinen wir vor allem die Blockflöte oder die Querflöte. Die Blockflöte kann man von allen Flöten am einfachsten spielen. Das besondere an ihr ist der Block – ein Holzstück, das im Inneren der Flöte sitzt. Es bildet zusammen mit der Außenwand einen Kanal, der den Luftstrom auf eine Kante lenkt, die man auch »Schneide« nennt. Diese Kante befindet sich in der Öffnung, die sich auf der Rückseite unterhalb des Mundstücks befindet: Hier entsteht der Ton. Das Mundstück einer Querflöte hat ein einfaches Anblasloch, an dem – ähnlich wie an einer Flaschenöffnung, über die man hinweg pustet – der Luftstrom gegen die »Schneide« geblasen und die Luft im Flötenrohr in Schwingung versetzt wird. Die Tonhöhe hängt von der Länge der Luftsäule im Rohr ab und kann mit den Tonlöchern oder Klappen verändert werden. Die Querflöten sind heute aus Silber oder anderen Edelmetallen und deren Mischungen. Früher waren sie allerdings aus Holz. Zusammen mit Klarinette, Oboe, Fagott und Saxofon gehören sie deshalb zur Familie der Holzblasinstrumente.

Oboe:

Die Oboe gibt im Orchester den Ton an – und das buchstäblich! Weil ihr Klang besonders gut hörbar ist, spielt zum Einstimmen die Oboe den sogenannten Kammerton »a« und alle anderen Instrumente passen sich mit ihrer Stimmung daran an. Auch die Oboe ist ein Holzblasinstrument und wie die Klarinette meist aus schwarzem Holz mit versilberten Klappen gebaut. Sie ist etwas kleiner und schmaler, außerdem ist ihr Schalltrichter nicht so groß wie der der Klarinette. Der größte Unterschied, der auch dazu führt, dass die Oboe ganz anders klingt, ist das Rohr für die Tonerzeugung. Es ist ein Doppelrohr, das in aufwendiger Schnitzarbeit entsteht – der komplizierte Rohrbau gleicht einer echten Wissenschaft! Zwei zurechtgeschnitzte Rohrteile werden dabei so durch eine Umwicklung miteinander verbunden, dass in der Mitte eine ovale Öffnung bleibt. Wer schon mal einen Oboisten beobachtet hat, könnte gesehen haben, dass er das Rohr vor dem Spielen in ein kleines Behältnis gestellt hat. Da ist Wasser drin, das das Holz des Rohrs etwas weicher macht, damit es beim Anblasen besser schwingt. Mit ihrem ausdrucksstarken und beweglichen Ton hat die Oboe seit dem 17. Jahrhundert einen festen Platz in den Orchestern.

Englischhorn

Auch die Oboe hat enge Verwandte, einer davon ist das Englischhorn. Sein Name ist ziemlich irreführend, denn wer jetzt an ein Blechblasinstrument aus England denkt, liegt falsch. In Wirklichkeit ist das Englischhorn eine spezielle Form der Oboe, also auch ein Holzblasinstrument. Im Gegensatz zur »normalen« Oboe ist es deutlich länger und kann dadurch tiefere Töne hervorbringen. Ganz besonders schön ist sein warmer Klang. Dieser entsteht dadurch, dass das Instrument einen sogenannten S-Bogen aus Metall hat, auf den das Doppelrohrblatt gesetzt wird, so wie bei einem Fagott. Außerdem hat das Englischhorn einen eierförmigen Schalltrichter, den man auch »Liebesfuß« nennt – durch ihn klingt das Instrument besonders lieblich. Im Orchester hört man es deshalb häufig an sehr lyrischen, sehnsüchtigen Stellen, so wie im langsamen Satz von Antonín Dvořáks Symphonie Nr. 9 Aus der neuen Welt.

Nun fragt ihr euch sicher, was das Englischhorn mit England zu tun hat. Das ist eine schwierige Frage, die selbst Wissenschaftler nach langem Forschen bis heute noch nicht eindeutig beantworten können. Möglich wäre, dass der französische Name des Instruments Cor anglé, was so viel wie »abgewinkeltes Horn« bedeutet, sich in Cor anglaise, also »englisches Horn«, verwandelt hat. Ausgesprochen klingen diese beiden Namen nämlich fast gleich. Vielleicht nannte man es früher aber auch Engel-Horn, da es den Instrumenten sehr ähnlich sieht, die die Engel auf alten Gemälden spielen. Was auch immer der Ursprung seines Namens sein mag, himmlisch klingt das Englischhorn allemal!

Akkordeon:

Das Akkordeon hat viele Namen, man nennt es umgangssprachlich auch Ziehharmonika, Quetschkommode oder Schifferklavier. Vor allem aber ist es ein ganz besonderes Instrument, denn obwohl es zu den Aerofonen gehört, was bedeutet, dass die Töne durch Luft erzeugt werden, würde sicher niemand auf die Idee kommen, in ein Akkordeon hineinzublasen. Vielmehr wird die Luftbewegung mithilfe eines Balgs erzeugt. Der Balg ist der faltige Teil in der Mitte des Instruments, während die Seitenteile Diskant und Bass genannt werden, denn auf der einen Seite liegen die Tasten für die höheren und auf der anderen Seite für die tieferen Töne. Wenn man diese beiden Teile und damit auch den Balg in der Mitte auseinanderzieht und wieder zusammendrückt, bewegt sich die Luft im Inneren des Instruments und setzt die sogenannten Stimmzungen in Bewegung. Diese Zungen sind aus Metall und sehen von der Form her den Holzblättchen von Klarinette und Saxofon ähnlich. Wie bei diesen Instrumenten entsteht der Ton dadurch, dass die Zunge durch die Luft in Schwingung gerät. Damit immer die richtige Zunge schwingt und der Ton erklingt, den man sich wünscht, hat das Akkordeon praktischerweise eine Tastatur, dabei gibt es viele verschiedene Bauformen – mal mit Tasten (wie beim Klavier), mal mit runden Knöpfen. Das praktische, da leicht transportierbare Akkordeon ist erst rund 200 Jahre alt und ein beliebtes Instrument in der Volksmusik, denn man kann damit toll Lieder am Lagerfeuer begleiten oder es auf ein Schiff mitnehmen – daher der Name »Schifferklavier«. Und im Argentinischen Tango ist die Ziehharmonika (hier nennt man sie Bandoneon) gar nicht wegzudenken.

Schlagzeug:

Musikinstrumente, die durch unmittelbares Schlagen in Schwingung versetzt werden, wodurch ein Geräusch, Ton oder Klang entsteht, nennt man Schlaginstrumente. Zum Schlagwerk oder auch Schlagzeug im Symphonieorchester gehört darüber hinaus praktisch alles, was nicht einer der anderen großen Instrumentengruppen – Holzbläsern, Blechbläsern oder Streichern – zugeordnet werden kann oder ein Single wie die Harfe ist. Wer Schlagzeug spielt, muss also jede Menge Instrumente beherrschen: Neben den Pauken und den Stabspielen, zu denen Glockenspiel, Xylofon, Vibrafon und Marimbafon zählen, alle Arten von Trommeln (z. B. Snaredrum, Toms, Bongos oder Kongas), Becken, Gong, Tamtam oder Röhrenglocken sowie die verschiedensten Effektinstrumente (Ratsche, Hupe, Donnerblech, Kolbenflöte, Regenholz, Windmaschine usw.). Heutzutage sehen manche Komponisten in ihren Stücken oftmals besonders ausgefallene Instrumente vor. Da kann es vorkommen, dass einfaches Papier, ein Staubsauger, eine Schreibmaschine oder 20 Kaffeetassen kurzerhand zum Musikinstrument gemacht werden. Und auch das übernehmen dann als wahre Allroundtalente die Schlagzeugerinnen und Schlagzeuger – Hut ab!

Glossar:

Jazz

Die Jazz-Musik (oder kurz: Jazz) ist eine Musikrichtung, die vor gut 100 Jahren im Süden der USA entstand. Am Anfang wurde Jazz vor allem von afroamerikanischen Musikern gespielt. Typische Instrumente in einer Jazz-Band sind Klavier, Schlagzeug, Saxofone, Trompeten, Posaunen und Gitarren. Auch die Klarinette ist häufig dabei. Die Musik selbst klingt allerdings nicht wie die »klassische Musik«, die zur gleichen Zeit in Europa komponiert wurde. Im Jazz gibt es zum Beispiel blue notes, eine Art Zwischentöne, die in der Klassik unerwünscht wären, weil sie hier als schief gelten. Außerdem ist im Jazz der Rhythmus sehr wichtig, damit die Musik swingt und groovt, mitreißt und manchmal auch zum Tanzen anspornt. Deshalb wird sie normalerweise auch nicht im Konzertsaal, sondern in Clubs und Bars gespielt. Ein weiteres wichtiges Element im Jazz ist das freie Improvisieren: Dabei erfinden Musikerinnen und Musiker ihre Melodie ganz spontan im Augenblick des Spielens, er braucht hierfür keine Noten. Das macht Jazzmusik besonders lebendig und spannend.

Rap:

Das Wort rap ist englisch und bedeutet übersetzt so viel wie plaudern und damit verrät das Wort schon einiges über den Musikstil, der sich dahinter verbirgt. Rapper sind nämlich Sprechsänger, die oft ganz schnell und vor allem sehr rhythmisch Texte zu einer Begleitung vortragen. Diese Kunst findet man vor allem in der aus den USA stammenden Musikrichtung, die Hip-Hop genannt wird und zu der seit den 1970er Jahren vor allem Jugendliche gern tanzen. Manche Rapper sind so schnell, dass man meint, sie müssten sich die Zunge brechen und weil das so beeindruckend ist, gibt es sogar richtige Rap-Wettbewerbe.

Susanne Ziese

Biografie

Drei Fragen an die Musiker

Wann und warum hast du dich in dein Instrument verliebt?

Was ist besonders leicht, und was ist besonders schwer mit oder auf deinem Instrument zu spielen?

Wenn du noch ein anderes Instrument lernen wolltest, welches wäre das?

Manfred Preis Klarinette und musikalische Leitung

Meine erste bewusste Begegnung mit Klarinette hatte ich mit zwölf Jahren, als ich einen Film über Benny Goodman sah, den ich 25 Jahre später sogar persönlich in New York kennenlernen durfte. Der Film hieß: Die Benny Goodman Story und ist zugegebenermaßen ganz schön kitschig. Aber mich hat es damals sehr berührt. (Benny hat sich übrigens schlapp gelacht, als ich ihm davon erzählte.) Jedenfalls lernte ich so die Klarinette kennen … und lieben.

Besonders schwer ist es – wie ich finde – in der hohen Lage ganz pianissimo zu spielen. Aber irgendwann (mit viel Erfahrung) kriegt man das schon hin. Wenn ich mit der Bassklarinette, so schön in die Tiefe gehen kann, genieße ich sehr ihren geheimnisvollen Klang. Der lag mir schon immer sehr vertraut in der Seele.

Akkordeon zu lernen würde mir Spaß machen. Oder Saxofon zu spielen wie Stan Getz es tut …Wow, das wär mein Traum.

Dominik Wollenweber Oboe und Englischhorn

Verliebt bin ich eigentlich nicht in mein Instrument. Dafür gibt es zu oft Probleme mit dem Material: Die Mechanik der Oboe ist sehr komplex, außerdem müssen wir uns unsere Mundstücke selber machen. Meistens funktionieren sie nicht so, wie ich möchte und die wenigen guten werden schnell alt und unbrauchbar. Was aber ganz toll geht – und besser als auf allen anderen Instrumenten – ist intensive und seelenvolle Melodien zu spielen. Da werde ich dann entschädigt für den vielen Ärger.

Auf dem Englischhorn klingen langsame und traurige Melodien ganz toll. Im Orchester sitze ich oft den ganzen Konzertabend mehr oder weniger untätig dabei und höre meinen Kollegen zu, wie sie schön Musik machen (oder es jedenfalls versuchen). Manchmal habe ich aber im langsamen Satz die Hauptmelodie zu spielen. Danach sind dann alle begeistert von mir, aber ich selber denke, dass ich doch fast gar nichts gemacht habe.

Am liebsten würde ich gut Cello spielen können. Oboe und Englischhorn sind sehr begrenzt im Tonumfang, in der Dynamik und im Repertoire. Da bin ich oft etwas neidisch auf die Cellisten, Millionen von Möglichkeiten haben, ganz verschiedene Musik zu machen.

Kathi Wagner Saxofon und Blockflöte

Wann ich mich in mein Instrument verliebt habe? Das war mit 14. Ich fand Saxofon zum einen einfach cool und zum anderen gefiel mir der Klang. Vor allem der von klassisch gespielten Saxofonen.

Es ist gar nicht so einfach zu sagen, was besonders schwer oder leicht ist. Irgendwie hat alles seine Tücken, wenn es an die letzten Feinheiten geht, egal ob bei virtuosen Passagen wie bei lyrischen Kantilenen. Doch Klangvielfalt ist sicherlich auf dem Saxofon eher leichter, virtuose Artikulation dagegen etwas schwerer im Vergleich zu anderen Blasinstrumenten.

Ich würde gerne richtig singen können. Allerdings nicht wie die Sängerinnen in der Oper sondern eher wie Aretha Franklin und Gloria Gaynor. Die haben Jazz-, Soul- und Popmusik gemacht.

Jan Schulte-Bunert Saxofon

Als ich sechs Jahre alt war, brachte mein Vater – er war Musiklehrer – ein Saxofon mit nach Hause. Ich war sofort Feuer und Flamme! Natürlich nur im übertragenen Sinne. Aber so habe ich dann doch etwas gemeinsam mit Sax aus unserer Geschichte.

Ich finde, es ist besonders leicht auf dem Saxofon schöne Kantilenen zu spielen. So nennt man Melodien, die wie gesungen klingen. In der unteren Lage, also bei den tiefen Tönen, ist das Produzieren von leisen Tönen hingegen nicht so einfach. Feurig-laute Passagen gehen dafür aber besonders gut.

Schlagzeug spielen – das würde mir gefallen.

Silke Lange, Akkordeon

Ich habe mich als Sechsjährige in der Musikschule meiner Heimatstadt Neubrandenburg in ein großes, weißes, herrlich schimmerndes Akkordeon verliebt. Bekommen habe ich dann allerdings erstmal ein kleines rotes …

Beim Akkordeon kann man ganz leicht über die zahlreichen Knöpfe gleiten, sie runterdrücken und auf diese Weise viele Töne auf einmal spielen. Sprünge sind ziemlich schwer, denn man kann ja nicht sehen, wo man hin greift, vor allem in der linken Hand nicht. Da muss man ganz schön üben.

Ich mag sehr gerne den Klang tiefer Streichinstrumente, zum Beispiel vom Violoncello oder vom Kontrabass. Auch Schlaginstrumente aller Art und Singen finde ich toll. Vielleicht probiere ich mal eins davon aus.

Jürgen Grözinger Percussion, Komposition und Arrangement

Schon als Kind liebte ich es, zu trommeln. Damals mussten noch Kochtöpfe und einige andere Gegenstände als improvisierte Instrumente herhalten. Ich war regelrecht süchtig danach, die Drumsticks zu schwingen. Neben der Freude am Rhythmus kam später ein sich immer mehr vertiefendes Interesse an den vielfältigen und aus verschiedensten Kulturen der Welt kommenden Instrumenten der Schlagzeugfamilie mit ihrem ungeheuren Klangreichtum hinzu.

Die besondere Herausforderung für Schlagzeuger ist, die Trommeln, Gongs und all die anderen Instrumente sprechen und singen zu lassen, ihnen wirkliches Leben einzuhauchen. Ich mag es, die Klänge sinnlich spürbar werden zu lassen.

Welches Instrument ich noch gern lernen würde? Ach, ich mag so viele Instrumente. Da möchte ich mich gar nicht entscheiden.

Janet Kirsten Konzept, Regie und Ausstattung

Gibt es ein Musikinstrument, das dir von allen am liebsten ist? Wenn ja, was gefällt dir daran?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten, denn es gibt verschiedene Instrumente, die mir immer wieder neu besonders gefallen. Es ist schon so, dass mich der magische Klang der Klarinette zum Beispiel sehr berührt und tief erreicht. Aber auch das Klavier liebe ich in seiner Sinnlichkeit und Intensität. Und ganz ehrlich, ein gut gespieltes Akkordeon packt mich innerlich sehr und bringt mich zum Träumen und Tanzen.

Was macht dir an der Arbeit mit Musikerinnen und Musikern ganz besonders viel Spaß?

Es gefällt mir, wenn sich Menschen aus verschiedenen Perspektiven einem Projekt mit Freude, Respekt und Herzklopfen nähern. Wenn sie neugierig sind auf die Sichtweise der anderen und vor allem mit großem Vertrauen gemeinsam eine schöne Geschichte auf die Bühne heben. Normalerweise bin ich ja im Theater mit Schauspielern tätig, wo die Sprache im Vordergrund steht. Das Schöne am Arbeiten mit Musikern ist, dass sich Sprache wie in einer Metamorphose verwandelt in Klang und Ausdruck. Das ist eine zusätzliche Dimension die sehr aufregend und berührend ist.

Was ist für Dich als Regisseurin das Wichtigste an der Geschichte der Drachen KlariSax?

Ich wünsche mir, dass unser Märchen Mut macht oder dazu animiert, vermeintliche und offensichtliche Schwierigkeiten mit Geduld und Hingabe anzugehen und zu überwinden. Es ist ganz wichtig, dabei eben nicht aufzuhören, an seine Träume zu glauben.

Manfred Preis (Foto: Monika Rittershaus)

Dominik Wollenweber (Foto: Kai Bienert)

Jan Schulte-Bunert (Foto: Boris Streubel)