Marlis Petersen (Foto: Yiorgos Mavropoulos)

Kammermusik

Marlis Petersen Sopran

Mitglieder der Berliner Philharmoniker

Stephan Matthias Lademann Klavier

Naturbilder

Karl Weigl

Fünf Lieder für Sopran und Streichquartett op. 40

Karl Weigl

Fünf Lieder für Sopran und Klavier aus Phantasus op. 9

Stephan Matthias Lademann Klavier

Franz Schubert

Fünf Lieder

Theodor Kirchner

Die schönen Augen der Frühlingsnacht, Sechs Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine für Sopran und Streichquartett bearbeitet und verbunden mit sieben Bagatellen für Streichquartett von Aribert Reimann

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Programm

Im künstlerischen Schaffen von Marlis Petersen stellt neben einer erfolgreichen Opernlaufbahn – von der Fachzeitschrift Opernwelt wurde die vielseitige Sopranistin sowohl 2004 als auch 2010 zur »Sängerin des Jahres« gekürt – in jüngster Zeit der Liedgesang einen weiteren Schwerpunkt dar. Ihren Liederabend in der Reihe Philharmonische Kammermusik stellt Marlis Petersen, die in der Saison 2019/2020 Artist in Residence bei den Berliner Philharmonikern ist, unter das Motto »Naturbilder«.

Mit Franz Schubert ist wie selbstverständlich der Großmeister der Gattung »Klavierlied« in dem Programm vertreten. Ansonsten gilt es, zwei Entdeckungen zu machen. Da ist zu einem der 1881 in Wien als Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie geborene Karl Weigl. Mit Arnold Schönberg, Anton Webern und Gustav Mahler befreundet, wurde Weigl, der ab 1918 auch eine Professur am Neuen Konservatorium seiner Heimatstadt innehatte, von Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler oder George Szell gefördert. Dann erfolgte mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten eine Zäsur in der künstlerischen Laufbahn des Komponisten: Weigl musste 1938 in die Vereinigten Staaten emigrieren, wo er trotz der Unterstützung von Koryphäen wie Arnold Schönberg oder Bruno Walter nicht an seine europäischen Erfolge als Komponist anknüpfen konnte, sondern vor allem als Pädagoge in Erscheinung trat. Der Cellist Pablo Casals prophezeite damals dennoch: »Die Musik von Karl Weigl wird nicht verloren gehen, man wird auf sie zurückkommen, wenn der Sturm aufgehört hat.«

Der zweite Unbekannte des Abends ist Theodor Kirchner: Zwei Komponistengenerationen älter als Weigl, war der von Felix Mendelssohn Bartholdy geförderte, eng mit Johannes Brahms befreundete Kirchner als Organist und Dirigent zunächst in der Schweiz tätig, bevor er 1872 nach Deutschland zurückkehrte, wo er nach Zwischenstopps in Meiningen und Würzburg ab 1883 am Dresdner Konservatorium lehrte. Kirchners umfangreiches Œuvre wird ebenso wie jenes Weigls seit einigen Jahren neu entdeckt – u. a. von dem Berliner Komponisten Aribert Reimann, der einen Liedzyklus von Kirchner für Sopran und Streichquartett bearbeitet und mit verbindenden instrumentalen Zwischenspielen versehen hat. Von hier spannt sich ein Bogen zu Weigls für Sopran und Streichquartett komponierten 5 Liedern op. 40 aus dem Jahr 1934. Die musikalischen Partner von Marlis Petersen sind in diesem Konzert der Pianist Matthias Lademann sowie Streicher aus den Reihen der Berliner Philharmoniker.

Marlis Petersen (Foto: Yiorgos Mavropoulos)

Marlis Petersen

Artist in Residence 2019/2020

mehr lesen