Tugan Sokhiev (Foto: Marco Borggreve)

Berliner Philharmoniker

Tugan Sokhiev Dirigent

Emmanuel Pahud Flöte

Aram Chatschaturjan

Konzert für Flöte und Orchester, Transkription von Jean-Pierre Rampal nach dem Violinkonzert d-Moll

Emmanuel Pahud Flöte

Igor Strawinsky

Le Sacre du printemps (revidierte Fassung von 1947)

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Do, 28. Mai 2020, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:15 Uhr

Aboserie G

Fr, 29. Mai 2020, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:15 Uhr

Aboserie M

Programm

Die Berliner Philharmoniker, schrieb der Tagesspiegel, inspiriere Tugan Sokhievs »gestisch-sinnliches Dirigat« zu einer »derart differenzierten Spielweise (und sichtlichen Spielfreude), dass man sich mehr solcher Showmaster am Pult des Scharoun-Baus wünschte«. Grund zur Vorfreude, denn der ehemalige DSO-Chefdirigent und jetzige Musikdirektor des Moskauer Bolschoi-Theaters ist nun erneut am Pult der Berliner Philharmoniker zu Gast.

Im ersten Programmteil steht ein Werk Aram Chatschaturjans auf dem Programm, dessen Säbeltanz eine für den Komponisten zweifelhafte Berühmtheit erlangte: »Ehrenwort, wenn ich gewusst hätte, dass er solche Popularität erlangen und meine anderen Werke mit dem Ellenbogen wegstoßen würde, hätte ich ihn niemals geschrieben! Irgendwo im Ausland hat man mich schon als ›Mister Säbeltanz‹ angekündigt […]« Doch nicht Chatchaturjans »ungehorsames und lärmendes Kind« seiner »musikalischen Familie« wird Tugan Sokhiev dirigieren, sondern die ätherische Flöten-Transkription seines Violinkonzerts, die Jean-Pierre Rampal auf Vorschlag des Komponisten angefertigt hat. In ihr zeigt sich einmal mehr die für Chatschaturjan typische Verbindung traditioneller musikalischer Modelle mit Elementen der mitreißenden transkaukasischen Folklore, die in brillanter Orchestrierung vor dem Hörer ausgebreitet wird. Den Flötenpart übernimmt in diesen Konzerten der philharmonische Soloflötist Emmanuel Pahud.

Nach der Pause steht mit Igor Strawinskys Le Sacre du printemps ein Werk auf dem Programm, dessen Premiere als einer der größten Theaterskandale in die Musikgeschichte eingegangen ist: Laut der Überlieferung von Jean Cocteau revoltierte an jenem Abend des 29. Mai 1913 der Saal des Pariser Théâtre des Champs-Élysées »von Anfang an. Man lachte, höhnte, pfiff, ahmte Tierstimmen nach, und vielleicht wäre man dessen auf die Dauer müde geworden, wenn nicht die Menge der Ästheten und einige Musiker in ihrem übertriebenen Eifer das Logenpublikum beleidigt, ja tätlich angegriffen hätten.« Kein Zweifel: Strawinskys Sacre verstörte die Zeitgenossen, weshalb das naheliegende Bonmot vom »Massacre du printemps« schnell die Runde machte. Laut amtlichem Polizeibericht waren nach der Uraufführung 27 leichtverletzte Damen und Herren aus der Hautevolee zu beklagen. Dennoch: Bereits während der dritten konzertanten Aufführung, die unter der Leitung von Pierre Monteaux am 5. April1914 im Pariser Casino stattfand, erlebte das energiegeladene Jahrhundertwerk, das die Musikgeschichte in neue Bahnen lenkte, seinen Durchbruch.

Tugan Sokhiev (Foto: Marco Borggreve)