Kirill Petrenko (Foto: Stephan Rabold)

Kirill Petrenko dirigiert »Fidelio« in der Philharmonie

Beethovens einzige Oper Fidelio ist ein Plädoyer für die Überwindung von Machtwillkür und Tyrannei – und eine Hymne auf die Liebe. Eindringlich reflektiert das Werk Beethovens lebenslange Devise »Freyheit über alles lieben; Wahrheit nie, (auch sogar am Throne nicht) verläugnen«. Kirill Petrenko dirigiert das Werk nach Aufführungen bei den Osterfestspielen Baden-Baden in der Philharmonie. In der Hauptrolle erleben wir Marlis Petersen, derzeit Artist in Residence der Berliner Philharmoniker.

Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko Dirigent

Marlis Petersen Sopran (Leonore)

Matthew Polenzani Tenor (Florestan)

Peter Rose Bass (Rocco)

Hanna-Elisabeth Müller Sopran (Marzelline)

Paul Schweinester Tenor (Jaquino)

Wolfgang Koch Bariton (Don Pizarro)

Tareq Nazmi Bass (Don Fernando)

Stephen Chambers Tenor (1. Gefangener)

David Ostrek Bass (2. Gefangener)

Rundfunkchor Berlin

Gijs Leenaars Chor-Einstudierung

Ludwig van Beethoven

Fidelio op. 72 (3. Fassung von 1814)

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Fr, 17. Apr 2020, 19:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 18:15 Uhr

Aboserie I

Programm

Ludwig van Beethovens einzige Oper Fidelio ist ein bühnendramatisches Fanal für die Überwindung von Machtwillkür und Tyrannei – und eine Hymne auf die Liebe. Das Werk, das den Komponisten als »work in progress« mit Unterbrechungen 10 Jahre seines Lebens beschäftigte – »Die oper erwirbt mir die Märtirerkrone« (Beethoven) – basiert auf dem Text »Léonore ou L’amour conjugal« von Jean-Nicolas Bouilly, der in einer Vertonung von Pierre Gaveaux am 19. Februar 1798 am Pariser Théâtre Feydeau seine erfolgreiche Premiere hatte und dort bis 1801 im Repertoire blieb. Die Handlung basierte, wie Bouilly später in seinen 1836/1837 erschienenen Memoiren Mes Récapitulations berichtete, auf einer wahren Begebenheit, die sich zur Zeit der Jacobinerherrschaft im französischen Département Indre-et-Loire zugetragen hatte. Allerdings verlegte der französische Dramatiker die Geschichte als »fait historique espagnol« in ein spanisches Staatsgefängnis in der Nähe von Sevilla – ein Kunstgriff, der auch in der italienischen Adaption »Leonora ossia L’Amour conjugale« übernommen wurde, die 1804 in einer Vertonung von Ferdinando Paërs erstmals zu erleben war.

Beethovens Librettisten Joseph Sonnleithner, Stephan von Breuning und Georg Friedrich Treitschke bündelten die Handlung. Die finale Fidelio-Fassung, die am 23. März 1814 im Wiener Kärntnertortheater »tumultuarisch beklatscht« wurde (Allgemeine musikalische Zeitung), gipfelt mit seinem alles überstrahlenden C-Dur-Hymnus in beispiellosem Freudentaumel, der über alle Ketten triumphiert. Eindrücklich spiegelt sich in ihr Beethovens lebenslange Devise »Freyheit über alles lieben; Wahrheit nie, (auch sogar am Throne nicht) verläugnen«.

Nachdem der Fidelio bei den diesjährigen Osterfestspielen in Baden-Baden bereits szenisch zur Aufführung kam, leitet Kirill Petrenko nun zwei konzertante Aufführungen von Beethovens Bühnenwerk in der Philharmonie Berlin. Die Partie der Leonore übernimmt Marlis Petersen, Artist in Residence der Berliner Philharmoniker, während Matthew Polenzani ihrem Gatten Florestan seinen markanten Tenor leiht. Kerkermeister Rocco verkörpert der Brite Peter Rose, der mit viel Spielfreude bereits in den Neuproduktionen von Strauss’ Rosenkavalier und Puccinis Tosca bei den Baden-Badener Osterfestspielen 2015 und 2017 zu erleben war. Marzelline, deren Rolle durch ihre Liebe zum vermeintlichen Jüngling Fidelio (Leonore) diverse bühnenwirksame Konflikte provoziert, übernimmt Hanna-Elisabeth Müller. Die Partie ihres »eigentlichen« Liebhabers Jaquino singt der österreichische Tenor Paul Schweinester. Vervollständigt wird die Besetzungsliste durch Wolfgang Koch (Don Pizzaro) und Tareq Nazmi (Don Fernando) sowie durch den Rundfunkchor Berlin.

Kirill Petrenko (Foto: Stephan Rabold)

Marlis Petersen (Foto: Yiorgos Mavropoulos)

Marlis Petersen

Artist in Residence 2019/2020

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