Tetzlaff Quartett (Foto: Georgia Bertazzi)

Kammermusik

Tetzlaff Quartett:

Christian Tetzlaff Violine

Elisabeth Kufferath Violine

Hanna Weinmeister Viola

Tanja Tetzlaff Violoncello

Arnold Schönberg

Streichquartett Nr. 1 op. 7

Ludwig van Beethoven

Streichquartett Nr. 13 B-Dur op. 130 mit Großer Fuge op. 133

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Programm

Als leidenschaftlicher Kammermusiker erfüllte sich der Geiger Christian Tetzlaff einen persönlichen Traum, als er 1994 ein eigenes Streichquartett gründete. Seine musikalischen Verbündeten waren und sind dabei seine Schwester Tanja (Violoncello), die Konzertmeisterin der Philharmonia Zürich (vormals Orchester des Opernhauses Zürich) Hanna Weinmeister (Bratsche) und Elisabeth Kufferath (2. Violine). Von der Presse für »hoch spannende, technisch geradezu perfekte« Interpretationen gelobt und als eines der »weltweit faszinierendsten Kammermusikensembles« unserer Tage gefeiert, präsentiert das Tetzlaff Quartett kurz nach seinem 25-jährigen Jubiläum im Kammermusiksaal der Philharmonie ein ebenso anspruchsvolles wie spannendes musikalisches Programm.

Arnold Schönbergs Streichquartett Nr. 1, dessen Ausarbeitung den Komponisten in den Jahren 1904 und 1905 beschäftigte, stellte sich bei seiner Uraufführung am 5. Februar 1907 als Skandal allererster Güte heraus: »Das Werk schien vielen unmöglich, und sie verließen während des Spiels den Saal; ein besonders witziger sogar durch den Notausgang«, berichtete ein Augenzeuge. »Als auch nachher noch vernehmlich gezischt wurde, ging Gustav Mahler, der unter dieser Zuhörerschaft saß, auf einen der Unzufriedenen los und sagte in seiner wunderbar tätigen Ergriffenheit und gleichsam für die entrechtete Kunst aufflammend: ›Sie haben nicht zu zischen!‹ – Der Unbekannte [erwiderte]: ›Ich zische auch bei Ihren Symphonien!‹« Das mit einer Dauer von knapp 45 Minuten groß dimensionierte Werk fußt harmonisch noch auf der traditionellen Dur-Moll-Tonalität, reizt diese aber bis an ihre Grenzen aus.

Nach eigener Aussage ließ sich Schönberg bei der Arbeit an dieser Komposition von Musik Ludwig van Beethovens inspirieren, denn von dieser lerne man »wie man Eintönigkeit und Leere vermeidet, wie man aus Einheit Mannigfaltigkeit erzeugt, wie man aus Grundmaterial neue Formen schafft«. Kein Wunder also, dass das Tetzlaff Quartett auch ein richtungsweisendes spätes Streichquartett Beethovens auf das Programm gesetzt hat. Dem Schlusssatz dieses Werks wurde 1826 von Zeitgenossen noch bescheinigt, er sei »trüb und verworren«. Beethoven schrieb daraufhin ein leichter verständliches Finale, bestand aber darauf, dass der ursprüngliche Satz unter dem Titel »Große Fuge« im Druck erschien. Wie zukunftsweisend gerade die in dieser Komposition zu beobachtende Auseinandersetzung mit strengen Satztechniken der Vergangenheit sein kann, hat in späteren Jahren niemand klarer erkannt als Arnold Schönberg.

Tetzlaff Quartett (Foto: Georgia Bertazzi)