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Junge Deutsche Philharmonie (Foto: Achim Reissner)

Junge Deutsche Philharmonie

Ensemble Modern

Sylvain Cambreling Dirigent

Megumi Kasakawa Viola

Gérard Grisey

Les Espaces acoustiques für Ensembles in zunehmender Größe

Termine und Karten

Di, 31. Mär 2020, 20.00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19.15 Uhr

Sonderkonzert

Programm

Man mache Musik nicht mit Noten, sondern mit Klängen, lautete das auf einen Satz zugespitzte kompositorische Credo des 1946 geborenen französischen Komponisten Gérard Grisey. Nach Akkordeonstudien in Trossingen und Paris war Grisey Kompositionsschüler bei Olivier Messiaen und Henri Dutilleux. Bereits während dieser Zeit begann er, sich für Elektroakustik zu interessieren, was seiner kompositorischen Entwicklung schließlich den entscheidenden Impuls verlieh: An Computern untersuchte Grisey mit naturwissenschaftlicher Akribie die Obertonstrukturen von Klängen und machte diese zum Ausgangspunkt einer musikalischen Sprache, die heute der Bewegung der sogenannten »Spektralmusik« zugerechnet wird.

Das kompositorisch wohl ambitionierteste Projekt des 1998 in Paris verstorbenen Grisey stellen die nur selten zu hörenden Espaces acoustiques dar. Das rund anderthalbstündige Werk entstand in sporadischen Arbeitsschritten während der Jahre 1974 bis 1985 und hat Griseys Analyse unterschiedlicher Klangspektren zur Grundlage: Kombinationen akustischer Frequenzen, welche die jeweilige Klangfarbe eines Tons oder Geräusches determinieren. Dem technisch-naturwissenschaftlichen Ansatz von Griseys Kompositionstechnik zum Trotz, ist Les Espaces acoustiques eine geradezu meditative Qualität eigen, die das Publikum auf eine Entdeckungsreise in ebenso neuartige wie faszinierende Klangwelten einlädt. Gleichzeitig bietet diese Komposition »für Ensembles in zunehmender Größe«– so der Untertitel von Les Espaces acoustiques – unterschiedlichste Hörerfahrungen: Schließlich nimmt das Werk doch mit einem breit angelegten Bratschensolo seinen Anfang, um sich peu à peu über verschiedene instrumentale Formationen für sieben bis 33 Spieler am Ende zum groß besetzten Orchester mit acht Solohörnern zu steigern.

Auf Einladung der Berliner Philharmoniker nehmen sich des Werks in diesem Konzert die 1974 von hochbegabten Musikstudenten gegründete Junge Deutsche Philharmonie und das aus diesem Klangkörper 1980 hervorgegangene, ganz auf die Interpretation von zeitgenössischer Musik spezialisierte Ensemble Modern an. Megumi Kasakawa, die das Bratschensolo des ersten Abschnitts interpretiert, gehört dem Ensemble Modern seit 2010 an und verfügt als Solistin und Kammermusikerin über internationales Renommee. Mit dem 1948 geborenen französischen Dirigenten Sylvain Cambreling laufen alle musikalischen Fäden dieses mit Spannung zu erwartenden, Generationen überschreitenden Konzertereignissesin den erfahrenen Händen eines Altmeisters seines Fachs zusammen.

Junge Deutsche Philharmonie (Foto: Achim Reissner)