(Foto: Wikimedia Commons)

Philharmonie »Late Night«

Late Night

Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker: Dem Weltall abgelauscht

Rotationssignale implodierter Sonnensysteme inspirierten den französischen Komponisten Gérard Grisey zu seinem Schlagzeugstück Le Noir de l’Étoile. In dieser Late Night präsentieren die Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker Griseys selten aufgeführtes Werk, das mit seinen kosmischen Klangkaskaden für eine neue Erfahrung von Raum und Zeit sorgt. Ein musikalischer Ausflug in die Weiten des Weltalls – mystisch, archaisch, suggestiv.

Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker

James Wood Einstudierung

Gérard Grisey

Le Noir de l'Étoile

Termine und Karten

Sa, 15. Feb 2020, 22.00 Uhr

Hauptfoyer Philharmonie

Programm

Es war eine Sensation, als Ende der 1960er-Jahre erstmals aus den Tiefen des Weltalls mysteriöse Radiosignale geortet wurden. Die vermeintlichen Botschaften einer fremden Intelligenz entpuppten sich als Pulsare – als Rotationssignale implodierter Sonnensysteme, die als nur wenige Kilometer große Neutronensterne von immenser Schwerkraft um sich selbst kreisen und elektromagnetische Wellen aussenden. Überträgt man diese Wellen in Klänge, entsteht eine interstellare Rhythmusmaschine mit komplex ratternden und pumpenden Geräuschen, die den französischen Komponisten Gérard Grisey zu seinem Schlagzeugstück Le Noir de l’Étoile inspirierten.

In dieser Late Night präsentieren die Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker Griseys selten aufgeführtes Werk, das mit seinen kosmischen Klangkaskaden für eine neue Erfahrung von Raum und Zeit sorgt. Das rund einstündige Stück, bei dessen Aufführung die sechs Instrumentalisten um das Publikum herum platziert werden, gliedert sich in drei Abschnitte, zwischen denen per Zuspielband im 6-Kanal-Surround-System die Wellen des Pulsars Vela erklingen, dann die des Pulsars 0329+54. Griseys Partitur entfaltet sich auf der Basis von deren Rotationsimpulsen, wobei die Musiker – oft mehr als zwei Schlegel gleichzeitig bedienend – Griseys nuancenreiche Klangketten mit Kraft und Schnelligkeit durch den Raum tanzen lassen.

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(Foto: Lena Laine)

Wieland Welzel über »Le Noir de l’Étoile«