Noah Bendix-Balgley (Foto: Sebastian Hänel)

Kammermusik

Philharmonia Klaviertrio Berlin

Feininger Trio

Noah Bendix-Balgley Violine

Denis Kozhukhin Klavier

Venus Ensemble Berlin

Philharmonisches Streichquartett

Josef Suk

Klavierquartett a-Moll op. 1

Philharmonia Klaviertrio Berlin, Philipp Bohnen Violine, Julia Gartemann Viola, Nikolaus Römisch Violoncello, Kyoko Hosono Klavier

Josef Suk

Klaviertrio c-Moll op. 2

Feininger Trio, Christoph Streuli Violine, David Riniker Violoncello, Adrian Oetiker Klavier

Josef Suk

Elegie Des-Dur op. 23a

Feininger Trio, Christoph Streuli Violine, David Riniker Violoncello, Adrian Oetiker Klavier

Josef Suk

Vier Stücke für Violine und Klavier op. 17

Noah Bendix-Balgley Violine, Denis Kozhukhin Klavier

Josef Suk

Klavierquintett g-Moll op. 8

Venus Ensemble Berlin, Kotowa Machida Violine, Rachel Schmidt Violine, Julia Gartemann Viola, Solène Kermarrec Violoncello, Özgür Aydin Klavier

Josef Suk

Meditation über den altböhmischen Choral »St.-Wenzeslaus« op. 35a

Philharmonisches Streichquartett, Dorian Xhoxhi Violine, Helena Madoka Berg Violine, Kyoungmin Park Viola, Christoph Heesch Violoncello

Josef Suk

Streichquartett Nr. 2 op. 31

Philharmonisches Streichquartett, Dorian Xhoxhi Violine, Helena Madoka Berg Violine, Kyoungmin Park Viola, Christoph Heesch Violoncello

Konzert mit zwei Pausen

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Programm

»Um diesen Mißerfolg hat mich selbst Schönberg beneidet«, schrieb Josef Suk 1912 nach der Berliner Aufführung seines Zweiten Streichquartetts, bei der es zu Tumulten im Publikum kam. Ein Freund meinte, dieses Werk wirke so hypermodern, dass es der Zeit wenigstens zehn Jahre vorausgeeilt sei. Dass Josef Suk zu den bedeutendsten tschechischen Komponisten des 20. Jahrhunderts zählt, wissen heute die wenigsten. Bei seinem Namen denken die meisten zunächst an den großartigen Geiger des weltberühmten Tschechischen Streichquartetts, an den Mann, der der Schwiegersohn Antonín Dvořáks und der Lehrer von Bohuslav Martinů war. Violinist, Pianist, Komponist, Lehrer – das vielseitige musikalische Talent des aus Böhmen stammenden Josef Suk zeigte sich schon früh. Bereits mit elf Jahren begann er sein Studium am Prager Konservatorium. In seinem letzten Studienjahr wurde er Schüler von Antonín Dvořák, bei dem er das erste Werk komponierte, das von ihm veröffentlicht wurde: sein Klavierquartett a-Moll op. 1.

Dieses Konzert mit Kammermusikwerken des tschechischen Komponisten, dem die Berliner Philharmoniker in dieser Saison einen programmatischen Schwerpunkt gewidmet haben, zeichnet Suks Entwicklung von seinem spätromantischen, noch unter dem Einfluss Dvořáks stehenden Klavierquartett zu jenem eingangs erwähnten, avantgardistischen Zweiten Streichquartett nach. Auf dem Weg dorthin entstanden das vom böhmischen Idiom inspirierte Klaviertrio c-Moll, das Klavierquintett g-Moll, das die Bewunderung von Johannes Brahms erregte, die transzendent anmutende Elegie Des-Dur, die Suk anlässlich des Todes des befreundeten Schriftstellers Julius Zeyer schrieb, sowie die Vier Stücke für Violine und Klavier, in denen der Komponist verschiedene Stimmungsbilder schuf – melancholisch, leidenschaftlich, mysteriös, humorvoll. Eine Sonderstellung in Suks Schaffen nimmt die Meditation über den altböhmischen Choral »St. Wenzeslaus« ein. Nur selten griff der Komponist auf vorgegebene Melodien zurück, in diesem Fall verwendete er einen bekannten tschechischen Kirchenhymnus aus dem 12. Jahrhundert, aus dem er ein kontemplatives, inniges musikalisches Gebet schuf.

Bei dieser Hommage an Josef Suk wirken philharmonische Musiker und Ensembles mit: der Erste Konzertmeister Noah Bendix-Balgley, das Philharmonische Streichquartett, das Philharmonia Klaviertrio Berlin, das Feininger Trio und das Venus Ensemble.

Noah Bendix-Balgley (Foto: Sebastian Hänel)