Venice Baroque Orchestra (Foto: Anna Carmignola)

Kammermusik

Venice Baroque Orchestra

Avi Avital Mandoline

Antonio Vivaldi

Concerto für Streicher und Basso continuo C-Dur RV 114

Antonio Vivaldi

Sinfonia d-Moll RV 127

Antonio Vivaldi

Concerto für Laute, zwei Violinen und Basso continuo D-Dur RV 93

Avi Avital Mandoline

Benedetto Marcello

Sinfonia Nr. 3 G-Dur für Streicher und Basso continuo

Antonio Vivaldi

Concerto für Violine, Streicher und Basso continuo a-Moll RV 356

Francesco Saverio Geminiani

Concerto grosso für Streicher und Basso continuo d-Moll »La Follia« nach Arcangelo Corellis Violinsonate op. 5 Nr. 12

Antonio Vivaldi

Concerto für Mandoline, Streicher und Basso continuo C-Dur RV 425

Avi Avital Mandoline

Giovanni Paisiello

Concerto für Mandoline, Streicher und Cembalo Es-Dur

Avi Avital Mandoline

Antonio Vivaldi

Die vier Jahreszeiten op. 9: Nr. 2 Der Sommer

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Programm

Igor Strawinsky lästerte einmal, Antonio Vivaldi habe 500 mal »dasselbe Konzert geschrieben«. Damit war der Weg für ein Vorurteil geebnet, wonach es dem venezianischen Barockkomponisten an musikalischem Einfallsreichtum gefehlt habe. Ein perfider Verdacht, der nicht in Betracht zog, dass allein die Summe von Vivaldis Gattungsbeiträgen schon eine erstaunliche Leistung darstellte. Hinzu kam, dass der 1678 geborene Vivaldi in einer Zeit lebte, in der die Musik mannigfaltige ästhetische und kompositionstechnische Veränderungen erfuhr. Gerade die Gattung des Solokonzerts, für die er sich besonders einsetzte, steckte seinerzeit noch in den Kinderschuhen. Ohne auf irgendwelche Gattungstraditionen zurückgreifen zu können, machte sich Vivaldi daher zusammen mit zwei älteren Komponistenkollegen um nicht weniger als die »Erfindung« sowie die erste formale und satztechnische Konsolidierung des Instrumentalkonzerts verdient.

Dem experimentellen Charakter, der Vivaldis Musik trotz ihrer überragenden satztechnischen Perfektion eigen ist, lässt sich in diesem Konzert des Venice Baroque Orchestra hörend auf die Spur kommen. Der 1997 von dem italienischen Cembalisten Andrea Marcon ins Leben gerufene Klangkörper hat sich mit seinen lebendigen Interpretationen auf Konzertpodien und Opernbühnen rund um den Globus einen Namen als einer der stilistisch kompetentesten Anwälte der Musik des Barockzeitalters gemacht.

Unter Mitwirkung des 1978 geborenen israelischen Mandolinisten Avi Avital stellt das Venice Baroque Orchestra fünf Instrumentalkonzerte von Vivaldi vor – darunter eines aus dem unverwüstlichen Opus IX des Komponisten, den Vier Jahreszeiten. Die singuläre musikhistorische Bedeutung Vivaldis wird deutlich, wenn im Rahmen dieses Konzerts auch das Werk eines jüngeren Komponisten wie dem 1740 geborenen, vor allem auf dem Gebiet der Oper zu Ruhm gelangten Giovanni Paisiello zu Gehör gebracht wird. Abgerundet wird das Programm durch Instrumentalstücke von Benedetto Marcello und Francesco Geminiani.

Vivaldi, der auch als Schöpfer von rund 50 Bühnenwerken in Erscheinung getreten ist, hat nicht nur im Bereich des Solokonzerts die Wege für zukünftige Generationen geebnet. Seinen Einfluss auf zukünftige musikalische Entwicklungen konnte Vivaldi zu seinen Lebzeiten zwar nicht erahnen, aber er wusste, was er tat. Das musste selbst Strawinsky anerkennen, als er seine despektierliche Kritik an Vivaldis Solokonzerten revidierte, indem er neidlos feststellte, jedes einzelne von ihnen sei »perfekt«.

Venice Baroque Orchestra (Foto: Anna Carmignola)

Avi Avital (Foto: Harald Hoffmann)