(Foto: Musikfest Berlin)

Musikfest Berlin

Ensemble intercontemporain

Matthias Pintscher Leitung

Dimitri Vassilakis Klavier

Salomé Haller Mezzosopran

Alban Berg

Vier Stücke für Klarinette und Klavier op. 5

Dimitri Vassilakis Klavier

Gérard Grisey

Vortex Temporum für Klavier und fünf Instrumente

Matthias Pintscher Leitung, Dimitri Vassilakis Klavier

Pierre Boulez

Le Marteau sans maitre für Alt und sechs Instrumente

Matthias Pintscher Leitung, Salomé Haller Mezzosopran

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Mo, 10. Sep 2018, 19:30 Uhr

Pierre Boulez Saal, Pierre Boulez Saal

Veranstalter/Kartenverkauf

Pierre Boulez Saal in Zusammenarbeit mit Berliner Festspiele/Musikfest Berlin

Tel: +49 (30) 254 89 100

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Programm

Zwei Institutionen initiierte Pierre Boulez in der zweiten Hälfte der 1970er-Jahre, zwei Institutionen, ohne die das Musikleben in Kompositions- und Interpretationskultur erheblich ärmer aussähe: 1976 nahm das Ensemble intercontemporain, Anfang 1977 das IRCAM, das »Institute de recherche et de coordination acoustique/musique« seine Arbeit auf. Das Ensemble, das sich aus jungen, auf neue Erfahrung und Vermittlung orientierten Musikern von Solistenqualität bildete, leitete er zwei Jahre selbst, dann gab er die künstlerische Verantwortung an andere weiter; die meisten waren wie er Komponisten und Dirigenten – auch Matthias Pintscher, der das Ensemble seit 2013 dirigiert.

Das IRCAM, zu dessen Ehrenpräsident Boulez 1992 ernannt wurde, entwickelte sich sehr schnell zum Forschungs- und Kommunikationszentrum zwischen elektronischen Pionierarbeiten und akustischen Instrumenten. Im Centre Pompidou, wo das IRCAM beheimatet ist, standen die ersten Computer, die Klangtransformationen in Echtzeit leisteten. Ohne das IRCAM hätte der Gebrauch der Live-Elektronik nicht so selbstverständlich durchgesetzt, hätte die ästhetische Richtung der Spektralisten weniger historisch-technischen Rückenwind erhalten. Ihre Kompositionsweise setzt die analytischen Kapazitäten moderner Rechner voraus.

Mit ihrem Programm erinnern das Ensemble intercontemporain und Matthias Pintscher an die Ursprünge der Moderne im Expressionismus, der die Weite seines Denkens und Empfindens in die denkbar knappsten Formen fasste; sie erinnern an Gérard Grisey, den jung verstorbenen Exponenten des Spektralismus, der in Vortex temporum (Zeitenwirbel) zusätzlich mit verschiedenen Zeitschichtungen arbeitet und damit auch Messiaensches Erbe aktualisiert. Boulez‘ Marteau sans maître zählt neben Schönbergs Pierrot lunaire zu den Klassikern der Moderne; Ausdruck und Struktur kommen darin wie bei Alban Berg, wenn auch mit gänzlich anderem Klangresultat, zusammen.

(Foto: Musikfest Berlin)