(Foto: Peter Adamik)

Karajan-Akademie

Zeitgenössische Musik und Klassiker der Moderne mit der Karajan-Akademie

Der Komponist, Pianist und Dirigent Gregor Mayrhofer, Dirigierstipendiat der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, präsentiert gemeinsam mit anderen Stipendiaten der Akademie und der Sopranistin Sophie Klußmann ein abwechslungsreiches Programm, das von zwei Klassikern der Moderne eingerahmt wird: Luigi Dallapiccolas atmosphärische Nachtmusik Piccola musica notturna und Franz Schrekers Kammersinfonie, mit deren ausgefallener Besetzung der Komponist eine irisierend-fantastische Klangwelt schuf. Zu den Höhepunkten des Abends gehört auch die Aufführung des Insect Concerto, das Gregor Mayrhofer im Auftrag des WWF komponiert hat.

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Gregor Mayrhofer Dirigent

Sophie Klußmann Sopran

Akademie IV

Luigi Dallapiccola

Piccola musica notturna

Claudio Ambrosini

La donna danada

Stefano Gervasoni

Godspell

George Benjamin

At First Light

Gregor Mayrhofer

The Insect Concerto

Franz Schreker

Kammersinfonie

Termine und Karten

So, 20. Jan 2019, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie KA

Veranstalter/Kartenverkauf

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker e.V.

Herbert-von-Karajan-Straße 1

Website besuchen

Programm

Der Komponist, Pianist und Dirigent Gregor A. Mayrhofer war Assistent von Sir Simon Rattle in Berlin und ist Dirigierstipendiat der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Davor absolvierte er ein Studium bei Alan Gilbert an der Juilliard School in New York, nachdem er Komposition und Dirigieren in Paris, München und Düsseldorf studiert hatte.

Gemeinsam mit anderen Stipendiaten der Karajan-Akademie und der Sopranistin Sophie Klußmann präsentiert Mayrhofer ein abwechslungsreiches Programm, das von zwei Klassikern der Moderne gerahmt wird: Luigi Dallapiccolas atmosphärische Nachtmusik Piccola musica notturna, deren introvertierte und fragile Klänge immer wieder durch geisterhaft anmutende Einwürfe unterbrochen werden, und Franz Schrekers Kammersinfonie, mit deren ausgefallener Besetzung der Komponist eine irisierend-fantastische Klangwelt schuf.

Neben der Aufführung des Insect Concerto, das Gregor A. Mayrhofer im Auftrag des WWF komponiert hat, wird La donna danada des 1948 geborenen Venezianers Claudio Ambrosini zu hören sein sowie Stefano Gervasonis hochexpressives Ensemblestück Godspell für Mezzosopran, Flöte, Klarinette, Percussion, Klavier, Celesta und Streichquintett nach Gedichten des US-amerikanischen Lyrikers Philip Levine. Mit At First Light, das von William Turners Gemälde Norham Castle, Sunrise inspiriert wurde, widmen sich die Musiker im Rahmen von George Benjamins Residency dann noch einem überaus virtuos orchestrierten Ensemblestück, das mit irisierenden »Licht-Klängen« eine »Feier von Farben und Geräuschen des anbrechenden Tages« ausbreitet (Benjamin).

Über die Musik

Vom Nachtdunkel zur Morgendämmerung

Ensemble-Kompositionen von 1916 bis heute

Luigi Dallapiccola war Italiener. Die Adria-Halbinsel Istrien aber, auf der er 1904 zur Welt kam, gehörte damals zu Österreich-Ungarn. Als Italien im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Kriegsgegner überwechselte, galt die Familie Dallapiccola plötzlich als politisch verdächtig und wurde zwei Jahre lang in Graz festgesetzt. Während dieser Zeit entstand in dem jungen Luigi der Wunsch, Pianist zu werden. Erst die Begegnung mit Schönbergs Melodrama Pierrot lunaire1924 in Florenz führte ihn zum Komponieren. Anders als seine Mitstudenten orientierte sich Dallapiccola dabei nicht am Neoklassizismus, sondern an der Zweiten Wiener Schule. Bei einem Musikfest in Prag traf er 1935 die deutschen Musiker Karl Amadeus Hartmann und Hermann Scherchen, deren Widerstand gegen den Nationalsozialismus ihn beeindruckte. Er selbst war mit einer Jüdin verheiratet. Als Protest gegen Mussolinis Rassengesetze schuf Dallapiccola in den Jahren 1938 bis 1942 das Chorwerk Canti di prigionia (Gesänge der Gefangenschaft), in welchem er Zwölftonreihen mit diatonischen Elementen kombinierte.

Eine andere Nachtmusik: Piccola musica notturna von Luigi Dallapiccola

Hermann Scherchen, der große Pionier der musikalischen Avantgarde, dirigierte 1950 die Uraufführung von Dallapiccolas Hauptwerk, der Oper Il prigionero (Der Gefangene). Vier Jahre später bat er den Komponisten um einen kurzen Beitrag für den Weltkongress der Jeunesses Musicales in Hannover. So entstand die Piccola musica notturna, bei der sich Dallapiccola im Hinblick auf ein junges Publikum für den Titel an Mozarts Kleine Nachtmusik anlehnte. Seiner Komposition legte er ein Gedicht von Antonio Machado zugrunde, das von einem verlassenen Dorfplatz handelt, auf den im Mondlicht dunkle Schatten fallen. Entsprechend wird hier gespenstische Ruhe, die an die Nachtmusiken Béla Bartóks erinnert, mehrfach von plötzlichen Klangimpulsen unterbrochen. Zum Eindruck der Ungewissheit trägt auch das verwendete Tonmaterial bei: Es ist eine Allintervallreihe, deren erste sechs Töne den Quintraum umschreiben und dabei zwischen Dur und Moll zu schwanken scheinen.

Gesang vom alten Lazarett: La dona danada von Claudio Ambrosini

Als Luigi Nono nach dem Krieg Dallapiccolas Canti di prigionia hörte, war er von ihnen sofort fasziniert. Wegen der Verbindung von Zwölftontechnik mit einem antifaschistischen Inhalt wurden diese Chorstücke für ihn zum Schlüsselwerk. Hermann Scherchen, an dessen Dirigierkurs Nono 1948 in Venedig teilnahm, führte ihn noch näher an die Musik der Zweiten Wiener Schule heran. In eben jenem Jahr 1948 wurde in der Lagunenstadt Claudio Ambrosinigeboren. Als Sohn eines Kunstmalers fand er über die Bildende Kunst zur Musik, wobei ihm sein Berufsziel zunächst noch unklar war. So studierte er neben Komposition auch Gitarre, alte Instrumente und elektronische Musik. Ambrosini wurde von Nono wesentlich gefördert und gründete 1979 das Ex Novo Ensemble, mit dem er ungewohnte Besetzungen und neue Spieltechniken erprobte. In seiner Komposition La dona danada (Die verdammte Frau) stellte er das osteuropäische Zymbal (Cimbalom) und eine Sopranstimme in den Mittelpunkt. Der Vokalpart beruht auf einem eigenen Text, den Gesängen vom alten Lazarett. Mit den vielfältigen Klangmöglichkeiten seines Ensembles zeichnet Ambrosini das Leiden einer kranken und einsamen Frau nach, ihr Husten, Röcheln und Frösteln, ihre stammelnde Klage über die Vergänglichkeit, die vergebliche Suche nach Nähe. Das Werk wurde 2010 vom Scharoun Ensemble Berlin in Mailand uraufgeführt.

Befreite Sensibilität: Godspell von Stefano Gervasoni

Stefano Gervasoni, 1962 in Bergamo geboren, studierte am Mailänder Verdi-Konservatorium bei Luca Lombardi, Niccolò Castiglioni und Azio Corghi Komposition und wurde danach geprägt durch Begegnungen mit Luigi Nono und Helmut Lachenmann sowie durch die Beschäftigung mit elektroakustischer Musik am Pariser IRCAM. In einem Essay Babel felix beschrieb er die heutige postmoderne Situation als Angebot für Komponisten, die Vielfalt der vorhandenen Materialien nutzen zu lernen, »um unsere Sensibilität zu befreien und schließlich die Einzigartigkeit jeder Erfahrung zu bemerken«. Als Gervasoni im April 2000 dem US-amerikanischen Dichter und Pulitzer-Preisträger Philip Levine begegnete, entstand in ihm der Wunsch, dessen Gedichte zu vertonen. Auf seine Bitte hin schuf Levine ihm zu diesem Zweck einige Vorlagen. »Die fünf Gedichte von Godspell, die ich für einen konzentriert verdichteten Zyklus halte, haben mich dazu gebracht, mein musikalisches Denken an Levines ironische, manchmal parodistische Stimme anzupassen.« Obwohl das altenglische und auch in der Bibel verwendete Wort »Godspell« so viel bedeutet wie »Frohe Botschaft« , bringen die Gedichte eine pessimistische Weltsicht zum Ausdruck. Die im Titel ausgesprochene Hoffnung wird vom Text unterlaufen. So handelt Gospel von einem Evangelium aus »gewichtslosen« Worten, Growing Season von einem Herbst ohne Ernte. »Ich habe versucht, ein expressives Äquivalent zu Levines poetischer Haltung und der Struktur seiner Gedichte zu schaffen, insbesondere bezüglich ihres dichten Netzwerks innerer Bezüge.« Die Sängerin, die auch eine Trinidad Steel Drum bedient, wechselt zwischen Singen, Sprechen und Flüstern und verbindet in Growing Season diese Vortragsarten sogar zu einem dreistimmigen Kanon. Godspell entstand als Auftragswerk für die Wittener Tage für neue Kammermusik, wo im April 2002 die Uraufführung stattfand.

Blendende Morgensonne: At First Light von George Benjamin

George Benjamin war 1976 der letzte Student, den Olivier Messiaen noch in seine Klasse am Pariser Konservatorium aufnahm. Der französische Komponist war damals 68 Jahre alt, sein britischer Schüler gerade 16. Schon in der ersten Stunde, als der Lehrer Debussys Prélude à l’après-midi d’un faune analysierte, bemerkte Benjamin dessen Klangsinn, sein immer wieder erkennbares Streben nach Schönheit. Messiaen bezeichnete Benjamin als seinen Lieblingsschüler, dessen Begabung er sogar mit der des jungen Mozart verglich. Zu Benjamins Orchesterwerk Ringed by the Flat Horizon erklärte er: »Sein Urteilsvermögen bei der Wahl der Klangfarben, Harmonien und Rhythmen ist außergewöhnlich, die Form absolut gemeistert.« Die neuere Komposition At First Light zeige, so Messiaen, dieselben Qualitäten in noch höherem Maße.

Ein Gemälde in der Londoner Tate Gallery, William Turners 1845 entstandenes Ölbild Norham Castle, Sunrise hatte George Benjamin zu diesem Werk angeregt. Es zeigt eine an der englisch-schottischen Grenze gelegene Burgruine, die der Maler mehrfach auf die Leinwand gebannt hat. Dabei malte er das Gebäude im gleißenden Gegenlicht der Morgensonne, welches die Konturen auflöst. Der Übergang vom Gegenständlichen zur Abstraktion, den schon die Impressionisten an Turners späten Bildern bewundert hatten, zog auch den Komponisten an. »Was mir an diesem wunderschönen Gemälde sofort auffiel, war die Art und Weise, in der feste Gegenstände – Felder, Kühe und die Burg selbst – unter dem intensiven Sonnenlicht praktisch geschmolzen zu sein scheinen. Es ist, als sei die Farbe noch nass.« Diese Beobachtung wurde zur Grundlage einer Musik der Auflösungsprozesse. »Ein ›fester Gegenstand‹ kann als eine klar umrissene musikalische Phrase gebildet werden. Diese kann ›geschmolzen‹ werden in ein fließendes, nebelhaftes Klangkontinuum. Es kann alle Arten der Transformation und Interaktion zwischen diesen beiden Schreibweisen geben.« Benjamins musikalische Betrachtung der Morgendämmerung mit ihren Farben und Geräuschen besteht aus drei Sätzen. In der kurzen Eröffnung verwandeln sich Blechbläsersignale in verschwommene Klangflächen. »Nach einer Pause folgt der ausgedehnte zweite Satz, der selbst in mehrere kontrastierende Abschnitte unterteilt ist, voll von plötzlichen Wechseln in Stimmung und Spannung. Der unmittelbar folgende Schluss-Satz wird zu einer kontinuierlich fließenden Linie, die durch immer mehr nachhallende Harmonien beleuchtet wird.« At First Light wurde 1982 vom Ensemble London Sinfonietta unter Simon Rattles Leitung uraufgeführt.

Gesang der Grillen: Insect Concerto von Gregor Mayrhofer

Medienberichte über das langsame Aussterben der Insekten haben den 1987 in München geborenen Komponisten Gregor Mayrhofer alarmiert. »Insekten sind einer der wichtigsten Teile unseres gesamten Naturkreislaufs; sie dienen nicht nur als Nahrungsmittel für Vögel, sondern auch als Bestäuber. Wir werden einfach keine Früchte mehr haben, wenn die Insekten nicht mehr da sind; der ganze Kreislauf wird zusammenbrechen. Das ist leider noch nicht wirklich im Bewusstsein verankert.« Um auf diese verhängnisvollen Umweltschäden aufmerksam zu machen, schrieb Mayrhofer, der Komposition, Dirigieren und Gehörbildung in München, Paris und Düsseldorf studierte, im Frühjahr 2018 ein Insektenkonzert. Er untersuchte dazu den für ihn besonders reizvollen »Gesang« der Grillen oder Heuschrecken, ihr Zirpen, das durch rasches Flügelreiben entsteht. »Wenn man sich wirklich die einzelnen Grillen einmal anhört, merkt man, wie groß die Vielfalt der Klänge eigentlich ist.« In seinem Insektenkonzert kommt es zu einem musikalischen Dialog originaler Grillenklänge mit instrumental imitierten.

Zu Beginn ahmen Streicher das leise Geräusch des Flügelschlagens nach, indem sie ihre Bögen durch die Luft schwingen. Bald hört man via Originalton-Zuspielung einzelne echte Grillen, deren Zirpgeräusche die hohen Violinen wiederum sogleich imitieren. Dazu werden die Bögen mit der sogenannten Ricochet-Technik auf die Saiten geworfen. Kurze melodische Figuren der Harfe und der Piccoloflöte wandern in die Trompete, bis in einem Allegro-Teil erstmals Skalenausschnitte zu hören sind. Die erste Violine ahmt mit crescendierenden Intervallen und starkem Vibrato das Sirren einer Mücke nach. Auch im folgenden Lento misterioso und schließlich im Presto misterioso erweitert sich allmählich der Klangraum, auch Tempo und Dynamik steigern sich. Die kräftigen Glissandi von Harfen und Blech ebben dann jedoch ab, bis zum Schluss nur noch das leise Geräusch des Flügelschlagens zu hören ist. Gregor Mayrhofer hat sein Insektenkonzert dem World Wildlife Fund WWF gewidmet und stellt zudem dieser Umweltschutzorganisation den Erlös aus den Aufführungen zur Verfügung.

Tönende Sphären: Kammersymphonie von Franz Schreker

Franz Schreker, der 1912 mit der gefeierten Frankfurter Uraufführung seiner Oper Der ferne Klang den Durchbruch als Komponist erlebte, suchte stets nach neuen Klängen und nach bislang ungehörten Orchesterfarben. Im Sommer 1915 entwarf er als neues Bühnenwerk die Oper Die tönenden Sphären, die von einem Klang- und Geräuschesammler handelt. Schreker vollendete diese Oper, die als Gegenentwurf zum Weltkrieg mit einer Friedensvision schließen sollte, allerdings nie. Musikalische Motive daraus übernahm er aber in seine Kammersymphonie, die er 1916 für das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen der Wiener Musikakademie schrieb. Die Besetzung mit sieben Bläsern, elf Streichern, Harfe, Celesta, Harmonium, Klavier, Pauke und Schlagwerk erklärt sich aus diesem Anlass, war das Werk doch für Instrumentallehrer jener Hochschule gedacht. Es wurde im März 1917 zusammen mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker von Professoren jener Musikakademie, an der sein Schöpfer damals unterrichtete, zur Uraufführung gebracht.

Wie Arnold Schönbergs zehn Jahre zuvor entstandene ErsteKammersymphonie besteht auch Schrekers gleichnamige Komposition aus einem einzigen Satz, der in vier Abschnitte – Einleitung, Hauptsatz, Adagio und Scherzo – unterteilt ist. Anders als Schönberg, der mit einem markanten Quartenthema begann, ließ Schreker seine Themen bewusst vage. An ihre Stelle treten Klangsphären. Schon die Einleitung (»langsam, schwebend«) führt mit Flötensignalen über schwirrenden Klängen von Harfe, Celesta, Harmonium und Klavier in eine andere, überaus sinnliche Welt. Die Tonalität bleibt rätselhaft, weshalb Tonartenvorzeichnungen in der ganzen Partitur fehlen. Der Komponist, der das Werk in ersten Skizzen als »Tondichtung« bezeichnet hatte, zielte auf traumhafte Verrätselung und unmerkliche Übergänge. Erst in der Coda fand er vom dunklen Es-Moll über As-Moll zum zart verklingenden D-Dur-Schluss.

Albrecht Dümling

Biografie

Gregor A. Mayrhofer wurde 1987 in München geboren und als Kind im Geigen- und im Klavierspiel unterrichtet. Er studierte Komposition, Dirigieren und Gehörbildung in Paris, München und Düsseldorf, bevor er seine Ausbildung bei Alan Gilbert an der Juilliard School in New York vervollkommnete. Entscheidende künstlerische Impulse erhielt er zudem von Bernard Haitink, Fabio Luisi und Peter Eötvös. Gregor A. Mayrhofer ist zurzeit Dirigierstipendiat der Karajan-Akademie und war in der vergangenen Spielzeit Assistent von Sir Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern. 2015/2016 arbeitete er in gleicher Position beim Ensemble Intercontemporain in Paris, wo er als Einspringer für Pablo Heras-Casado sein Dirigierdebüt in der Pariser Philharmonie 2016 gab. Im Jahr darauf dirigierte er das Ensemble in einem Konzert in der Kölner Philharmonie, in dessen Rahmen u. a. sein Ensemblestück Große Huldigung an das technische Zeitalter uraufgeführt wurde. Mayrhofer arbeitete als Dirigent und Komponist mit zahlreichen international renommierten Orchestern und Ensembles zusammen (SWR Sinfonieorchester, Münchner Symphoniker, Orchester der Lucerne Festival Academy, Ensemble Modern Akademie, Scharoun Ensemble Berlin). Kompositionsaufträge erhielt der Musiker u. a. von der Bayerischen Staatsoper München, dem Bayerischen Rundfunk, den Tiroler Festspielen Erl, dem Siemens Arts Forum und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin. Im Berliner Kammermusiksaal brachte Gregor Mayrhofer im Mai 2018 gemeinsam mit Stipendiaten der Karajan-Akademie das von ihm komponierte Insect Concerto zur Uraufführung – zur Unterstützung der WWF-Kampagne gegen das weltweite Insektensterben. Ende September 2018 war er zuletzt in den Konzerten der Stiftung zu erleben, wiederum mit den Stipendiaten der Karajan-Akademie sowie mit dem philharmonischen Artist in Residence Daniil Trifonov. Auf dem Programm standen u. a. Werke von Alfred Schnittke und Igor Strawinsky.

Sophie Klußmann absolvierte ihr Studium an den Hochschulen für Musik Detmold und Köln bei Thomas Quasthoff und Kelsie Kelly-Moog. Zudem wurde sie viele Jahre von Margreet Honig unterrichtet, heute wird sie stimmlich von Dunja Vejzović betreut. Während ihres Engagements am Opernhaus Halle von 2009 bis 2011 sang die Sopranistin die wichtigen Partien ihres Fachs wie Pamina (Zauberflöte), Cherubino (Le Nozze di Figaro), Nannetta (Falstaff), Dorinda (Orlando), Wellgunde (Rheingold und Götterdämmerung) sowie den Sopranpart von Orffs Carmina Burana. 2013 coverte sie Anna Netrebko als Donna Anna (Don Giovanni) bei den Osterfestspielen Baden-Baden, 2016 gab sie ihr Rollendebüt als Micaëla (Carmen) im chinesischen Wuhan. Ihre darstellerische Intensität verstärkte sich durch die enge Zusammenarbeit mit dem Schauspieler John Malkovich, an dessen Seite Sophie Klußmann über Jahre hinweg in den Musiktheater-Produktionen The Giacomo Variationsund The Infernal Comedy des Wiener Regisseurs Michael Sturminger auf internationalen Bühnen sang. In Konzerten trat die Sängerin mit Orchestern wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Radio-Sinfonieorchester Berlin, dem SWR Symphonieorchester, dem Konzerthausorchester, dem Budapest Festival Orchestra und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz auf. Hierbei arbeitete sie mit Dirigenten wie Marek Janowski, Michael Gielen, Ingo Metzmacher, Michael Sanderling und Karl-Heinz Steffens. Stilistisch deckt Sophie Klußmann ein breites Repertoire ab. So war sie mit führenden Originalklangspezialisten wie Marcus Creed, Václav Luks und Attilio Cremonesi zu erleben, ebenso wie mit dem Ensemble musikFabrik, mit dem sie Werke von György Ligeti und Karl-Heinz Stockhausen aufführte. In den philharmonischen Konzerten gab Sophie Klußmann im März 2015 mit Robert Schumanns Sechs Gesängen op. 107 ihr Debüt, die in einer Transkription für Sopran und Streichquartett von Detlev Glanert erklangen. Es spielten Mitglieder der Berliner Philharmoniker.

(Foto: Peter Adamik)

Sophie Klußmann (Foto: Joachim Gern)