14 Berliner Flötisten (Foto: Sebastian Hänel)

Kammermusik

Wunderbare Flötentöne

Ein Ensemble nur aus Flötisten der großen Berliner Orchester – das war 1996 die Idee von Andreas Blau, damals Soloflötist der Berliner Philharmoniker. Seither bezaubern die 14 Berliner Flötisten, die das gesamte Klangspektrum von der Piccoloflöte über die große Flöte und die Altflöte bis hin zu den Kontrabass- und Subkontrabassflöten abdecken, mit ihrem sanften, nuancenreichen und brillanten Flötenton das Publikum. Das Programm dieses Konzerts, durch das die philharmonische Hornistin und Moderatorin Sarah Willis führt, spannt den Bogen von barocker zu zeitgenössischer Musik.

14 Berliner Flötisten

Andreas Blau Leitung

Sarah Willis Moderation

Werke von Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Ermanno Wolf-Ferrari, Amilcare Ponchielli, Camille Saint-Saëns, Maurice Ravel, Leonard Bernstein, Isao Matsushita und Henry Mancini

Wolfgang Amadeus Mozart

Ouvertüre

Termine und Karten

Programm

Hector Berlioz attestierte der Flöte neben »einer ganz besonderen Fähigkeit für den Ausdruck […] der Demut und Entsagung« auch Klänge von »ernstem und träumerischem Charakter«. Das wohl größte Kompliment machte dem Blasinstrument allerdings Wolfgang Amadeus Mozart, wenn er Tamino in seiner Zauberflöte singen lässt: »Wie stark ist nicht dein Zauberton, / weil, holde Flöte durch dein Spielen / selbst wilde Tiere Freude fühlen.« Dem verzaubernden Flötenton haben sich die Berliner Flötisten verschrieben, die 1996 von Andreas Blau, dem damaligen Soloflötisten der Berliner Philharmoniker, gegründet wurden.

Um eine Formation zusammenstellen zu können, in der das gesamte Klangspektrum von der Piccoloflöte über die große Flöte und die Altflöte bis hin zu den Kontrabass- und Subkontrabassflöten vertreten sein würde, brauchte er außer sämtlichen philharmonischen Flötisten auch Kollegen aus den anderen Berliner Orchestern: der Staatskapelle, dem Deutschen Symphonie-Orchester, den Orchestern der Deutschen und der Komischen Oper sowie dem damaligen Rundfunk-Sinfonieorchester.

Seitdem lassen die Musikerinnen und Musiker den sanften, nuancenreichen und brillanten Flötenton in 14-facher Verstärkung erklingen, innerhalb eines Spektrums von nicht weniger als sieben Oktaven! Das Programm dieses Konzerts, durch das die die philharmonische Hornistin und Moderatorin Sarah Willis führt, besteht aus Werken von Händel, Mozart, Verdi, Wolf-Ferrari, Ponchielli, Saint-Saëns, Ravel, Bernstein, Matsushita und Mancini und enthält Bearbeitungen, die im unverwechselbaren Sound des Ensembles erklingen, sowie Originalwerke, die für die 14 Flötisten entstanden sind.

Über die Musik

Wunderbare Flötentöne

Musik aus fünf Jahrhunderten bearbeitet oder komponiert für Flötenensemble

Hinter dem 15. Türchen des diesjährigen Philharmonischen Adventskalenders leuchten uns heute Abend die festlich glänzenden Instrumente der 14 Berliner Flötisten entgegen, die sich zum alljährlichen humperdinckschen Abendsegen versammelt haben: »Abends, will ich schlafen gehʼn, vierzehn Engel um mich stehʼn,« behaupten Hänsel und Gretel in der Vorweihnachtszeit auf zahlreichen Opernbühnen des Abendlandes, obwohl das dazugehörige Märchen eigentlich gar nicht in der Weihnachtszeit spielen kann, denn im Winter wären ja sämtliche singend durch den nächtlichen Hexenwald irrenden Handlungsträger – jedenfalls zu Humperdincks Zeiten – längst erfroren. 14 flötenblasende Engel beiderlei Geschlechts werden uns also mit einem Programm verzaubern, das man auch zur Sommerzeit genießen könnte. Bis auf Händels Concerto grosso HWW 323 mit seinem ohnehin schon notorisch adventlichen Gepräge erwartet uns mit Musik aus fünf Bühnenstücken, einer Tanzsuite, einem meditativen buddhistischen Stimmungsritual und einem Kriminalfilm begrüßenswert wenig Weihnachtliches in diesen Wochen flächendeckender akustischer Kunstschneeberieselung. Das heutige Programm enthält neben zahlreichen Bearbeitungen auch eine Originalkomposition, nämlich Isao Matsushitas Kaze no Mantra – doch dazu später.

Zu Beginn erklingt zur festlich-virtuosen Gemütseinstimmung Mozarts Figaro-Ouvertüre mit ihren 294 Takten Musik gewordener Lebenslust, die schon so oft in Programmbeilagen erläutert wurde, dass wir uns heute einfach mal wortlos und genießerisch zurücklehnen möchten.

Mit winterfestem Flötenklang

wollʼn wir euch nun vier Sätze lang

die Zeit vertreiben, die vergeht,

wenn Plätzchenduft den Wald durchweht,

in welchem sich der Weihnachtsmann,

falls es ihn gibt, verbergen kann,

um ohne Nikolaus im Nacken

in 14 Röhren Teig zu backen,

aus dem gleich schwarzen Notenwurzeln

Concerti wie das nächste purzeln.

Maurice Ravel schrieb Le Tombeau de Couperin während des Ersten Weltkriegs im Gedenken an sechs im Kampf gefallene Freunde. Gleichzeitig ist die Suite aber auch eine Verneigung vor dem ebenfalls französischen Barockkomponisten François Couperin. Die drei Stücke, die wir heute hören werden, sind heiterer, als der Anlass ihrer Entstehung vermuten lässt, wozu der Ravel anmerkte: »Man muss sich nicht die Brust öffnen, um zu zeigen, dass man ein Herz hat.« Die fast beklemmend anmutige, melancholisch eingetönte Leichtigkeit, mit der er vor rund 100 Jahren seine tiefe und innige Verehrung für den größten französischen Barockmeister in Musik verwandelte, hat der nun in Auszügen folgenden Suite ihren unangefochtenen Rang innerhalb der musikalischen Weltliteratur eingetragen. Bei der Orchestrierung hat Ravel allerdings ausgerechnet der Flöte einen Großteil des kostbaren thematischen Materials vorenthalten und stattdessen allen möglichen Instrumenten anvertraut, insbesondere der geltungssüchtigen Oboe. Joachim Schmeißer aus Plauen im Vogtland – ein Hauptlieferant der Arrangements für unsere 14 Flötisten – wollte diese schöpferische Gedankenlosigkeit nicht auf sich und der Flötenwelt sitzen lassen und schuf als instrumentale Richtigstellung seine Bearbeitung der Sätze Prélude, Menuet undRigaudon für Flötenensemble.

Da der weltberühmte Tanz der Stunden – eine allegorische Balletteinlage aus dem zweiten Akt der Oper La Gioconda – inhaltlich für den Handlungsgang ganz unerheblich ist und mir in der Anfangszeit meiner Tätigkeit als gelegentlicher Conférencier bei Konzerten der 14 Flötisten eher Gelegenheit zur Fantasieentfaltung als zur Bekanntgabe werkrelevanter Informationen bot, entwarf ich im Lauf der vergangenen Jahrzehnte seit Gründung des Ensembles eine Reihe von Texten, die das Publikum in aller Regel so erheiterte, dass es mir die inhaltliche Unzulänglichkeit unter verhaltenem Geschmunzel nachsah. Die nachfolgende Szene ließe sich auch auf Chopins Minutenwalzer anwenden:

»Wie immer hatte sich der Verband der Jahresstunden gleich in den ersten Junitagen zu seiner Hauptkonferenz zusammengefunden, um die Teilnehmer am Mitsommernachtsball zu ermitteln. Im Stimmengewirr waren die einzelnen Wortmeldungen kaum zu unterscheiden: ›Du hast ja schon wieder neue Goldplomben!‹ meinte die Mußestunde zur Morgenstunde. ›Geh mir nicht auf den Zeiger!‹ entgegnete diese und setzte ihre Unterhaltung mit einer älteren Gedenkstunde fort. ›Haste mal ʼne Minute?‹ sülzte das Schäferstündchen und legte zärtlich den Arm um eine wie immer leicht genervte Fahrstunde. ›Ich darf doch nichts trinken!‹ meinte diese gereizt und schloss sich einer unbezahlten Überstunde an. ›Na, kommste heute mal ohne deinen Zähler?‹ strahlte die Sternstunde die Kilowattstunde an, während die Tanzstunde und die Feierstunde schon ein paar gemeinsame Pirouetten auf dem Zifferblatt wagten. Die Fragestunde wischte sich pikiert einen Zeitpunkt aus dem Mundwinkel und meinte: ›Worum gehtʼs eigentlich?‹ … als ganz außer Atem die Sperrstunde den Raum betrat und hervorstieß: ›Um zehn ist Schluss, Leute.‹«

Genießen Sie also – bei einem Gesichtsausdruck Ihrer Wahl – für acht Prunkminuten und 50 Sternsekunden: den Tanz der Stunden.

Das vor 15 Jahren (2003) uraufgeführte Auftragswerk der Berliner Philharmoniker ist den 14 Flötisten gewidmet und besteht aus den zwei Teilen Kaze-no Izanai oder auch Einladung des Windes sowie Kaze-no Mantra, was wir wegen der beträchtlichen Heiligkeit des Wortes Mantra einfach mal der Deutungshoheit Ihrer geschätzten Allgemeinbildung überantworten. Das Stück wird von sämtlichen Rückenwinden des hoffentlich noch eine Weile wirksamen Jetstreams getragen, der auch die 14 Flötisten – allerdings vorwiegend in ihrer Einzelauflösung als Mitglieder reisender Gastorchester – schon so manches liebe Mal nach Japan geblasen hat. Dass der Wind (japanisch »Kaze«, wie aus dem gefürchtet-legendären Kami-Kaze, dem – aus der Sicht der Angreifer – »göttlichen« Wind bekannt) in einer Flötistenversammlung eine tragende Rolle spielt, verwundert nicht. Die heutige Aufführung ist dem Andenken des unvergesslichen Komponisten und Philanthropen, des im September diesen Jahres im Alter von nur 66 Jahren verstorbenen Isao Matsushita gewidmet, der in so vielen Werken seine in den Glaubensgrundlagen des Buddhismus ankernde Sinneswelt auf ein europäisches Instrumentarium übertrug, und auf diese sympathische Weise die west-fernöstlichen Musikwelten ohne stilistische Anbiederung einander näherbrachte.

Aus der gelegentlich etwas respektlosen Sicht von Blechbläsern im Operndienst zählt Verdis Oper Aida wegen ihrer zeitraubenden Anbetungsrituale zur Gattung »Pferdeleiche«. Die belebendsten Passagen spielen sich in den Tanzeinlagen des ersten und zweiten Akts ab, in dem schließlich auch die berühmten einventiligen Aida-Trompeten signalhaft Akzente setzen und im Zusammenwirken mit den musikalischen und schauspielerischen Höhepunkten der Massenszenen für die vielen tief empfundenen, aber langwierigen Zeremonien entschädigen, die den Rest der Oper durchziehen. Das folgende Gedicht ist inhaltlich dem Lied »In der Bar zum Krokodil« nachempfunden und damit für ernsthafte Opernbühnen eher ungeeignet:

Als wir einst im Land Ägypten

als bunte Folge von Gelübden,

die später unsʼre Freundschaft trübten,

bei ziemlich großer Hitze übten,

da ließen uns die Pharaonen

in ihren Pyramiden wohnen.

Frühmorgens kam dann Nofretete

mit ihrer langen Blechtrompete

und blies ein Ständchen für Aida,

die war – weilʼs heiß war – auch schon früh da.

Sie sprach: »Ench Amon, mach mal TUT!«

worauf dann Tut Ench Amon tut,

wie ihm geheißen, nämlich tuten,

bis ihm die zarten Lippen bluten.

Die Tuterei drang bis zum Nil,

den Krokodilʼn dort warʼs zuviel.

»Das hat es früher nicht gegeben!

Wir reisen ab und ziehʼn nach Theben!«

»Jaja,« klagt auch Frau Potiphar,

»der Nil ist nicht, was er mal war!«

Nun, liebe Hörer, gebt schön acht,

was die Musik aus all dem macht.

Ermanno Wolf-Ferraris Oper Der Schmuck der Madonna, ein Beispiel für Verismo ganz persönlicher Prägung, wurde am 23. Dezember 1911 an der Kurfürstenoper hier in Berlin mit beträchtlichem Erfolg uraufgeführt und verschwand im Laufe der nachfolgenden Jahrzehnte – wie bedauerlicherweise die weitaus meisten seiner übrigen Werke – von den Spielplänen unserer Opern- und Konzerthäuser. Wolf-Ferrari, der als Sohn einer Venezianerin und eines deutschen Malers unter dem Namen Hermann Wolf in Venedig geboren wurde und sein ganzes Leben zweisprachig zubrachte, wurde als »Mozart Redivivus«, als Mozarts Wiedergänger gefeiert, wartet aber auf überirdischer Ebene noch immer auf die Wiederbelebung seiner kompositorischen Hinterlassenschaft. Unter all jenen musikgeschichtlich folgenlosen Zeit- und Zunftgenossen Arnold Schönbergs, die sich in der Reihung ihrer zwölftönigen Notenvorräte nicht festlegen mochten, ist Wolf-Ferrari auf dem ertragreichen Gelände der vertonbaren mediterranen Seelenheiterkeit weit vorangeschritten in Richtung Unsterblichkeit – auch wenn sie auf Erden wohl noch eine Weile auf sich warten lässt.

Die heutige Aufführung des Welthits »America« ist ein kleines, leicht verspätetes Ständchen zum 100. Geburtstag Leonard Bernsteins, dessen einziger, aber zunehmend erinnernswerter Auftritt als Dirigent der Neunten Symphonie Gustav Mahlers mit den Berliner Philharmonikern in Kürze 40 Jahre zurückliegen wird. Den meisten Menschen ist Bernstein hauptsächlich als Komponist des Musicals West Side Story bekannt, die in den frühen 1960er-Jahren den Chartknacker »America« in der weit anspruchsloseren Schlagerfassung durch Trini Lopez nach sich zog. Diese Version war mir und meinen damaligen gymnasialen Mitschülern zunächst geläufiger als das polymetrische Original, das in typisch spanischer Manier zwischen Sechsachtel- und Dreivierteltakt wechselte und unserem allmählich anwachsenden Vorrat an leumundsteigernden Fremdwörtern den bis dahin führenden Hämatomen und Hemionen die Hemiole zur Seite stellte, eine nicht immer folgenlose rhythmische Akzentverschiebung, die auch im erzieherischen Vokabular durchreisender Dirigenten längst ihren Platz gefunden hat.

Der Rosarote Panther ist

ein Krimi, den der Komponist

Henry Mancini so vertonte,

dass sich ein Filmbesuch schon lohnte,

wenn man nur wegen der Musik

ins Dunkel eines Kinos stieg.

Mancini hat die Eskapaden

mit reichen Melodien beladen

und das ergiebige Gebiet

der Hollywoodʼschen Movie Suite

um eine Filmmusik erweitert,

die weltenweit das Volk erheitert.

Für seinen Helden Paulchen Panther,

wie er in Deutschland heißt, erfand er

ein Kunstgeflecht beliebter Weisen,

die heutʼ noch um den Erdball reisen

und überall, wo sie erklingen,

das Publikum zum Schwärmen bringen.

Auch Sie gehören jetzt dazu,

wenn 14 Flöten ein Ragout,

ein Potpourri aus rosa Themen

zum lang ersehnten Anlass nehmen,

den Kreis von jungen oder alten

Genießern so zu unterhalten,

dass Sie den Film und seine Weisen

zusammen mit den Flöten preisen,

die – unterstützt vom Atemwind –

hier öffentlich versammelt sind.

Die Suite dauert acht Minuten.

Ich darf mich daher etwas sputen,

damitʼs nicht wieder heißt: »das Dichten

hat sich nach der Musik zu richten« –

(weil ich das oft zu hören kriegʼ).

Drum danke schön, und nun: Musik!

Biografie

Sie sind eines der ausgefallensten Ensembles der Klassikwelt: das 1996 von Andreas Blau, dem damaligen Soloflötisten der Berliner Philharmoniker, gegründete Ensemble der 14 Berliner Flötisten. Eine Formation, die seit ihrem Konzert-Debüt vor über 20 Jahren im Kammermusiksaal der Philharmonie nach wie vor einzigartig ist. Denn die Musikerinnen und Musiker der großen Berliner Symphonie- und Opernorchester widmen sich ausschließlich den vielseitigen Mitgliedern »ihrer« Instrumentenfamilie, die zum Ensemble vereint über eine reiche Palette von Klangfarben verfügen – innerhalb eines Spektrums von nicht weniger als sieben Oktaven! Neben der winzigen Piccoloflöte gibt es nämlich auch große Flöte und Altflöte sowie Kontrabass- und Subkontrabassflöte – letztere ein vierfach gebogenes Ungetüm, das von einem Menschen allein kaum zu transportieren ist. Wie abwechslungsreich ein aus den unterschiedlichsten Flöten bestehendes Ensemble sein kann, haben die 14 Berliner Flötisten bereits bei zahlreichen Auftritten bewiesen. Die Musiker gastierten u. a. bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, beim Kissinger Sommer, beim Rheingau und beim Schleswig-Holstein Musik Festival, bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und den Brandenburgischen Sommerkonzerten sowie in der Kölner Philharmonie. Mangels Originalliteratur für diese Besetzung erklingen in ihren Konzerten hauptsächlich Bearbeitungen von Werken aus allen Epochen. Dabei betätigen sich auch Mitglieder des Ensembles – aktive und ehemalige – als Arrangeure. Inzwischen liegen aber auch zeitgenössische Kompositionen vor, die speziell für das Ensemble entstanden. Mehrere CDs belegen die breite Palette an Ausdrucksmöglichkeiten und die Virtuosität des in dieser Art weltweit einmaligen Flötenensembles.

Als Sohn eines Berliner Philharmonikers hatte Andreas Blau schon frühzeitig die Gelegenheit, Konzerte des Orchesters zu besuchen. Er begann im Alter von 13 Jahren mit dem Flötenunterricht, absolvierte ein Musikstudium an der Hochschule der Künste Berlin (heute Universität der Künste) bei Karl-Heinz Zoeller sowie am National Music Camp in Interlochen, USA. 1969 wurde er im Alter von 20 Jahren Soloflötist der Berliner Philharmoniker, deren Mitglied er bis 2015 war. Als Solist musizierte Andreas Blau unter der Leitung von Dirigenten wie Herbert von Karajan, Claudio Abbado, Yehudi Menuhin und Yannick Nézet-Séguin. Der Gründer und künstlerische Leiter der 14 Berliner Flötisten war Mitglied der Berliner Philharmonischen Bläsersolisten und unterrichtete als Dozent an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. In den Jahren 1983 bis 1985 lehrte er an der Hochschule der Künste Berlin, 2005 erhielt er den Titel Professor h.c. am Konservatorium Shanghai. Außerdem tritt Andreas Blau als gefragter Lehrer bei Meisterkursen in Europa, Asien und den USA in Erscheinung sowie Juror bei internationalen Wettbewerben.

Sarah Willis, eine in den USA geborene Britin, die in Tokio, Boston, Moskau und England aufgewachsen ist, hatte bereits mehrere Jahre Klavierunterricht, bevor sie im Alter von 14 Jahren mit dem Hornspiel begann. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Guildhall School of Music and Drama in London sowie in Berlin bei ihrem jetzigen philharmonischen Kollegen Fergus McWilliam. Zwischen 1991 und 2001 war Sarah Willis als Zweite Hornistin Mitglied der Staatskapelle Berlin. Darüber hinaus spielte sie auch in anderen führenden Orchestern wie dem Chicago Symphony Orchestra und dem Royal Philharmonic Orchestra London. Seit September 2001 gehört Sarah Willis zur Horngruppe der Berliner Philharmoniker. Mit dieser Formation und mit dem Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker, aber auch in anderen Ensembles ist sie kammermusikalisch tätig. Außerdem engagiert sie sich im Education-Programm ihres Orchesters, in dessen Rahmen sie regelmäßig Veranstaltungen moderiert. Nicht zuletzt begeistert sich Sarah Willis für die unterhaltsame Vermittlung von Musik, mit der sie über Fernsehen, digitale Kommunikationskanäle und Social Media ein weltweites Publikum erreicht. Sie ist regelmäßig als Interviewerin und Moderatorin im Fernsehen und in Online-Medien zu sehen, beispielsweise in der Klassik-Sendereihe »Sarah’s Music« der Deutschen Welle.

14 Berliner Flötisten (Foto: Sebastian Hänel)

Sarah Willis (Foto: Sebastian Hänel)

Andreas Blau (Foto: Jim Rakete)