(Foto: Musikfest Berlin)

Musikfest Berlin

Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam

Manfred Honeck Dirigent

Anett Fritsch Sopran

Gastspiel: Amsterdam

Anton Webern

Fünf Sätze für Streichquartett op. 5 (Fassung für Streichorchester)

Alban Berg

Fünf Orchesterlieder nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg op. 4

Anett Fritsch Sopran

Anton Bruckner

Symphonie Nr. 3 d-Moll (3. Fassung von 1889)

Eine Veranstaltung der Berliner Festspiele/Musikfest Berlin

Termine und Karten

Di, 04. Sep 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Online Verkauf

Veranstalter/Kartenverkauf

Berliner Festspiele

Schaperstraße 24
10719 Berlin

Tel: +49 (30) 254 89 100

Fax: +49 (30) 254 89 230

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Programm

Zwei Arten musikalischer (Raum-)Erfahrung werden im Konzertprogramm des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam unter der Leitung von Manfred Honeck durchgespielt, die extensive und die intensive. Die extensive drängt in die Weite, und zwar in allen Bereichen des komponierten Werkes: in Klang, Form, Zeit, Gedankenschichtung und Gestaltmetamorphosen. Bruckners Symphonien führen das expansive Erschließen eines musikalischen Raumes mustergültig vor, jede auf ihre Weise. Die Dritte, die »Wagner-Symphonie«, holt dabei in ihrer ersten Fassung am weitesten aus. Sie beschränkt sich nicht auf ihr angestammtes Gebiet. Bruckner widmete sie dem verehrten Musikdramatiker, und er unterstrich dies durch eine Reihe von Zitaten vor allem aus Tannhäuser, seiner ersten, überwältigenden Begegnung mit »dem Meister«, wie er ihn nannte, und dessen Tonsprache. Theatralisch Erfundenes holte Bruckner in die reine Instrumentalform, den dramatischen Fingerzeig des Bühnenwerkes verwandelt er in den Stoff einer orchestralen Erörterung.

In der späteren Fassung tilgte der Komponist die ausdrücklichen Hinweise auf Wagners Opern, eine »Wagner-Symphonie« blieb die Dritte dennoch. Die frühe Version bietet den Vorzug kühner Unmittelbarkeit und unverstellter Deutlichkeit, sie gewährt einen Einblick in das Laboratorium Bruckners. In ihren Dimensionen und mit ihrer Kombination von erfundenem mit vorgefundenem Material wirkt sie wie ein Manifest jener »neuen Symphonie«, die Gustav Mahler und sein früh verstorbener Freund Hans Rott auf ihre Fahnen schrieben.

Die intensive Erfahrung sucht dagegen nach Mitteln und Wegen, die Vision des großen Raumes in eine Art Magnetkern zu bannen. Weberns kurze Streicherstücke sind Meisterwerke solcher Verdichtung, bei der eine Geste einen ganzen Gedankenkomplex vertritt. Alban Berg durchkreuzt mit seinem Altenberg-Liedern das Pathos des Erhabenen, ohne vom Kunstanspruch etwas zurückzunehmen. Alban Bergs Altenberg-Lieder bannen die Passionen und Ekstasen von Wagners Musikdramen in epigrammatische Kürze, in eine Romantik unter Hochdruck.

(Foto: Musikfest Berlin)

Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam (Foto: Anne Dokter)

Musikfest Berlin 2018

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