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Musikfest Berlin

Alexander Melnikov Klavier

Prélude

Claude Debussy

Préludes pour piano, Livre 1 und Livre 2

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Programm

Das Musikfest beginnt mit einem Vorspiel, einem Klavierabend, der eine Brücke spannt. Claude Debussys 24 Préludes stehen in einer langen Tradition, die in Bachs Wohltemperiertem Klavier und in Chopins Préludes ihre Höhepunkte fand. Zugleich weisen sie, zwischen 1910 und 1913 komponiert, weit in das noch unbekannte Terrain des damals beginnenden 20. Jahrhunderts voraus. Was Pierre Boulez über das (Orchester-)Prélude L’Après-midi d’un faune sagte – nämlich dass damit die Moderne begonnen habe –, gilt auch für die Klavierstücke dieses Genres.

Debussy betont dabei die Einzigartigkeit jedes einzelnen Préludes, denn er gruppiert sie nicht nach einer Tonartenordnung wie Bach und Chopin, bemüht sich nicht einmal darum, sie alle zu durchmessen. Tonarten haben als übergeordnetes Prinzip hier ausgedient. Zusammenhang ergibt sich aus der Erfahrung der Konstellationen, nicht durch eine vorab benennbare Ordnung. Debussy schrieb Charakterstücke und Studien über die Suggestionskraft des Klavierklangs. Darauf deuten etliche Titel hin, die er den Stücken gab, wie Voiles (Segel), Le vent dans la plaine (Der Wind in der Ebene), Ce qu’a vu le vent d’ouest (Was der Westwind sah), La cathédrale engloutie (Die versunkene Kathedrale), Brouillards (Nebel), Feuilles mortes (Welke Blätter), Feux d’artifice (Feuerwerk). Er schrieb sie allerdings nicht über die Kompositionen, sondern dahinter, gleichsam als Stoff zum Nachdenken im ganz wörtlichen Sinn.

Debussy starb 1918, im Jahr der tiefen Zäsur in Europas Geschichte. Die alte Ordnung war zerbrochen, das Ringen um eine neue wurde zum Ernstfall. Als Äußerung des menschlichen Geistes blickte die Kunst zum Teil über die große Kluft hinweg, noch ehe sie sich auftat. Debussys Musik mit ihrem Drang nach fließender Form und genauer Prägnanz schlug die Brücke über die Nachkriegszeiten, noch ehe sie begannen.

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Musikfest Berlin 2018

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