David Riniker (Foto: Sebastian Hänel)

Kammermusik

Kammermusik mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker

David Riniker, seit 1995 Mitglied der Berliner Philharmoniker, ist nicht nur ein hervorragender Cellist, sondern auch ein versierter Arrangeur. Er hat eine Reihe von Stücken für kleinere Besetzungen eingerichtet, von denen schon viele in Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker aufgeführt wurden. An diesem Abend führen David Riniker und seine philharmonischen Kollegen Kammermusik-Arrangements u. a. von Debussys Clair de lune und Pietro Mascagnis Intermezzo sinfonico aus der Oper Cavalleria rusticana auf. Ein weiteres Highlight des Abends: die Ravel-Adaption Ravel Remixed von Henrik Schwarz.

Mathieu Dufour Flöte

Sarah Willis Horn

Luis Esnaola Violine

Anna Mehlin Violine

Martin von der Nahmer Viola

David Riniker Violoncello

Jan Schlichte Schlagzeug

Henrik Schwarz Computer

Claude Debussy

Suite bergamasque: Nr. 3 Clair de lune (Bearbeitung von David Riniker)

Franz Doppler

Souvenir du Rigi op. 34 (Bearbeitung von David Riniker)

Giacomo Puccini

Crisantemi

Pietro Mascagni

Intermezzo sinfonico aus der Oper Cavalleria rusticana (Bearbeitung von David Riniker)

Claude Debussy

Petite Suite (Bearbeitung von David Riniker)

Maurice Ravel

Le Tombeau de Couperin (Bearbeitung von David Riniker)

Henrik Schwarz

Ravel Remixed

Termine und Karten

Mo, 03. Jun 2019, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie Q

Programm

Als sich David Riniker 1994 um ein Stipendium an der philharmonischen Karajan-Akademie bewarb, hätte er nicht im Traum gedacht, dass er ein Jahr später als Cellist bei den Berliner Philharmonikern mitspielen würde. Beim Akademie-Probespiel wurde er gleich gebeten, anderntags zum Probespiel für die freie Cellostelle im Orchester zu erscheinen – mit Erfolg: 1995 wurde der gebürtige Schweizer in die Reihen der Philharmoniker aufgenommen. Zudem bereichert er die Literatur für kleinere Besetzungen durch eigene Bearbeitungen, von denen schon viele in Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker aufgeführt wurden. So auch an diesem Abend, den David Riniker mit seinen philharmonischen Kollegen Mathieu Dufour (Flöte), Sarah Willis (Horn), Luis Esnaola und Anna Mehlin (Violine) und Martin von der Nahmer (Viola) bestreitet.

Eingeleitet wird das Konzert, an dem gleich fünf seiner Kammermusik-Arrangements auf dem Programm stehen, von Clair de lune, dem wohl berühmtesten Klavierstück Claude Debussys, das u. a. schon André Caplet, Marius Constant und Leopold Stokowski für große Besetzung bearbeitet haben: ein überaus poetisches Werk mit zart schwebenden Klängen, wogenden Arpeggien und hingeworfenen Einzeltönen. Neben Debussys tänzerischer Petite Suite stehen Franz Dopplers klingende Alpenszene Souvenir du Rigi, Pietro Mascagnis verträumtes Intermezzo sinfonico aus der Oper Cavalleria rusticana sowie Auszüge aus Maurice Ravels Barock-Hommage Le Tombeau de Couperin auf dem Programm. Ein weiteres Highlight des Abends: die Ravel-Adaption Ravel Remixed von Henrik Schwarz.

Über die Musik

Von der Kunst des Arrangierens

Werke von Doppler, Puccini, Mascagni, Debussy und Ravel sowie ein Remix von Henrik Schwarz

Bekannte Werke im neuen Sound – so lautet das Motto für fast alle Stücke des heutigen Konzerts. Das Programm enthält zum großen Teil Kompositionen, die zu den beliebten und häufig gespielten Stücken des Klavier- und Kammermusikrepertoires zählen. Und doch: In der Besetzung, in der einige von ihnen an diesem Abend aufgeführt werden, präsentieren sie sich ungewohnt anders. Das aus Streichquartett sowie Flöte, Horn und Schlagzeug bestehende Ensemble entspricht so gar nicht einer der gängigen Zusammensetzungen und entstand aus einer eher zufälligen Situation: Der Cellist David Riniker, seit 1995 Mitglied der Berliner Philharmoniker, war mit fünf Kollegen zu einer Orchesterarbeitsphase unterwegs. Die Musiker wollten gerne etwas zusammen spielen, doch für die Besetzung von Flöte, Horn und Streichquartett gab es nichts Passendes. Da entschied sich David Riniker kurzerhand, einige Stücke für diese Ad-hoc-Formation zu bearbeiten. Das Transkribieren und Arrangieren von Kompositionen interessiert den Cellisten seit seiner Jugend. »Ich war 15 Jahre, als ich aus harmonischer Neugierde, wie das mit der ›Scala enigmatica‹, der rätselhaften Tonleiter, so funktionieren möge, das »Ave Maria« aus Giuseppe Verdis Quattro pezzi sacri von der Schallplatte abgehört und auf Notenpapier aufgezeichnet habe«, erzählt der Musiker. »Ich hätte die Noten des Stücks natürlich auch kaufen können, aber dieses Hören und Aufschreiben faszinierte mich und wurde fortan zu meinem Steckenpferd.«

Mittlerweile ist David Riniker ein versierter Arrangeur, der mit modernsten Notenprogrammen arbeitet und regelmäßig für verschiedene Ensembles der Berliner Philharmoniker, beispielsweise die 12 Cellisten, Kompositionen einrichtet. »Ich bin ein Bearbeiter, der sich streng an den Notentext hält. Mir geht es vor allem darum, in der jeweiligen Besetzung das zu realisieren, was der Komponist gewollt hat.« Scheint einfach, ist es aber nicht. Denn es gilt, mit den wenigen zur Verfügung stehenden Stimmen ein optimales, möglichst opulentes Klangergebnis zu erzielen. David Riniker umschreibt seine Arbeit mit folgenden Worten: »Es geht immer um die Frage: Wer spielt was und wo habe ich noch wen zur Verfügung? Wie kann man am Besten von einer Stimme zur anderen wechseln, ohne dass der Bläser keine Zeit mehr hat zu atmen oder dem Streicher der Bogen nicht mehr reicht.« Hätte der Cellist die freie Wahl der Besetzung gehabt, dann wären ihm durchaus noch ein Kontrabass für die klangliche Tiefe und einige zusätzliche Bläser für den Klangfarbenreichtum willkommen gewesen. Doch die Beschränkung machte ihn erfinderisch. »Bei unserer Besetzung mit nur sechs Instrumenten denkt man zuerst, die können gar nicht so einen Klangfarbenreichtum produzieren. Aber es funktioniert doch! Es gibt erstaunliche Effekte«, freut er sich. Dabei kommt dem Horn, das David Riniker wegen seiner klanglichen Flexibilität als »Chamäleon des Orchesters« bezeichnet, eine besondere Rolle zu: »Es übernimmt in diesen Bearbeitungen oft Kontrabassfunktion, dann muss es wieder in die hohe Lage wechseln. Es ist für den Spieler sehr anspruchsvoll.«

Nah am Original: Franz Doppler

Der Grad der Bearbeitung hängt dabei stets von der Vorlage ab. Franz Dopplers Souvenir du Rigi op. 34 darf fast als Originalwerk bezeichnet werden. Der aus Lemberg (heute: Lwiw) stammende Komponist, einer der brillantesten Flötisten des 19. Jahrhunderts, hat eine Reihe ebenso eingängiger wie virtuoser Salonstücke für sein Instrument hinterlassen und schrieb diese Idylle für Flöte, Horn und Klavier. Da die Bläserstimmen bereits vorhanden waren, galt es »nur« den Klavierpart auf die vier Streicher zu verteilen. Sie liefern die klangliche Basis für ein Zwiegespräch zwischen Flöte und Horn, wobei Doppler wirkungsvoll die Charakteristika beider Instrumente gegenüberstellt: Hier die bewegliche, quirlige Flöte, dort das ruhige, gemütvolle Horn. Das Stück beginnt mit einem langsamen, pastoral anmutenden Andantino, im lebhaften Mittelteil vereinen sich die beiden Bläser, um gemeinsam eine beschwingte, fröhliche Melodie vorzutragen; zum Schluss kehrt wieder eine ruhige Stimmung ein, man glaubt in der Abenddämmerung Vögel zwitschern und aus der Ferne das Muhen der Kühe zu hören. An dieser Stelle verlangt Doppler vom Pianisten, dass er auch noch ein Glöckchen in C erklingen lässt. Da keiner der Streicher das ausführend kann, kommt hier noch für wenige Takte ein Schlagzeuger ins Spiel.

Zwei italienische Opernkomponisten: Giacomo Puccini und Pietro Mascagni

Eines der beiden Originalwerke in diesem Konzert, der Streichquartettsatz Crisantemi, stammt von Giacomo Puccini, einem Komponisten, den man ausschließlich durch seine Opern kennt. Bereits die titelgebenden Chrysanthemen, die als Trauerblumen gelten, verweisen auf den Anlass der Entstehung: Puccini schrieb das elegische Stück mit seinem aufstrebenden chromatischen Anfangsmotiv 1890 als Trauermusik zum Tod des befreundeten Herzogs Amadeus von Savoyen. Drei Jahre später »recycelte« er das kleine Opus und verwendete es für die Sterbeszene der Titelheldin in seiner Oper Manon Lescaut, mit der dem damals noch wenig bekannten Komponisten der internationale Durchbruch gelang.

Und noch ein weiterer italienischer Opernkomponist steuert einen Programmpunkt in dem heutigen Konzert bei: Pietro Mascagnis Ruhm gründet nur auf einem einzigen Werk, dem Einakter Cavalleria rusticana, der als Prototyp einer Oper des Verismus gilt. Knapp, schonungs- und gnadenlos ist die Geschichte, die ein Eifersuchtsdrama mit tödlichem Ausgang im Mileu sizilianischer Bauern erzählt. Mit dem Intermezzo sinfonico, das die fromme Stimmung eines Ostersonntagmorgens beschreibt, schuf Mascagni in dem Drama einen kontemplativen, lyrischen Ruhepunkt, bevor die Handlung auf ihr blutiges Ende zusteuert. Das Intermezzo avancierte zu einem der meistaufgeführten symphonischen Stücke und fand sogar Eingang in den Film, denn es begleitet die große Sterbeszene am Schluss von Francis Ford Coppolas dreiteiliger Mafia- und Familien-Saga Der Pate.

Vom Klavier zum Orchestersatz: Claude Debussy und Maurice Ravel

Ein Film war es auch, der David Riniker auf die Idee brachte, Claude Debussys Clair de lune für Kammermusikensemble zu bearbeiten. Das Stück, das den dritten Satz der für Klavier komponierten Suite bergamasque bildet, ist eines der bekanntesten Werke des französischen Komponisten und ein Beispiel für dessen frühimpressionistische Klangsprache. Mit duftigen, schwebenden Akkorden beschreibt Debussy das Vorüberziehen des Monds. Diese verträumte Miniatur wird gerne als Filmmusik verwendet, etwa am Schluss der Gaunerkomödie Oceanʼs Eleven. Dort ist sie zunächst in ihrer originalen Version für Klavier zu hören, um dann in einer farbenreichen Orchesterfassung aufzugehen. Inspiriert von dieser Szene wollte David Riniker den üppigen Klang des Orchesters in seiner Kammermusikbearbeitung einfangen. Debussys Petite Suite, die 1888/1889 als Komposition für Klavier zu vier Händen entstand, hat den Cellisten immer wieder zu Bearbeitungen für verschiedene Besetzungen angeregt. Der erste Satz (En Bateau) beschreibt die schaukelnde Bewegung eines Boots auf dem Wasser. Hier stellte sich für David Riniker die Frage, wie sich ohne Klavier das gleichmäßige Spiel der Wellen wiedergeben ließe. »Es gibt kein Instrument, das diese Wellenbewegung durchgehend gestalten kann, das Cello müsste zu hoch hinauf, die Bratsche kommt nicht so tief hinab, also musste ich eine Mischung zwischen den beiden Instrumenten finden.«

Besonders spannend ist für David Riniker das Arrangieren der Musik von Maurice Ravel. »Ravel komponierte fast alle seine Stücke zunächst für Klavier und hat sie anschließend selbst instrumentiert. Es gibt also meistens von einem Werk zwei Versionen, die ich vergleichen kann. Das ist hochinteressant und ich lerne daraus, wie er bestimmte Probleme löst. Beispielsweise verlängert Ravel in den Orchesterfassungen manche Passagen, weil das Orchester mehr Raum braucht, um seinen großen Klang zu entfalten.« Das Tombeau de Couperin entstand in den Jahren 1914 bis 1917, also während des Erstens Weltkriegs, als sechssätzige Suite für Klavier. Ravel setzte sich damals intensiv mit der Musik des Barock auseinander, vor allem mit den Tänzen jener Zeit sowie den Kompositionen François Couperins, ließ sich von deren formalen und melodischen Aspekten inspirieren, die er in seinen eigenen Stil transformierte. Auch der Name des Werks lehnt sich an barocke Vorbilder an: Als »Tombeau« bezeichneten französische Komponisten im 18. Jahrhundert eine Trauermusik für einen verstorbenen Kollegen. Ravels Tombeau ist eine Hommage an die Gefallenen des Weltkriegs, jeden Satz widmete er einem verstorbenen Freund. 1919 transkribierte der Komponist vier der sechs Sätze für Orchester. Für seine eigene Bearbeitung benutzte David Riniker beide Versionen, näherte sich seinem Arrangement sozusagen von zwei Seiten. Dabei gab es so manche Überraschung: Das Prélude beginnt in der Orchesterfassung mit einem Oboensolo, das zu den heiklen Stellen für dieses Instrument gehört. »Das Solo habe ich hier der Flöte gegeben und sie spielt diese Stelle ganz mühelos«, freut sich Riniker. Der Cellist bewundert, welche umfassenden Kenntnisse Ravel von den verschiedenen Instrumenten besaß und wie wirkungsvoll er sie einzusetzen wusste. Bis auf den Grund von Ravels Kompositionsprozessen vorzustoßen und sie zu durchschauen, empfindet David Riniker als sehr beglückend.

Verhüllung und Klarheit: Ravel Remixed

Eine ganz andere Herangehensweise an das Thema Bearbeitung hat der Komponist, Sound Designer und Produzent Henrik Schwarz. Für ihn stellt sich dabei immer die Frage: »Was kann ich vom Original weglassen und wie den freien Raum für Neues nutzen?« Das Original dient als Inspirationsquelle und Ausgangspunkt für seine eigenen Kreationen. Der vom Bodensee stammende Henrik Schwarz begann seine Karriere als DJ, legte in zahlreichen angesagten Clubs auf, mixte Sounds und entwickelte ein Gespür für den Klang unserer Zeit, zu dem für ihn die akustischen Möglichkeiten des Computers einfach dazugehören. Heute gilt er als einer der spannendsten Live-Laptop Performer, der mit vielen namhaften Künstlern aus der Pop- und Jazz-Szene zusammenarbeitet. Als bei einer Podiumsdiskussion er und die philharmonische Hornistin Sarah Willis aufeinandertrafen, entstand ein lebhafter Austausch darüber, wie sich grenzüberschreitend elektronische und klassische Musik kombinieren lassen. Die Idee zu Ravel Remixed war geboren. Was Henrik Schwarz mit David Riniker verbindet? Die Bewunderung und Hochachtung vor Maurice Ravel. »Für mich ist Ravel der Größte überhaupt«, meint Schwarz. »Was mich am meisten fasziniert: Vieles von dem, was Ravel macht, verstehe ich nicht. Er schafft es auf wundersame Weise, dass man glaubt, es erklingen mehr Noten als tatsächlich da sind. Es schillert immer. Ein wenig wie ein Vogel- oder Fischschwarm. Alles ist immer in Bewegung. Es ist sehr komplex und hat dabei eine unvergleichliche Leichtigkeit.« Es sind die Ravels Kompositionen vereinten Gegensätze, die es Henrik Schwarz angetan haben und seine schöpferische Arbeit beflügeln: Nebel und Sonne, Verhüllung und Klarheit, Diffusion und Präzision – diese Assoziationen kommen ihm, wenn er die Musik des Franzosen hört. »Er springt meisterhaft zwischen diesen Polen hin und her. Man versucht immer, die klaren Momente zu greifen und schafft es nicht. Sehr faszinierend.« Vor allem diese Kontraste gilt es für ihn als Laptop-Performer zu erforschen. »Der Computer steht natürlich für Präzision und Klarheit – mit Diffusion, Verhüllung und vagen Zuständen kennt er sich dagegen nicht in gleichem Maße aus. Allerdings kann der Computer auch sehr gut Schwärme simulieren und diese präzise berechnen. Das wirkt äußerst ästhetisch. Elektronische Klänge und Algorithmen können klassische Instrumentierungen mit neuen Farben versehen. Das Spektrum wird nach oben und unten erweitert. Diesbezüglich stehen wir noch ziemlich am Anfang, da gibt es noch viel zu entdecken ...«

Nicole Restle

Biografie

Mathieu Dufour stammt aus Paris und spielt seit seinem achten Lebensjahr Flöte. Er studierte zunächst bei Madeleine Chassang, später bei Maxence Larrieu am Conservatoire National Supérieur de Musique in Lyon. Er hat zahlreiche Wettbewerbe gewonnen, darunter 1990 den Internationalen Flötenwettbewerb »Jean-Pierre Rampal«. Seine berufliche Laufbahn begann der Künstler 1993 als Soloflötist des Orchestre National du Capitole de Toulouse. 1996 wechselte er in gleicher Position zum Orchestre de l’Opéra national de Paris, bevor ihn Daniel Barenboim 1999 als Soloflötist zum Chicago Symphony Orchestra holte. Neben seiner Orchestertätigkeit ist er vielfach als Solist aufgetreten, u. a. unter der Leitung von Daniel Barenboim, Pierre Boulez, Christoph Eschenbach und Fabio Luisi. Im Bereich der Kammermusik arbeitet Mathieu Dufour mit Mitsuko Uchida, Pinchas Zukerman, dem Kalichstein-Laredo-Robinson Trio und Julia Fischer zusammen. Seit September 2015 ist er als Nachfolger von Andreas Blau Soloflötist bei den Berliner Philharmonikern.

Luis Esnaola López, in Madrid geboren, studierte zunächst am New England Conservatory bei Donald Weilerstein, bevor er seine Ausbildung 2009 an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin bei Antje Weithaas fortsetzte und dort drei Jahre später den Master-Abschluss erhielt. Noch während seiner Ausbildung erhielt der Geiger ein Stipendium an der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker und wurde Schüler von Christophe Horák. Weitere wichtige Impulse erhielt er in Meisterkursen bei Dorothy DeLay, Itzhak Perlman, Rainer Kussmaul und Christian Tetzlaff. Orchestererfahrung erwarb sich der Preisträger verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe bei den Berliner Philharmonikern als deren Akademie-Stipendiat sowie als Stimmführer der Zweiten Geigen im Tonhalle-Orchester Zürich. Seit September 2016 gehört Luis Esnaola López bei den Berliner Philharmonikern der Gruppe der Ersten Geigenan . Außerdem ist er als Kammermusiker und Solist tätig.

Anna Luisa Mehlin, in Düsseldorf geboren, absolvierte ihr Violinstudium bei Friedemann Eichhorn an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar sowie bei Antje Weithaas an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin. Ergänzend besuchte sie Meisterkurse bei Mauricio Fuks, Joshua Bell, Mihaela Martin und Mark Kaplan. Ihre Ausbildung wurde durch mehrere Stipendien unterstützt, u. a. von der Deutschen Stiftung Musikleben und der Villa Musica Rheinland-Pfalz.Anna Luisa Mehlin ist Preisträgerin verschiedener Wettbewerbe, etwa des Artistic Merit Award der Indiana University und des internationalen Violinwettbewerbs »Grand Dominique«. Sie sammelte erste Orchestererfahrung im Jugendsinfonieorchester der Tonhalle Düsseldorf und in der Deutschen Streicherphilharmonie. 2015 kam sie als Stipendiatin an die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, wo sie von Christian Stadelmann unterrichtet wurde. 2016 gewann Anna Luisa Mehlin das Probespiel für die Stelle in der Gruppe der Zweiten Violinen, der sie seit Januar 2017 angehört. Zudem engagiert sie sich bei den Berliner Barock Solisten.

Martin von der Nahmer, geboren in Wuppertal, spielte bereits fünf Jahre Geige, bevor er als Elfjähriger zur Bratsche wechselte. Er wurde zunächst Schüler von Konrad Grahe an der Essener Folkwang-Hochschule. Von 1999 bis 2004 folgte ein Studium bei Hartmut Rohde an der Universität der Künste in Berlin. Schon im Verlauf seiner Ausbildung trat Martin von der Nahmer als Solist mit der Philharmonia Hungarica und dem Landesjugendorchester Nordrhein-Westfalen auf. Zudem absolvierte er vor Studienabschluss ein Probespiel bei den Berliner Philharmonikern, die ihn im Mai 2004 in ihre Bratschengruppe aufnahmen. Mit Passion widmet sich Martin von der Nahmer auch der Kammermusik, beispielsweise im Ensemble Violentango. Gemeinsam mit philharmonischen Kollegen gründete er überdies in der Saison 2012/2013 das Varian Fry Quartett.

David Riniker, 1970 in der Schweiz geboren, studierte in seiner Heimatstadt Basel bei Jean-Paul Guéneux und António Menèses. Meisterkurse bei Arto Noras, Boris Pergamenschikow, Wolfgang Boettcher und David Geringas rundeten seine Ausbildung ab. Der Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe vertrat 1988 die Schweiz beim Vierten Young Musicians Eurovisionswettbewerb in Amsterdam und wurde ein Jahr darauf beim Europäischen Preis der Jugend in Varna (Bulgarien) mit dem Dritten Preis ausgezeichnet. Seit 1995 ist David Riniker Mitglied der Berliner Philharmoniker. Neben seiner Tätigkeit im Orchester konzertiert er als Solist und Kammermusiker in vielen Ländern Europas sowie in den USA und Japan. Er ist Mitglied der 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, des Feininger Trios und des Breuninger Quartetts. Außerdem arrangiert und bearbeitet er Werke für verschiedene Besetzungen, die auch in Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker aufgeführt wurden.

Jan Schlichte, 1972 in Frankfurt am Main geboren, fand über das Klavierspiel den Weg zum Schlagzeug. Von 1991 an studierte er in seiner Heimatstadt und später an der Musikhochschule in Trossingen. Dort wurde er von Franz Lang und Rainer Seegers, dem Pauker der Berliner Philharmoniker, unterrichtet, der neben Franz Schindlbeck auch sein Lehrer an der Karajan-Akademie war. Orchestererfahrung sammelte Jan Schlichte u. a. in der Jungen Deutschen Philharmonie und im Rundfunkorchester des Südwestfunks, bevor er im September 1998 zu den Berliner Philharmonikern kam. Sein besonderes Interesse an der zeitgenössischen Kammermusik für Klavier und Schlagzeug führte nach Konzerten auf verschiedenen Festivals zur Gründung des philharmonischen Ensembles KlangArt Berlin. Außerdem musiziert Jan Schlichte im Kammerensemble für Neue Musik Berlin. Als Dozent war er an einem musikpädagogischen Projekt in Venezuela beteiligt.

Der international renommierte DJ, Clubmusik-Pionier und Musikproduzent Henrik Schwarz ist bekannt für seinen eklektischen musikalischen Ansatz bei Komposition und Soundgestaltung. Als Produzent und Performer schafft er erfolgreich den künstlerischen Dreisprung zwischen Elektronischer Musik, Klassik und Jazz. Seit 2002 entstanden über 100 Musikveröffentlichungen und Produktionen. Dazu zählen Remix-Produktionen für das Who’s who der internationalen Dance Scene. Henrik Schwarz tritt regelmäßig als Musiker und Komponist in renommierten Konzerthäusern und bei bekannten Jazzfestivals in Erscheinung, u. a. mit dem Pianisten Bugge Wesseltoft und dem Bassisten Dan Berglund sowie mit Volker Bertelmann alias Hauschka und Nik Bärtsch. Seit 2010 komponierte er bereits Auftragsarbeiten für das Berliner Staatsballett, die Philharmonie Luxemburg, die Tonhalle Zürich und das Stuttgarter Kammerorchester sowie Musiken für Stummfilm-Klassiker der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Henrik Schwarz betreibt sein eigenes Schallplattenlabel Sunday Music. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker ist er nun erstmals zu Gast.

Sarah Willis, eine in den USA geborene Britin, die in Tokio, Boston, Moskau und England aufgewachsen ist, hatte bereits über längere Zeit Klavierunterricht, bevor sie im Alter von 14 Jahren mit dem Hornspiel begann. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Guildhall School of Music and Drama in London sowie in Berlin bei dem philharmonischen Hornisten Fergus McWilliam. Von 1991 bis 2001 war Sarah Willis als Zweite Hornistin Mitglied der Staatskapelle Berlin. Darüber hinaus spielte sie auch in anderen führenden Orchestern wie dem Chicago Symphony Orchestra, dem London Symphony Orchestra und dem Royal Philharmonic Orchestra. Seit September 2001 gehört Sarah Willis zur Horngruppe der Berliner Philharmoniker. Unter anderem mit dieser Formation und mit dem Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker ist sie kammermusikalisch tätig. Außerdem engagiert sie sich im Education-Programm ihres Orchesters, in dessen Rahmen sie regelmäßig Veranstaltungen moderiert. Nicht zuletzt begeistert sich Sarah Willis für die unterhaltsame Vermittlung von Musik, mit der sie über Fernsehen, digitale Kommunikationskanäle und Social Media ein weltweites Publikum erreicht.

David Riniker (Foto: Sebastian Hänel)

Mathieu Dufour (Foto: Sebastian Hänel)