(Foto: Peter Adamik)

Karajan-Akademie

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Pablo Heras-Casado Dirigent

Sunwook Kim Klavier

Akademie VII

Robert Schumann

Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52

Unsuk Chin

Konzert für Klavier und Orchester

Sunwook Kim Klavier

Maurice Ravel

Le Tombeau de Couperin (Orchesterfassung vom Komponisten)

Wolfgang Amadeus Mozart

Symphonie Nr. 40 g-Moll KV 550

Termine und Karten

Verkaufshinweise

So, 09. Jun 2019, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie KA

Programm

1914 ging Papst Pius X. mit dem Gedanken schwanger, den in seinen Augen unmoralischen Tango durch eine Renaissance weniger sinnlicher Tänze der Vergangenheit aus den Nachtclubs zu verdrängen. Als Spötter par excellence fasste Maurice Ravel daraufhin den Plan, eine Komposition des französischen Barockkomponisten François Couperin so zu bearbeiten, dass sie »im Vatikan von [der Cabaret-Sängerin] Mistinguett und [der Chansonette] Colette in Männerkleidung getanzt« werden könne. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs, den Ravel bis zu seiner frühzeitigen Entlassung aus dem Militärdienst als Kraftfahrer an der Front erlebte, setzte einen Schlussstrich unter das subversive Vorhaben: Seine mittlerweile auf mehrere Sätze angewachsenen Couperin-Bearbeitungen widmete er 1917 dem Andenken an im Krieg gefallene Kameraden.

Ravels in allen nur denkbaren Valeurs schillernde Musik findet in diesem Konzert der Karajan-Akademie ein Pendant im Klavierkonzert der koreanischen, in Berlin lebenden Komponistin Unsuk Chin, die über ihre Musik sagt, es handle sich dabei um »Visionen von immensem Licht und von unwahrscheinlicher Farbenpracht«. Den Startpunkt des von dem spanischen Stardirigenten Pablo Heras-Casado geleiteten Abends bildet mit Robert Schumanns Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52 eine Komposition die als Alternative zur klassischen symphonischen Tradition gedacht war. Am Ende des Programms steht Wolfgang Amadeus Mozarts vorletzte Symphonie; es ist eines jener Werke, dessen zukunftsweisendem Charakter romantische Komponisten wie Schumann einst mit Ehrfurcht und Bewunderung begegneten.

(Foto: Peter Adamik)