Christian Gerhaher (Foto: Gregor Hohenberg)

Kammermusik

Liederabend mit Christian Gerhaher und Gerold Huber

Seit seinem philharmonischen Debüt 2003 konnte sich das Berliner Publikum schon oft von Christian Gerhahers einzigartiger Vortragskunst überzeugen – angefangen von Brittens War Requiem und Robert Schumanns Das Paradies und die Peri über die Passionen Johann Sebastian Bachs und Claude Debussys Oper Pelléas et Mélisande bis hin zu Franz Schuberts Zyklen Die schöne Müllerin und Winterreise. In dieser Saison kommt der Bariton mit Gerold Huber, seinem Liedbegleiter seit Studientagen, um Lieder von Hugo Wolf, Wolfgang Rihm, Franz Schubert und Alban Berg zu interpretieren.

Christian Gerhaher Bariton

Gerold Huber Klavier

Franz Schubert

Sei mir gegrüßt D 741

Franz Schubert

Dass sie hier gewesen D 775

Franz Schubert

Lachen und Weinen D 777

Franz Schubert

Du bist die Ruh D 776

Franz Schubert

Greisengesang D 778

Wolfgang Rihm

Tasso-Gedanken, Monolog-Stücke aus Goethes Torquato Tasso

Franz Schubert

Abendbilder D 650

Franz Schubert

Himmelsfunken D 651

Wolfgang Rihm

Harzreise im Winter

Alban Berg

Vier Gesänge op. 2

Hugo Wolf

Gedichte von Eduard Mörike: Nr. 8 Begegnung

Hugo Wolf

Lieder nach Gedichten von Mörike: Nr. 43 Lied eines Verliebten

Hugo Wolf

Lieder nach Gedichten von Mörike: Nr. 23 Auf ein altes Bild

Hugo Wolf

Lieder nach Gedichten von Mörike: Nr. 21 Auf eine Christblume II

Hugo Wolf

Lieder nach Gedichten von Mörike: Nr. 25 Schlafendes Jesuskind

Hugo Wolf

Grenzen der Menschheit

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Mi, 05. Dez 2018, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie V

Programm

Sein philharmonisches Debüt gab er im Dezember 2003 mit dem Bariton-Solo in Benjamin Brittens War Requiem, später eroberte er sich das Berliner Publikum u. a. in Aufführungen von Robert Schumanns Das Paradies und die Peri, Carl Orffs Carmina Burana, Johann Sebastian Bachs Passionen nach Matthäus und Johannes oder Claude Debussys Pelléas et Mélisande: Die Rede ist von Christian Gerhaher, der in der Saison 2013/2014 Artist in Residence bei den Berliner Philharmonikern war. Damals konnte man den Bariton mit Interpretationen von Franz Schuberts Zyklen Die schöne Müllerin und Winterreise auch als feinfühligen und ausdrucksstarken Liedsänger erleben.

In diesem Liederabend, den Gerhaher mit seinem seit Studientagen festen Pianisten Gerold Huber bestreitet, gibt der für seine Lied-Einspielungen mehrfach ausgezeichnete Sänger eine erlesene Kostprobe seiner stilistischen Wandlungsfähigkeit – umfasst das Programm doch Musik, die vom ersten kompositorischen Großmeister der Gattung Lied, Franz Schubert, über Hugo Wolf und Alban Berg bis zu Wolfgang Rihm und damit in unsere Gegenwart reicht.

Den interpretatorischen Feinschliff, der die Bewältigung eines musikalisch so breit gefächerten Liederabends überhaupt möglich macht, erlangte Gerhaher nach Abschluss seines Studiums an der Münchner Hochschule für Musik in Meisterklassen von Dietrich Fischer-Dieskau. Ihn zählt Gerhaher bis heute zu seinen größten Vorbildern – und mit ihm wird er nicht zu Unrecht hin und wieder auch verglichen.

Über die Musik

»Überströmende Wärme des Fühlens«

Klavierlieder von Franz Schubert, Wolfgang Rihm, Alban Berg und Hugo Wolf

Meister der Miniatur – Lieder von Franz Schubert nach Rückert und Silbert

Auf die unglaubliche Anzahl von rund 600 Liedern hat Franz Schubert es gebracht – und steht damit wie ein Solitär unter den Liedkomponisten des 19. Jahrhunderts. Er war es, der die Gattung maßgeblich prägte und den herkömmlichen Begriff des Lieds in hohem Maße erweiterte: Das vorherrschende Strophenlied, in dem Melodie und Begleitung in jeder Strophe gleich bleiben und sich damit eine Gesamtstimmung über das komplette Werk erstreckt, wird von ihm erweitert zum variierten Strophenlied – Melodie und Begleitung ändern sich in bestimmten Strophen, ohne jedoch einen Einfluss auf die strophische Gesamtanlage zu haben – und schließlich zum durchkomponierten Lied, in dem der strophische Aufbau völlig verloren geht, da Melodie und Begleitung in immer neuer Form der Stimmung des Textes folgen.

Zu einer ganz individuellen formalen Lösung findet Schubert etwa in »Sei mir gegrüßt« auf einen Text von Friedrich Rückert. Der kam 1818 in Wien bei dem Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall, dessen Übertragung aus dem Persischen auch Goethe zu dessen West-östlichem Divan inspiriert hat, mit arabischer Dichtung in Kontakt. Das unmittelbare Ergebnis war seine Gedichtsammlung Oestliche Rosen, aus der Schuberts Rückert-Vertonungen ausnahmslos stammen. Auf den ersten Blick erscheint »Sei mir gegrüßt« wie ein abgewandeltes Strophenlied, doch Schubert mischt hier vielmehr Rondo und Vaudeville, um der ungewöhnlichen Form des Gedichts Rechnung zu tragen. Dem Rondo entspricht die formale Anlage der Strophen nach dem Schema ABA’BA’’, jede von ihnen wird aber wie im Vaudeville mit dem immer gleichen Refrain »Sei mir gegrüßt, sei mir geküsst« beschlossen. Schubert führt am Ende jeder Strophe zudem das immer weiter ausgreifende harmonische und melodische Geschehen zurück nach B-Dur. Auch in »Dass sie hier gewesen« wird der Schlussvers refrainartig in jeder der drei vierzeiligen Strophen wiederholt. In wohl keiner anderen Rückert-Vertonung trifft Schubert den Ton und die atmosphärische Dichte so einfühlsam wie hier – vor allem in der dritten Strophe, einer Reflexion über Liebe und Schönheit, in der schon die einleitenden Seufzerfiguren zur Auflösung drängen. Als schließlich C-Dur erreicht wird, wirken melodiöser Fluss und tonale Eindeutigkeit jedoch ernüchternd, bleibt der Ton der Vergewisserung allzu vordergründig.

Der Text zu »Lachen und Weinen« zeigt sich in beiden Strophen uneinheitlich, Versfuß und Zahl der Hebungen schwanken – vielleicht als Chiffre für den Wankelmut und die Unstetigkeit der Liebe? Der Komponist kleidet die Strophen in ein Rondo aus gleichbleibendem Vor-, Zwischen- und Nachspiel. Dazwischen jedoch greift er zu kräftigen Farben gegensätzlicher Affekte: Dur und Moll, Trübung und Aufhellung. In »Du bist die Ruh« kreist der Text ambivalent um die Antipoden Frieden und Sehnsucht sowie Lust und Schmerz. Schubert verbindet jedoch je zwei Strophen der Dichtung im Lied zu einer, die fünfte wiederholt er. Hier führt er die Stimme in die Höhe, bis zur Ekstase in einem zweimaligen Ausbruch mit anschließender Generalpause – fängt sie am Ende aber wieder auf im Gleichmaß der anderen Strophen. In Rückerts Greisengesang schließlich geht es um die bange Frage nach den Folgen des Alterns, der zunächst zuversichtliche Töne antworten, bevor in den Schlussstrophen 7 und 8 der Appell zum Ausschluss der Wirklichkeit zugunsten erträumter Welten erfolgt. In seiner Musik wird Schubert beiden Aspekten gerecht: dem Bangen in den statuarischen Akkorden des Vorspiels ebenso wie im kargen Unisono zu Beginn des Gesangs in strengem h-Moll, der »Todestonart« – auf die jedoch blühende Harmonisierung folgt, gleichsam als selbstbewusste Zuversicht.

Den Rückert-Liedern stellen Christian Gerhaher und Gerold Huber im heutigen Konzert noch zwei Vertonungen von Gedichten Johann Petrus Silberts zur Seite, beide komponiert im Februar 1819. Der Wiener Romanist lenkt in Abendbilder (ebenso wie in Himmelsfunken) die Gedanken von der Natur auf die religiöse Andacht. Die beschworene Abendstimmung entpuppt sich dabei durch Wörter wie »Glöcklein«, »Kirchendach« oder »Leichensteine« bald als Auferstehungshymne. Der leichten Eintönigkeit des Lieds setzt Schubert eine Reihe schöner klangmalerischer Effekte entgegen wie beim Rauschen des »Raben Nachtgefieder[s]« oder beim Läuten des »Abendglöckleins«. Beachtlich auch, welch Pianissimo-Kleinod er aus der ephemeren Textvorlage von Himmelsfunken gemacht hat, mit einer Wendung des religiösen Topos ins rein Metaphysische.

Textaura statt Wortmaterie – Wolfgang Rihms Tasso-Gedanken und Harzreise im Winter

Für Wolfgang Rihm, der zu den fruchtbarsten und vielseitigsten Tonschöpfern der Gegenwart gehört, ist das Kunstlied gleichfalls ein zentrales Anliegen. Sein Œuvre kann dabei ohne Übertreibung als überbordend bezeichnet werden: Nahezu alle musikalischen Gattungen umfasst sein Werk, das einen unerschütterlichen Glauben an die unzerstörerische Existenz des schöpferischen Individuums offenbart und stets ebenso kraftvoll wie eruptiv wirkt – darunter zahlreiche Kompositionen für Solostimme und unterschiedliche Instrumentalbesetzungen, zum Beispiel mit zwei Schlagzeugern im Wölfli-Liederbuch (1980/1981) oder, ganz der Tradition verpflichtet, mit reiner Klavierbegleitung. Ausgangspunkt sind für Rihm allein die Texte, die er nicht als bloße »Wortmaterie« verstanden wissen will: »Text ist auch Aura, seine und seines Schreibers Aura. Ideal beim Umgang mit Texten: Musik überhöht nichts, untergräbt auch nichts; vielmehr wirkt etwas zusammen, wirkt sich aus. Ein Drittes entsteht.« Immer wieder hat er sich in seinem Liedschaffen, ähnlich wie seine Vorgänger Schubert und Wolf, mit Textvorlagen Goethes auseinandergesetzt, zum Beispiel in der Harzreise im Winter, einem der letzten Werke der »Sturm und Drang«-Phase des Dichters. Es ist eine Art Pilgerreise, die Rihm in einer Kombination aus erzählenden, dramatisierenden und meditativen Elementen vertont, ganz im Dienste der Ausleuchtung des Texts – und dennoch einer enormen Sinnlichkeit verpflichtet.

Ebenso wie die Harzreise im Winter ist auch der neue Goethe-Zyklus von Wolfang Rihm dem Bariton Christian Gerhaher und dessen ständigem Klavierpartner Gerold Huber gewidmet: »Für Christian Gerhaher, der mich auf den Gedanken brachte«, notiert der Komponist am Anfang seiner Tasso-Gedanken, die – vor wenigen Tagen erst – am 23. November in Weimar uraufgeführt wurden. Vier Monolog-Stücke aus Torquato Tasso für Bartion und Klavier sind es geworden, auf Textzusammenstellungen des Komponisten selbst. Und das Monologische, der quasi nach innen gewendete Ausdruck erfährt gleich im ersten Lied »Bist du aus einem Traum erwacht« eine zauberische Umsetzung mit dynamischen Angaben, die überwiegend zwischen pp und ppp changieren und durch Anweisungen wie diminuendo oder calmo noch verstärkt werden.

Kunde von einer »tiefschönen« Welt – Alban Bergs Vier Gesänge op. 2

Nachhaltige Impulse verdankt das Klavierlied auch Alban Berg: Sieht man von den etwa 80 zwischen 1901 und 1908 entstandenen Jugendarbeiten ab, die kaum ein eigenständiges Profil aufweisen, sind es im Grunde zwar nur wenige Gattungsbeiträge aus späterer Zeit, doch wirken gerade diese durch die Originalität der Gestaltung und die Intensität ihrer Aussage so nachhaltig, dass man Berg auf dem Liedsektor durchaus als Bahnbrecher des musikalischen Expressionismus bezeichnen kann. Arnold Schönberg, der Lehrer Alban Bergs, zeigte sich schon von den Jugendkompositionen beeindruckt und lobte die »überströmende Wärme des Fühlens« darin. Hatte Berg sich in den frühen Liedern schon zuweilen auf das Gebiet der Atonalität vorgewagt, vollzieht er mit den vier Gesängen des Opus 2 endgültig den Schritt in die Moderne und erweist sich als Tonsetzer mit unverwechselbarer Physiognomie: Der musikalische Gestus seiner expressiven Lieder ist von einem starken Aufbruchswillen bestimmt, so wie ihn auch die Texte von Friedrich Hebbel und Alfred Mombert vorgeben. Die vier zyklisch zu interpretierenden Lieder zeichnen einen Weg von der Resignation in die Lebensbejahung nach – und können durchaus auch autobiografisch gedeutet werden. Mit der nur wenige Monate zuvor entstandenen Klaviersonate op. 1 war es Berg unter der Anleitung Schönbergs erstmals gelungen, seine Neigung zu frei fließender Kantabilität mit einer formalen Stringenz in Einklang zu bringen, und die Lieder des Opus 2 sind quasi das vokale Pendant dazu. Sie haben an formaler Strenge gewonnen, indem die Texte nicht mehr nur einfach musikalisch untermalt werden, sondern zu Auslösern für eigenständige motivische Abläufe werden. Wie gebannt verharrt die Singstimme etwa in müder Trägheit bei »Schlafen, Schlafen, nichts als Schlafen«, bewegter werden sowohl sie als auch der Klaviersatz, wenn von »jenen Wehen, die mich trafen« die Rede ist. Das letzte und bedeutendste Lied des Zyklus kündet von einer »tiefschönen« Welt: »Warm die Lüfte, es sprießt Gras auf sonnigen Wiesen« – selten hat Berg sich derart hinreißen lassen, die Schönheit zu besingen. Zudem ist das Lied in jeder Hinsicht ein Dokument der Befreiung: Formal hat sich der Komponist endgültig von den Schemata klassisch-romantischer Lieder gelöst und zu einer Freiheit gefunden, die vielfach als »musikalische Prosa« bezeichnet wurde.

Metaphern für das Seelische – Lieder nach Mörike und Goethe von Hugo Wolf

Eine besondere Rolle spielte das Klavierlied namentlich bei Hugo Wolf, dem bedeutendsten Liedkomponisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nicht wenigen Kennern gilt er gar als einer der wichtigsten Vertreter der Gattung überhaupt. Mit ihm beginnt eine neue Phase des Lieds, die man als romantische Spätzeit bezeichnen kann, die gleichzeitig aber auch unmittelbar zur Musik des 20. Jahrhunderts führt. Wolfs Ideen sind so frisch und ursprünglich, seine Impulse auf eine ganze Generation bedeutender Liedkomponisten wie Strauss, Pfitzner und Reger so stark und tiefgreifend, dass man von einem neuen, keiner Tradition verbundenen Anfang sprechen muss. Besonderes Merkmal seiner Schöpfungen ist der Klaviersatz, dessen formale Anlage Wolf bis an die Grenzen der Gattung ausweitet. Ähnlich wie Schumann bindet er die Melodik der Singstimme an das Wort der dichterischen Vorlage; der Verlauf der Melodie richtet sich allein nach dem Sprachrhythmus. Fast schon detailbesessen deutet Wolf den Text aus und entwirft Szenen, deren Vorgänge im Klavierpart psychologisch differenziert ausgeleuchtet werden. Die deutlich ausgeweiteten Dimensionen der Vor-, Zwischen- und Nachspiele verstärken dabei den musikdramatischen Effekt. 1878 wurde zu seinem ersten großen »Liederjahr«, es ist die Zeit seiner ersten Liebe, in der auch die Lieder aus der Jugendzeit entstanden. Der endgültige Durchbruch auf diesem Terrain gelang ihm zehn Jahre später mit den 53 Liedern auf Gedichte von Eduard Mörike, die in einem gewaltigen Schaffensrausch 1888 entstanden sind. In den Texten des desillusionierten Dichters fand Wolf eine Art Seelenverwandten.

Schon durch die Lektüre von Schopenhauer wurde er in seiner Grundhaltung bestätigt, dass Liebe nicht Glück, sondern Qual bedeute. Verstärkt durch die Folgen der eigenen syphilitischen Krankheit gab es für Wolf kein einfaches Liebesverhältnis, was sich in Liedern wie Begegnung oder Lied eines Verliebten offenbart, die allesamt von Untreue und missglückten Annäherungsversuchen handeln. Todesgedanken verbergen sich dann in Auf eine Christblume II, einer giftigen Pflanze, deren Blütezeit nicht zufällig mit der Kälte des Winters zusammenfällt. Und auch Auf ein altes Bild ist eine Metapher auf das Sterben und den Tod als unweigerliches Ende aller Dinge. Unmittelbar nach dem vulkanartigen Ausbruch der Mörike-Lieder vertonte Wolf von Oktober 1888 bis zum Februar des Folgejahrs 51 Lieder nach Gedichten von Goethe, wofür er sich vor allem besonderer, abgelegener und extremer Regionen aus dessen Werk bediente, wie etwa des Titanischen in Prometheus, Ganymed und Grenzen der Menschheit.

Bjørn Woll

Biografie

Bereits während seines Medizinstudiums erhielt Christian Gerhaher privaten Gesangsunterricht von Raimund Grumbach und Paul Kuen; zudem studierte er gemeinsam mit seinem festen Klavierbegleiter Gerold Huber Liedgesang bei Friedemann Berger an der Hochschule für Musik in München. Meisterkurse bei Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf und Inge Borkh rundeten seine stimmliche Ausbildung ab. Mit Liedrecitals und als Solist führender Orchester (z. B. des London Symphony Orchestra, der Wiener, der Münchner und der Berliner Philharmoniker sowie des Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam) gastiert Christian Gerhaher auf bedeutenden Podien im In- und Ausland. Der Bariton richtet sein Hauptaugenmerk auf den Lied- und Konzertgesang, ist aber auch schon lange auf der Opernbühne ein gefeierter Darsteller, ausgezeichnet u. a. mit dem Laurence Olivier Award oder dem Theaterpreis »Der Faust«. Partien wie Mozarts Don Giovanni, die Titelrolle von Monteverdis Orfeo, Wolfram (Tannhäuser), Eisenstein (Die Fledermaus), Pelléas (Pelléas et Mélisande), Posa (Don Carlo), Olivier (Capriccio) und Wozzeck stehen für die große künstlerische Bandbreite des Sängers. Zu den Dirigenten, mit denen Christian Gerhaher zusammengearbeitet hat, zählten bzw. zählen Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, Mariss Jansons, Kirill Petrenko und Sir Simon Rattle. Bei den Berliner Philharmonikern war er seit seinem Debüt im Dezember 2003 regelmäßig zu hören: Artist in Residence der Saison 2013/2014, sang zuletzt bei ihnen Mitte Mai 2018 in drei Aufführungen von Schumanns Paradies und die Peri (Dirigent: Mikko Franck). Christian Gerhaher, Träger des Bayerischen Maximiliansordens für Wissenschaft und Kunst, unterrichtet als Honorarprofessor an der Münchner Musikhochschule sowie im Rahmen von Meisterklassen. Für seinen außerordentlichen Einsatz in der Vermittlung von klassischer Musik wurde ihm der Musikpreis des Heidelberger Frühlings 2016 verliehen. In dieser Saison ist Christian Gerhaher noch zweimal beim Orchester zu Gast: in den Konzerten 20. – 22. Dezember unter der Leitung von Iván Fischer mit Orchesterliedern von Hugo Wolf sowie Mitte März 2019 in Bachs Johannes-Passion (Dirigent: Sir Simon Rattle).

Gerold Huber, 1969 in Straubing geboren,studierte als Stipendiat an der Hochschule für Musik in München die Fächer Klavier und Liedbegleitung; zu seinen Lehrern zählten Friedemann Berger und Helmut Deutsch. Außerdem besuchte er die Liedklasse von Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin. 1998 erhielt er gemeinsam mit dem Bariton Christian Gerhaher den Prix International Pro Musicis; 2001 war er Preisträger beim Internationalen Klavierwettbewerb in Saarbrücken. Als Liedbegleiter von Christian Gerhaher, mit dem er ein festes Duo bildet, aber auch von Christiane Karg, Christina Landshamer, Ruth Ziesak, Mojca Erdmann, Michael Nagy, Franz-Josef Selig und anderen gastierte Gerold Huber bei bedeutenden Festivals wie den Schubertiaden in Schwarzenberg und Vilabertran (bei Barcelona), beim Rheingau und beim Schleswig-Holstein Musik Festival sowie in der Kölner Philharmonie, der Alten Oper Frankfurt, dem Gewandhaus Leipzig, dem Konzerthaus Wien, dem Concertgebouw Amsterdam und der Londoner Wigmore Hall. Im Bereich der instrumentalen Kammermusik ist der Pianist beispielsweise ein Partner des Artemis- und des Henschel-Quartetts sowie des Trompeters Reinhold Friedrich. Mit Soloprogrammen, in denen sich der Musiker vornehmlich den Werken von Bach, Beethoven, Schubert und Brahms widmet, konzertierte Gerold Huber u. a. im Max-Joseph-Saal der Münchner Residenz, bei den Schwetzinger Festspielen, beim Kultursommer Kassel sowie beim New Zealand Festival in Wellington. Gerold Huber unterrichtet im Rahmen ausgewählter Meisterklassen an der University of Yale, beim Aldeburgh Festival sowie bei den Schwetzinger Festspielen. Seit 2013 ist er Professor für Liedbegleitung an der Hochschule für Musik in Würzburg. In Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker gastierte der Künstler zuletzt Mitte Juni 2018 im Kammermusiksaal, als er gemeinsam mit Christiane Karg und Michael Nagy das Italienische Liederbuch von Hugo Wolf zur Aufführung brachte.

Christian Gerhaher (Foto: Gregor Hohenberg)

Gerold Huber (Foto: Marion Köll)