Claudio Abbado (Foto: Erika Rabau)

In memoriam Claudio Abbado

Wiener Klassik trifft auf Moderne: Das von Claudio Abbado ins Leben gerufene Chamber Orchestra of Europe kehrt für sein zweites Konzert, das es zum fünften Todestag des ehemaligen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker im Kammermusiksaal gibt, mit Pierre-Laurent Aimard zurück. Dieser ist in Mozarts Klavierkonzerten B-Dur KV 450 und C-Dur KV 503 als Solist und Dirigent zu erleben. Außerdem erklingt Musik von Elliott Carter, einem der bedeutendsten amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Chamber Orchestra of Europe

Pierre-Laurent Aimard Dirigent und Klavier

Elliott Carter

Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott

Wolfgang Amadeus Mozart

Konzert für Klavier und Orchester B-Dur KV 450

Elliott Carter

Epigrams für Klaviertrio

Wolfgang Amadeus Mozart

Konzert für Klavier und Orchester C-Dur KV 503

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Programm

Wiener Klassik trifft auf Moderne: Das Chamber Orchestra of Europe und Pierre-Laurent Aimard stellen Mozarts Klavierkonzerte B-Dur KV 450 und C-Dur KV 503, in denen der Pianist als Solist und Dirigent in Personalunion auftritt, der Musik Elliott Carters gegenüber, eines der bedeutendsten US-amerikanischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Daniel Barenboim betonte, Carter, der sich als legitimer Nachfolger von Charles Ives verstand, habe die »unterschiedlichsten Welten zusammengebracht«, ohne sie zwangsläufig verbinden zu wollen. Der zweimalige Pulitzer-Preisträger verstarb 2012 im Alter von 103 Jahren.

Noch in seinem Todesjahr begann er (erklärtermaßen um sich »zu amüsieren«), eine Reihe kurzer Stücke für Klaviertrio zu komponieren, die er unter dem Titel Epigrams zu einer Suite zusammenstellte: Carters letztes Werk, das Pierre-Laurent Aimard gewidmet ist und in Titel und Struktur auf die antike griechische Gattung der Epigramme anspielt, von deren Prägnanz, überraschenden Wendungen und Witz sich der Komponist (der als Student an der Harvard University griechische Lyrik studierte) sein Leben lang angezogen fühlte.

Das Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott entstand rund 20 Jahre zuvor für Heinz Holliger. In ihm gliederte Carter die musikalischen Akteure in drei Gruppen – Klavier, Horn und Holzbläsertrio –, um das »dialektische Wechselspiel zwischen den Instrumenten zu steigern«. Jeder Gruppe werden eigene Ausdruckscharaktere zugeschrieben, wobei der kaleidoskopartige Wechsel »von Kommentar, Antwort, humoristischer Verneinung, Ironie, Unterstützung oder Selbstauslöschung« das mitreißende musikalische Geschehen bestimmt.

Claudio Abbado (Foto: Erika Rabau)