(Foto: Dorothea Huber)

Education

Weihnachtskonzert »Winter Drummerland«

Die philharmonische Hornistin Sarah Willis und ihre Kollegen aus der Schlagzeuggruppe laden zum Weihnachtskonzert ein! Hier kann man sich nicht nur musikalisch auf das bevorstehende Fest einstimmen, sondern auch erfahren, welch unterschiedliche Klänge und Geräusche sich mit den zahllosen Instrumenten des Schlagzeugs produzieren lassen. Ein Konzert mit viel guter Laune und vielen Überraschungen für große und kleine Musikfreunde.

Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker und Gäste

Sarah Willis Horn und Moderation

Winter Drummerland

Empfohlen für Kinder von 6 bis 10 Jahren

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Sa, 01. Dez 2018, 15:00 Uhr

Philharmonie

So, 02. Dez 2018, 11:00 Uhr

Philharmonie

Live in der Digital Concert Hall zur Übertragung

Programm

Unser Leben ist voller Rhythmen. Im Alltag nehmen wir sie aber nur selten ganz bewusst wahr. Was aber wäre die Weihnachtszeit ohne Pauken- und Trommelwirbel, ohne Glöckchen-, Schellen- und Zimbelgeklingel? Die Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker eröffnen zusammen mit der Hornistin Sarah Willis und einigen Gästen die Adventszeit – dieses Konzert wird ganz sicher alles andere als eine »Stille Nacht«.

Über die Musik

Mit ihrem Education-Programm möchten die Berliner Philharmoniker ihre Arbeit und ihre Musik einem breiten Publikum zugänglich machen. Ermöglicht wird diese Initiative von der Deutschen Bank.

Winter Drummerland

Ein Weihnachtskonzert mit den Schlagzeugern der Berliner Philharmoniker und ihren Gästen

Paulas sehnlichster Wunsch

Paula: Zu Weihnachten wünsche ich mir ein Schlagzeug!

Mama: Paula, darüber hatten wir doch schon gesprochen. Ein Schlagzeug ist ein sehr lautes Musikinstrument – denk doch bitte auch an unsere Nachbarn! Wie wäre es, wenn du Gitarre lernst? Das Schlagzeug findest du doch nur deshalb so toll, weil Finn eins hat.

Paula: Das stimmt überhaupt nicht! Ich wollte schon ein Schlagzeug haben, bevor Finn seins bekommen hat! Hör mal, Mama: Wusstest du, dass Trommeln schon vor Hunderten von Jahren für die Menschen total wichtig waren? In Afrika zum Beispiel, da werden Trommeln auch heute noch wie Heiligtümer verehrt, denn wenn man auf ihnen spielt, entsteht eine Verbindung in eine andere Welt.

Mama: Woher weißt du denn so etwas, Paula?

Paula: Na, ich habe ein bisschen gegoogelt und dabei sehr viel über Trommeln herausgefunden – du sagst doch immer, wenn man etwas wissen will, soll man sich schlau machen. Und genau das hab ich jetzt getan, damit ich dir genau erklären kann, warum ich Schlagzeug spielen will.

Mama: Ah, okay…

Paula: Pass auf,Trommeln können viel mehr, als man so denkt! Wenn Papa zum Beispiel im Garten das Laub zusammenharkt – das ist ja immer sehr anstrengend für ihn –, dann könnte ich trommeln, damit er bei der Arbeit einen guten Rhythmus hat. So haben es nämlich früher die Feldarbeiter auch gemacht: Wenn jemand einen Takt trommelte, fiel ihnen die Arbeit ein wenig leichter. Oder, wenn du unten im Wohnzimmer bist und ich oben in meinem Zimmer, dann könnte ich dir mit meinen Trommeln Signale schicken, verstehst du? Wenn ich dann trommle »tam ta tam tam ta«, heißt das dann zum Beispiel: »Ich komme gleich runter.« Ist das nicht praktisch?

Mama: Äh, ja, doch, aber …

Paula: Undjetzt ist ja bald Weihnachten, da soll es doch festlich bei uns zugehen – wusstest du, dass Trommeln auch Königsinstrumente sind? Ich meine, es heißt ja immer »mit Pauken und Trompeten« und das bedeutet, wenn Musik besonders festlich sein soll, dann darf Schlagzeug nicht fehlen!

Mama: Das stimmt schon, aber, Paula, unsere Nachbarn …

Paula: … also, was die Nachbarn angeht, da helfen Trommeln auch! Falls sie sich beschweren und richtig Stunk machen wollen, dann trommle ich ihnen einfach einen richtigen Marsch – so wie früher, als Trommler mit dem Heer in den Krieg gezogen sind, um den Feinden Angst zu machen. Die sind sogar vor den Soldaten hergelaufen und waren so unglaublich laut und furchterregend, dass die Gegner manchmal allein schon deshalb weggelaufen sind.

Mama: Paula, wir wollen doch keinen Nachbarschaftskrieg!

Paula: Na gut, ich kann die Nachbarn auch mit sanften Trommelschlägen beruhigen – weißt du, es gibt doch auch diese Schal …, Schat …, Schakale!

Mama: Du meinst sicher Schamanen.

Paula: Ja, genau, die Schamanen, die können mit ihrem Trommeln Kranke gesund machen, aufgeregte Leute beruhigen und sie sogar in den Schlaf versetzen – das könnte ich dann auch mit den Nachbarn machen!

Mama: Ich sehe, du hast dich wirklich schlau gemacht zu dem Thema.Gut, ichdenke darüber nach. Es sind ja noch ein paar Tage bis Heiligabend. Jetzt trommelst du dich aber bitte erstmal selbst in den Schlaf. Es ist schon spät.

Paula: Gute Nacht, Mama, ich freu mich schon auf Weihnachten!

Ein Traum vom Winter Drummerland

Im Mondschein glitzert weiß der Schnee,

so still und starr ruht er, der See;

und in die Winterstillʼ hinein

erschallen helle Schneeglöcklein.

Wer rast geschwind durch Nacht und Wind? –

Der Weihnachtsmann mit dem Christkind!

Doch, huch, kein Schlitten gleitet hin,

sie sitzen in ʼnem Kessel drin

und sind in Felle eingehüllt,

der Kessel ist recht gut gefüllt.

Die Kufen sind – gab’s so was schon? –

die Stäbe von ʼnem Vibrafon!

Der Kessel rast den Hang entlang

zu Schneeglöckchen- und Beckenklang.

Der Weihnachtsmann kommt mit Tamtam,

damit ihn jeder hören kann.

Schon tritt er in das Haus hinein,

doch leisʼ versucht er nicht zu sein:

Ist denn nicht alles, was man kennt,

zugleich auch Musikinstrument?

Die Türklingel macht Appetit,

das Schlüsselbund klirrt heiter mit,

Treppengeländer und ein Stab,

das gibt schon tolle Töne ab.

Erst recht der Blumentopf mit Moos

klingt angeschlagen kurios.

Doch Vorsicht, mit dem Hammer nur

den Amboss schlagen, nicht im Flur

die Fliesen, denn die geh’n zu Bruch,

viel besser klingt doch da ein Buch!

Ein Buch? Jawohl, die Seiten kann –

das weiß der Schlagwerkweihnachtsmann –

man musikalisch knüllen, dass

das Knistern macht den Ohren Spaß.

Ein Waschbrett steht still an der Wand,

schon hat’s das Christkind in der Hand

und schabt mit Bleistift drauf herum,

da – oh! – ertönt ein lautes Schrumm:

Ein Aufziehauto flitzt heran,

es gluckst erfreut der Weihnachtsmann.

Das Christkind trommelt derweil froh

den Holzdeckel vom Gästeklo.

Der Weihnachtsmann hat was entdeckt,

die Eimer waren gut versteckt,

als Schlagzeug sind sie ideal.

Schon steht er am Vorratsregal:

Blechdosen sind die erste Wahl.

Ravioli raus, so klingt es besser,

Schlägel sind die Buttermesser.

Das Konzert wird immer bunter,

jetzt entdeckt das Christkind munter

eine große Anzahl Töpfe,

in den einen wirft es Knöpfe,

schüttelt kräftig ihn als Rassel.

Huch, der Deckel – ein Schlammassel,

alle Knöpfe wild verteilt!

In einer Hand den Besen eilt

der Weihnachtsmann herbei und Knopf

für Knopf landet zurück im Topf.

Noch endet nicht das Schlagwerkspiel,

zum Schlägel wird der Besenstiel,

auf Töpfen, trommelt es sich toll,

und Gläser halb mit Wasser voll

erschallen in dem hellsten Klang,

fährt man an ihrem Rand entlang.

Die leere Flasche wirkt banal,

beim Anblasen klingt sie genial.

Doch auch mit Gabeln angeschlagen,

kann sie Melodien wagen.

Ein gutes Stichwort ist Besteck,

das Löffelschlagen wirkt recht keck

und auch die Küchenreibe fetzt,

wenn man an ihr das Messer wetzt.

Doch was ist das, ein Ton so laut,

dass es dem Weihnachtsmann selbst graut,

sirenengleich ein irrer Krach –

der Wecker schrillt: Paula ist wach.

Nach dieser traumreichen Nacht entdeckt Paula am Frühstücktisch etwas in der Zeitung …

Tagesspiegel Berlin – Konzerttipp:

WinterDrummerland – die Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker spielen für die ganze Familie

In der Vorweihnachtszeit geht es besinnlich zu. Die Stadt versinkt unter einer dämpfenden Schneeschicht, Kerzen werden angezündet, es duftet nach Plätzchen, Lametta und frisch aufpolierte Kugeln glänzen am Christbaum um die Wette, im Kaufhaus schallt »Stille Nacht, heilige Nacht« aus den Lautsprechern und in der Berliner Philharmonie – da wird so richtig auf die Pauke gehauen! Das glauben Sie nicht? Dann kommen Sie am 1. oder 2. Dezember in die heiligen goldgelben Hallen und überzeugen Sie sich selbst! Wir wollen natürlich nicht alles verraten, aber wir können Ihnen versprechen, dass Sie staunen werden – über kuriose Musikinstrumente, die virtuose Schlagzeugakrobatik der Musiker und die charmante Moderation der Hornistin Sarah Willis. Erleben Sie, wie der weltweite Weihnachtshit »Walking in a Winter Drummerland«, den schon Frank Sinatra und Dean Martin sangen, ganz ohne Stimme auskommt und nur mit Schlaginstrumenten zu swingen beginnt. International klingt auch die eigentlich für ein ganzes Orchester komponierte und vom Samba-Rhythmus beherrschte Brazileirades Franzosen Darius Milhaud – diese Musik sorgt garantiert für Schwung unter dem Weihnachtsbaum. Doch natürlich sollen auch traditionelle Lieder dieser festlichen Jahreszeit nicht gänzlich fehlen. Und dass Schlagzeug mitnichten immer laut sein muss, stellen die Interpreten mit dem stimmungsvollen Weihnachtsklassiker »Leise rieselt der Schnee« unter Beweis, bei dem Sie, um so richtig in Vorweihnachtsstimmung zu kommen, mitsummen und -singen dürfen. Also: Auf ins abenteuerliche Winter Drummerland!

QUIZ DES TAGES: Haushalt oder Orchester?

Jetzt sind Sie gefragt! Wobei handelt es sich um einen Gegenstand, den man ausschließlich im Haushalt benutzt und welche Gegenstände werden auch als Musikinstrumente im Orchester verwendet? Setzen Sie einfach ein Kreuzchen:

Haushalt

Orchester

Becken

Deckel

Besen

Harke

Handtuch

Hammer

Zange

Dosenöffner

Teller

Hupe

Gießkanne

Papier

Donnerblech

Gewinnen Sie Konzertkarten für die ganze Familie und ein exklusives »Meet & Greet« mit zwei Schlagzeugern der Berliner Philharmoniker!

Paula beim »Meet & Greet« mit den Schlagzeugern der Berliner Philharmoniker Rainer Seegers und Raphael Haeger

Paula: Hallo, ich bin Paula und habe das Quiz im Tagesspiegel gewonnen. Übrigens will ich auch unbedingt Schlagzeugerin werden!

Rainer Seegers: Herzlich willkommen, Paula! Willst du denn Schlagzeug oder Pauke spielen?

Paula: Spielen Schlagzeuger denn nicht alle Pauke?

Rainer Seegers: Nicht im Orchester, da sitzt man in der Regel entweder an den Pauken oder am restlichen Schlagzeug. Und das hat eine lange Tradition, denn schon vor mehreren 100 Jahren war es so, dass man diese beiden Gruppen voneinander trennte, weil die Pauke als das mächtigere Instrument galt. Du hast vielleicht schon einmal gehört, dass Könige »mit Pauken und Trompeten« begrüßt werden. In Redewendungen wie dieser schwingt noch die damalige Verwendung der Pauke als reines Herrschaftsinstrument mit. Beim Militär durften zum Beispiel nur die Offiziere die Pauke spielen und die im Rang niedrigeren Unteroffiziere die anderen Schlaginstrumente. Mit ihnen übermittelten sie auch klingende Botschaften an die Soldaten. Natürlich wurde die Bedeutung dieser Signale streng geheim gehalten – sie aufzuschreiben war verboten, denn dann wäre die Geheimsprache ja für andere verständlich geworden!

Heute lernt man in der Ausbildung an der Musikhochschule zunächst einmal alle Schlaginstrumente. Die Spezialisierung folgt dann später, am Ende des Studiums. Früher mussten sich die Schlagzeuger sogar erst innerhalb eines Orchesters vom Schlagwerk bis hin zur Pauke hocharbeiten. Aber inzwischen bewerben sich die Musikerinnen und Musiker üblicherweise direkt für eine der beiden Positionen.

Paula: Warum haben Sie sich für die Pauke entschieden?

Rainer Seegers: Also, um ehrlich zu sein, so eine echte Liebe auf den ersten Blick war das eher nicht bei mir. Anfangs wollte ich gerne Tonmeister werden. Stattdessen habe ich zwar ein Staatsexamen für das Lehramt gemacht, wollte dann aber lieber doch nicht als Musiklehrer an die Schule gehen. Mit 14 Jahren konnte ich bereits in einem professionellen Symphonieorchester spielen, aber eigentlich habe ich nie geplant, das Musikerdasein zu meinem Beruf zu machen. Doch wie so oft im Leben, kommt es anders als man denkt: Das Schlagzeug wurde mein Instrument und ich war einige Zeit ein ziemlich cooler Drummer in angesagten Bands. Doch irgendwann wurde mir das viele Reisen mit den Bands zu anstrengend und so entschied ich mich, Pauker in einem klassischen Symphonieorchester zu werden – immerhin ist Pauke spielen auch ein bisschen wie Rockmusik machen!

Paula: Heißt es eigentlich Paukist oder Pauker – und was hat das mit dem Pauker an der Schule zu tun?

Rainer Seegers: Nun, die Frage ist sehr gut, denn tatsächlich gibt es beide Bezeichnungen: Pauker sagen wir hier in Deutschland und Paukist sagt man in Österreich. Den genauen Ursprung des Wortes »Pauke« kennt man nicht, aber man weiß, dass er sehr weit in der Vergangenheit liegt und dabei deutlich älter ist als das Orchester selbst. Die Bedeutung jedenfalls hatte immer etwas damit zu tun, dass man auf etwas draufschlägt. Und daher kommt auch die Bezeichnung »Pauker« für den Lehrer. Nein, natürlich nicht, weil Lehrer Schüler schlagen, sondern weil es darum geht, den Stoff in deren Köpfe »hinein zu pauken«.

Paula: Wer »auf die Pauke haut«, kann sicher sein, dass jeder ihn hört – macht es Sie nicht furchtbar nervös, dass man sich an solch einem Instrument nicht verstecken kann?

Rainer Seegers: Also ein bisschen nervös bin ich natürlich immer. Und das ist auch gut so, denn dadurch ist die Aufmerksamkeit etwas erhöht. Das können Pauker und Schlagzeuger gut gebrauchen, denn sie haben oft sehr lange Pausen, müssen dann aber von einem Moment auf den nächsten hellwach sein und im richtigen Moment wieder spielen. An der Pauke kann man sich tatsächlich nicht verstecken – da merkt es jeder, wenn du etwas ganz Falsches spielst. Man trägt also eine große Verantwortung, hat allerdings eben auch die Möglichkeit, den Klang eines Orchesters zu prägen. Hierfür ist es wichtig, sich im Orchester gegenseitig voll zu vertrauen. Das braucht manchmal ein paar Jahre – so ging es auch mir bei den Berliner Philharmonikern.

Paula: Was ist denn am restlichen Schlagwerk reizvoll, haben Sie »Lieblingsinstrumente«, Herr Haeger?

Raphael Haeger: Ich mag die Kleine Trommel sehr, die Becken und das dunkel und weich klingende Marimbafon. Eigentlich ist es bei den Schlaginstrumenten ein bisschen wie mit den Blumen im Garten: Diejenigen, die man am meisten pflegt und um die man sich am meisten kümmert, werden am schönsten!

Paula:In einigen Musikstücken gibt es ja recht ungewöhnliche »Instrumente«, die von euch Schlagwerkern gespielt werden – was ist denn da so das Verrückteste und wisst ihr immer, wie man diese besonderen Instrumente spielt?

Raphael Haeger: Ich musste tatsächlich schon in verschiedenen Stücken Teller in eine Tonne werfen, Zeitungen zerreißen und Holzstäbe knicken! Das ist alles kein Problem. Aber Instrumente aus fremden Ländern zu spielen – zum Beispiel die Djembe, eine Trommel aus Afrika, oder die Darbuka, eine Trommel aus der Türkei und dem Iran – ist richtig schwierig, weil man dazu auch die Musik kennen muss, die zu diesen Instrumenten gehört.

Paula:Es gibt ja dieses berühmte lustige Lied von Georg Kreisler, bei dem der Triangelspieler ewig auf seinen Einsatz wartet, um dann einmal kurz aufzustehen und »pling« zu machen. Wie ist das mit dem langen Warten im Konzert – wird man da immer nervöser?

Raphael Haeger: Ja, stimmt, es dauert manchmal ganz schön lange, bis man dran ist. Aber für mich ist das überhaupt kein langweiliges Warten, denn ich höre ja der Musik zu – genau wie Ihr, unser Publikum!

Instrumentenlexikon

Die Membranofone, oder auch Fellklinger, bilden eine große Schlaginstrumentengruppe. Wie der Name schon verrät, wird der Klang erzeugt, indem eine Haut aus Fell, oder heutzutage auch aus Kunststoff, auf unterschiedliche Weise zum Schwingen gebracht wird. Damit überhaupt ein Klang entstehen kann, ist dieses Fell über einen Resonanzkörper, zum Beispiel eine Art Kessel, Fass oder Tonne gespannt. Und wer jetzt an einen großen Suppenkessel mit einem Fell darüber denkt, ist auf dem Holzweg, denn die Rede ist hier natürlich – Ihr ahnt es! – von den Trommeln in allen möglichen Formen. Denn da gibt es unglaublich viele verschiedene Arten aus aller Herren Länder.

Zuerst wären da die Zylindertrommeln: Zu ihnen zählt die Kleine Trommel, die vermutlich von den Kreuzrittern aus dem Nahen Osten mitgebracht wurde. Sie hat zwei Felle, das obere wird mit den Trommelstöcken geschlagen, an dem unteren sind Schnarrsaiten angebracht, die beim Anschlagen der Trommel mitschwingen. Dadurch entsteht das unverkennbare Schnarren, das der Kleinen Trommel ihren englischen Namen Snaredrum (Schnarrtrommel) gegeben hat. Diese Schnarrsaiten können aber auch weggelassen oder mittels eines Hebelmechanismus ausgeschaltet werden. Die Große Trommel wurde schon Anfang des 18. Jahrhunderts im Orchester eingesetzt und diente den Komponisten dazu, eine orientalische Atmosphäre zu erzeugen. Dabei wurde das eine Fell mit einem Holzschlägel, auch »Holzkrücke« genannt, angeschlagen, während man das gegenüberliegende andere mit einer Rute aus Reisig schlug. Die Bassdrum beim Schlagzeug-Set geht übrigens auch auf die Große Trommel zurück.

Dass die Pauke unter den Schlaginstrumenten etwas ganz Besonderes ist, hat eine lange Vorgeschichte. Vor Hunderten von Jahren waren die Pauker, auch Paukisten genannt, neben den Trompetern in den Hofkapellen unmittelbar den jeweiligen Fürsten unterstellt – und genossen so manche Vorzüge. Dementsprechend waren sie sehr hoch angesehen. Das war aber nicht immer so, denn noch 1511 konnte man über die Pauke sogar noch richtige Beschwerden lesen: »Diese Lärmfässer stören die ehrbaren Leute stark. Sicher hat sie der Teufel erfunden, denn die überdecken und erdrücken jede Melodie.« Doch die Zeiten ändern sich, seit über 200 Jahren kann man sich eine Symphonie ohne Pauken eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Zu einem richtigen Star unter den Schlaginstrumenten wurde die Pauke besonders nach 1881, als man Pedale an den Kesseln anbrachte, mit deren Hilfe sich die Tonhöhe verändern lässt. Seitdem ist es möglich, auf Pauken sogar richtige Melodien zu spielen. Dafür brauchen die Spieler allerdings ein sehr gutes Gehör: Wenn nämlich die Pauken in einer Pause umgestimmt werden müssen, hält der Pauker oder die Paukerin das Ohr ganz nah ans Fell und stimmt es – ganz, ganz, ganz leise –, während dabei das gesamte Orchester weiterspielt! Dafür haben sie aber auch den besten Platz: ganz hinten in der Mitte über dem Orchester thronend.

Am Drum-Set spielt man in der Regel nicht ein Instrument, sondern mehrere gleichzeitig. Zu den wichtigsten Aufgaben gehört es, Rhythmus und Tempo vorzugeben – ein bisschen wie ein menschliches Metronom. Ein Drum-Set besteht aus unterschiedlichen Trommeln und Becken, die mit verschiedenen Stöcken, Schlägeln und Besen gespielt werden. Das Drum-Set deckt den gesamten Tonhöhenbereich ab; als tiefstes Instrument hat es die Bassdrum, als höchstes die Hi-Hat-Becken. Dazwischen befinden sich Tom-Toms und die Snaredrum. Auf dem Ride-Becken wird oft der durchgehende Rhythmus gespielt, und auf dem Crash-Becken werden die Betonungen hervorgehoben.

Die Idiofone, oder auch Selbstklinger, sind die zweite große Gruppe der Schlaginstrumente. Selbstklinger werden diejenigen Musikinstrumente genannt, die als Ganzes schwingen, wodurch der Klang erzeugt wird. Sie bestehen meist aus Holz, Metall oder auch Stein. Dazu gehören zum Beispiel das Xylofon mit seinen verschieden langen Holzstäben, das Marimbafon ebenfalls mit Holzstäben und das Vibrafon mit seinen Leichtmetallstäben oder auch das Glockenspiel. Beim Marimba- und Vibrafon befinden sich unter den Klangstäben zusätzlich noch lange Resonanzröhren. Mit diesen Instrumenten, deren Platten ähnlich wie beim Klavier angeordnet sind, kann man richtige Melodien und Akkorde spielen. Außerdem gibt es noch Selbstklinger, mit denen man nur unbestimmte Tonhöhen erzeugen kann, wie das Triangel mit seinem durchdringenden, hellen Klang, das tellerförmige Becken aus Metall, das ganz schön kracht, oder das Tamtam, ein großer lauter Gong, der einen Durchmesser von bis zu 150 cm haben kann.

Glossar

Den Schamanen wird nachsagt, dass sie eine Verbindung zu den Kräften der Natur und einer Welt der Geister herstellen können. Sie sind so etwas wie Magier und zugleich wie Medizinmänner, denn in den Völkern und Stämmen, in denen es heute noch Schamanen gibt, gehen Menschen, wenn sie krank sind, zu einem von ihnen, um sich heilen zu lassen. Man könnte sagen, dass sich Schamanen um die Nöte und Sorgen der Menschen kümmern. Wenn zum Beispiel einmal Dürre herrscht und die Ernte schlecht ist, wird ein Schamane vielleicht mit einem Ritual, in dem auch Trommeln vorkommen können, versuchen, die Geister darum zu bitten, dass sie Regen schicken. Wenn ihr nun allerdings mit euren Hausaufgaben zu einem Schamanen gehen wollt, um euch helfen zu lassen, dann wird das gar nicht so einfach sein, denn die wenigen Schamanen, die es auf der Welt gibt, leben überwiegend in Afrika und Asien.

Leise rieselt der Schnee

1. Leise rieselt der Schnee,

still und starr ruht der See,

weihnachtlich glänzet der Wald.

Freue dich, Christkind kommt bald!

2. In den Herzen ist’s warm,

still schweigt Kummer und Harm,

Sorge des Lebens verhallt:

Freue dich, Christkind kommt bald!

3. Bald ist heilige Nacht,

Chor der Engel erwacht,

hört nur, wie lieblich es schallt:

Freue dich, Christkind kommt bald!

QUIZ-AUFLÖSUNG: Das sind die Musikinstrumente

Becken: Sie sind aus Metall und können angeschlagen oder auch gegeneinander geschlagen werden.

Besen: Das ist ein pinselartiger Schlägel, den man meist auf einer kleinen Trommel reibt.

Hammer: Ein riesiger Hammer kommt zum Beispiel in der Sechsten Symphonie von Gustav Mahler zum Einsatz und wird dabei auf einen großen Amboss oder eine Holzkiste geschlagen – wer das nicht vorher weiß, bekommt einen ordentlichen Schreck!

Hupe: Genau, so eine Hupe, wie einige von euch vielleicht an ihrem Fahrrad haben, kommt auch manchmal im Orchester zum Einsatz, zum Beispiel in Ein Amerikaner in Paris des amerikanischen Komponisten George Gershwin.

Papier: Selbst Papier kann als »Instrument« im Orchester auftauchen – das Zerknüllen oder Zerreißen ist ein spannender Klangeffekt, den man in manchen modernen Stücken findet.

Donnerblech: Das ist tatsächlich ein großes, hängendes Metallblech, das angeschlagen wird und dabei wie richtiger Donner klingt; erleben könnt ihr es zum Beispiel in der Alpensinfonie von Richard Strauss.

Biografie

Orchesterschlagzeuger haben viel zu tun. Schließlich »bildet das Schlagzeug vor allem in der neueren Orchesterliteratur den Herzschlag des musikalischen Geschehens« (Simon Rössler). Dabei sind in der Rhythmusgruppe wahre Allroundtalente gefragt. Denn im Gegensatz zu den anderen Orchestermusikern müssen Schlagzeuger nicht ein, sondern sehr viele Instrumente beherrschen: u. a. diverse Trommeln sowie Tamburin, Klanghölzer, Schlagstöcke, Holzblocks, Kastagnetten, Peitsche, Ratsche, Triangel, Schellen, Zymbeln, Becken, Gongs, Kuhglocken, Tamtam, Singende Säge und Flexaton bis hin zu den sogenannten Stabspielen wie Xylofon, Marimbafon und Glockenspiel. Neben Simon Rössler, der Schlagzeuger wurde, »weil Ringo Starr von den Beatles und Antonín Dvořák mit seiner Neunten Symphonie« ihn dazu inspiriert haben, zählen weitere philharmonische Percussionisten zu diesen vielseitig begabten Musikern: Jan Schlichte (»Außer Schlagzeug spielen kann ich auch schwimmen, Fahrrad fahren und kochen«), Franz Schindlbeck, der oft und gern auch hinter einem Drum-Set sitzt, sowie Raphael Haeger, der nicht nur als Pianist sondern auch als Dirigent in Erscheinung tritt. So richtig auf die Pauke hauen kann neben Wieland Welzel auch Rainer Seegers: »Mein Lieblingsinstrument ist die philharmonische Pauke, die klingt besonders schön, weil sie aus einem ganz besonderen Metall ist.« Wann er das letzte mal so richtig daneben lag? »In der Vierten Symphonie von Bruckner vor ganz langer Zeit: Nach dem Trommelwirbel flog plötzlich der Kopf des Schlägels senkrecht in die Luft, das Publikum begann zu raunen, aber ich schaffte es, den Kopf wieder aufzufangen und weiterzuspielen.« Neben Pauke und Schlagzeug übernehmen auch die Kontrabässe wichtige rhythmische Funktionen, weshalb in diesem Konzert auch Matthew McDonald, 1. Solobassist der Berliner Philharmoniker, mitspielen darf: »Nicht allein, dass wir den Takt vorgeben, wir müssen auch wissen, wann wir ihn von anderen übernehmen sollen.« Ebenfalls mit dabei: Benjamin Forster, der in der kommenden Saison als Solopauker die Nachfolge von Rauner Seegers antreten wird, sowie Vincent Vogel, Leonard Weiss und Peter Fleckenstein, die als derzeitige bzw. ehemalige Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker heute ebenfalls ihr Können unter Beweis stellen.

»Ich bin Hornistin geworden, weil alle gemeint haben, Horn spielen wäre nur etwas für Jungs!«, sagt Sarah Willis. Sie hatte bereits mehrere Jahre Klavierunterricht, bevor sie im Alter von 14 Jahren zum goldfarbenen Blasinstrument wechselte, das es hinsichtlich seiner Größe problemlos mit einem großen Konzertflügel aufnehmen kann. Würde man ein Horn nämlich abwickeln, ergäbe sich für in F gestimmtes Instrument eine Gesamtlänge von etwa vier Metern! Anders als beim Klavier kommt beim Horn der Klang allerdings nicht von selbst: »Manchmal sind die Töne, die ich reinblase nicht die, die rauskommen. Keine Ahnung, was dazwischen passiert …!« Ihre Ausbildung erhielt Sarah in London sowie in Berlin bei ihrem jetzigen Kollegen Fergus McWilliam. Natürlich träumte sie schon damals davon, irgendwann einmal Mitglied der Berliner Philharmoniker zu werden – ein Traum, der sich dank fleißigem Üben im September 2001 erfüllt hat. Seitdem ist die Musikerin in verschiedenen Kammermusikgruppen des Orchesters aktiv und moderiert regelmäßig Veranstaltungen des philharmonischen Education-Programms: »Ich mag Familienkonzerte, weil ich so gerne Musik für Kinder und mit Kindern mache!« Außerdem ist sie regelmäßig als Interviewerin und Moderatorin im Fernsehen und in Online-Medien zu sehen, beispielsweise in der Klassik-Sendereihe »Sarah’s Music« der Deutschen Welle. Was man sonst noch erwähnen sollte? »Außer Horn spielen kann ich auch tanzen und die leckersten Brownies backen …«

(Foto: Dorothea Huber)