(Foto: Peter Adamik)

Karajan-Akademie

Andrés Orozco-Estrada, Noah Bendix-Balgley und die Karajan-Akademie

2017 gab Andrés Orozco-Estrada sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern, nun führt der Kolumbianer gemeinsam mit Stipendiaten der Karajan-Akademie zwei Klassiker der Orchesterliteratur auf: Ludwig van Beethovens Vierte Symphonie und Felix Mendelssohn Bartholdys Violinkonzert mit Noah Bendix-Balgley, Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, als Solist. Eher selten gespielt ist dagegen der dritte Programmpunkt des Abends, das nach dem barocken Concerto-grosso-Prinzip konzipierte Doppelkonzert von Bohuslav Martinů.

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Andrés Orozco-Estrada Dirigent

Noah Bendix-Balgley Violine

Akademie II

Bohuslav Martinů

Doppelkonzert für zwei Streichorchester, Klavier und Pauken H 271

Felix Mendelssohn Bartholdy

Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64

Noah Bendix-Balgley Violine

Ludwig van Beethoven

Symphonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Sa, 03. Nov 2018, 19:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 18:00 Uhr

Aboserie KA

Programm

2017 gab der in Wien ausgebildete Kolumbianer Andrés Orozco-Estrada mit Werken von Rachmaninow, Strauss und Schostakowitsch sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern. Gemeinsam mit den Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker widmet sich der amtierende Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters Frankfurt, der seines Zeichens auch Music Director der Houston Symphony und Erster Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra ist, dem Doppelkonzert für zwei Streichorchester, Klavier und Pauken von Bohuslav Martinů. Der Komponist, der eine Vorliebe für barocke Kompositionsformen hatte, griff hier das Concerto-grosso-Prinzip auf. Martinů schrieb das dreisätzige Stück 1939 unter großer innerer Anspannung und in Sorge um seine tschechische Heimat am Vorabend des Zweiten Weltkriegs in Paris. Später bekannte er: »Das Werk entstand unter bedrückenden Umständen, aber die Stimmen, die es ertönen lässt, sind nicht die der Verzweiflung, sondern die des Widerstands, des Muts und des unerschütterlichen Glaubens an die Zukunft.«

Anschließend widmet sich Noah Bendix-Balgley, Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, Felix Mendelssohns berühmtem Violinkonzert: Unmittelbar nach der gefeierten Premiere am 13. März 1845 in Leipzig wurde das Werk »für eins der schönsten Stücke in diesem Genre erklärt«, wie Widmungsträger Ferdinand David Mendelssohn berichtete.

Abgerundet wird der Abend mit Ludwig van Beethovens Vierter Symphonie, in der sich der Komponist vom revolutionären Pathos seiner Dritten deutlich entfernte: Das »heiter, verständlich und sehr einnehmend« gehaltene Werk (so ein anonymer Berichterstatter der Allgemeinen musikalischen Zeitung von 1811) kommt mit weniger Stimmen als alle anderen Beethoven-Symphonien aus, wobei die Holzblasinstrumente in kammermusikalisch-intimer Weise eingesetzt werden.

(Foto: Peter Adamik)

Noah Bendix_Balgley Sebastian Hänel

Andrés Orozco-Estrada (Foto: Martin Sigmund)