Götz Teutsch (Foto: Monika Ritterhaus)

Kammermusik

Philharmonischer Salon

Dass Weimar in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum geistigen Zentrum Deutschlands avancierte, verdankt die Stadt einer Frau: Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach. Hochgebildet, musikalisch und künstlerisch begabt, holte sie die Großen ihrer Zeit, allen voran den Dichter Johann Wolfgang von Goethe, an ihren »Weimarer Musenhof«. Der Philharmonische Salon wandelt musikalisch und literarisch auf den Spuren dieses illustren Kreises. Die Texte liest Gerd Wameling.

Gerd Wameling Sprecher

Raimar Orlovsky Violine

Julia Gartemann Viola

Martin Paul Otto Löhr Violoncello

Jelka Weber Flöte

Walter Seyfarth Klarinette

Marie-Pierre Langlamet Harfe

Cordelia Höfer Klavier und Hammerklavier

Götz Teutsch Programmgestaltung

Der Weimarer Musenhof

Musik von Anna Amalia von Sachsen-Weimar, Johann Baptist Vanhal, Johann Friedrich Reichhardt, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Ernst Wilhelm Wolf und Joseph Woelfl

Texte von Johann Wolfgang Goethe, Joseph Rückert, Carl Wilhelm Heinrich Freiherr von Lyncker, Wilhelm Bode, Panja Mücke, Annette Seemann, Leonie und Joachim Berger, Anna Amalia von Sachsen-Weimar, Gabriele Busch-Salmen, Walter Salmen u. a.

Termine und Karten

Verkaufshinweise

So, 21. Okt 2018, 16:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 15:00 Uhr

Aboserie S

So, 28. Okt 2018, 16:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 15:00 Uhr

Aboserie S

Programm

Anna Amalia, Herzogin von Sachsen-Weimar und Eisenach, war künstlerisch vielseitig begabt: Sie malte, dichtete und komponierte, auch Musik zu Singspielen und anderen dramatischen Werken Johann Wolfgang von Goethes. Anna Amalia war die eigentliche Begründerin der Blütezeit Weimars als Stadt der Künste, da sie nach ihrem Rücktritt von der Regentschaft den »Weimarer Musenhof« um sich versammelte. Sie berief Christoph Martin Wieland als Erzieher des künftigen Herzogs nach Weimar, was gewissermaßen die Weimarer Klassik einläutete. Denn der Autor des Agathon und Musarion erlebte hier eine zweite Blütezeit seiner Dichtung und verbreitete in dem von ihm gegründeten Teutschen Merkur den Ruf Weimars als deutsches Athen in alle Lande.

Goethe fielen neben seinen Verwaltungsämtern am Weimarer Hof vielfältige Aufgaben zu, die Herder in einem Brief an Johann Georg Hamann vom 11. Juli 1782 ironisch aufzählte: Der Dichterfürst sei nicht nur allmächtiger Minister, sondern »dazu auch directeur des plaisirs, Hofpoet, Verfassser von schönen Festivitäten, Hofopern, Balletts, Redoutenaufzügen« usw. – kurz das »Faktotum« des Weimarer Musenhofes, dessen Mitglieder Theobald von Oer auf seinem bekannten gleichnamigen Gemälde aus dem Jahr 1860 verewigte.

Götz Teutsch widmet diesen Philharmonischen Salon dem illustren Kreis des Weimarer Musenhofs. Gerd Wameling liest Texte von Anna Amalia, Goethe, Schiller, Wieland, Herder u. a., Mitglieder der Berliner Philharmoniker und Cordelia Höfer (Klavier und Hammerklavier) spielen Werke von Bach, Haydn, Mozart, Johann Graf, Franz Benda, Hummel und Reichardt.

Götz Teutsch (Foto: Monika Ritterhaus)

Gerd Wameling (Foto: Lukas Einsele)