Piotr Anderszewski (Foto: MG de SAINT VENANT)

Kammermusik

Klavierabend mit Piotr Anderszewski

Piotr Anderszewski hat für seinen Klavierabend nicht nur ein anspruchsvolles und stilistisch weit gespanntes, sondern auch ein sehr persönliches Programm zusammengestellt: Natürlich darf Johann Sebastian Bach nicht fehlen, der im Repertoire des polnischen Pianisten einen besonderen Stellenwert einnimmt. Dieses Mal interpretiert Anderszewski Auszüge aus dem zweiten Teil des Wohltemperierten Klaviers, außerdem zwei Variationswerke von Ludwig van Beethoven und Anton Webern.

Piotr Anderszewski Klavier

Johann Sebastian Bach

Das Wohltemperierte Klavier Teil 2 BWV 870 − 893 (Auszüge)

Anton Webern

Variationen für Klavier op. 27

Ludwig van Beethoven

Diabelli-Variationen op. 120

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Mo, 19. Nov 2018, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie U

Programm

Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertes Klavier sei »das Alte Testament, die Beethovenschen Sonaten das neue«, soll Hans von Bülow einmal zu einem Klavierstudenten gesagt haben, »an beide müssen wir glauben«. Der polnische Ausnahmepianist Piotr Anderszewski tut es und spielt in diesem Klavierabend neben ausgewählten Präludien und Fugen aus dem in den 1740er-Jahren entstandenen zweiten Band von Bachs Wohltemperiertem Klavier zwar keine Sonate von Beethoven, wohl aber dessen legendäre Diabelli-Variationen – jenes letzte große Klavierwerk des Komponisten, das Bülow als »Mikrokosmos des Beethovenschen Genius, ja sogar [als] ein Abbild der ganzen Tonwelt« bezeichnete. Zwischen diesen beiden singulären Werken des pianistischen Repertoires platziert Anderszewski Anton Weberns 1937 uraufgeführte Variationen op. 27, die für die Musik der Nachkriegszeit nicht weniger wegweisend waren als Bachs und Beethovens Kompositionen für frühere Jahrhunderte.

Es ist nicht nur ein anspruchsvolles und stilistisch weit gespanntes, sondern auch ein sehr persönliches Programm, das Anderzewski zusammengestellt hat: Nahm die Musik Bachs schon immer einen besonderen Stellenwert in seinem Repertoire ein, so gab es zu Beginn seiner pianistischen Laufbahn immer auch »sehr viel Beethoven«, wie der in Frankreich lebende Künstler in einem 2008 für ARTE produzierten Dokumentarfilm bekannte. Und um die Musik Weberns nicht nur spielen, sondern auch verständlich machen zu können, bedarf es letztendlich eben genau jener subtilen Anschlagskultur, für die Anderzewski weltweit gefeiert wird.

Piotr Anderszewski (Foto: MG de SAINT VENANT)