Daniil Trifonov (Foto: Dario Acosta)

Kammermusik

Artist in Residence: Daniil Trifonov

Seinen ersten Auftritt als Artist in Residence der Saison 2018/2019 bestreitet Daniil Trifonov mit den Stipendiaten der Karajan-Akademie. Das Programm mit Werken von Johann Sebastian Bach bis Alfred Schnittke durchmisst 250 Jahre Musikgeschichte und stellt das Klavier als konzertierenden Partner von unterschiedlich besetzten Kammermusikformationen in den Mittelpunkt. Highlight des Abends ist das 1938 uraufgeführte Konzert in Es Dumbarton Oaks von Igor Strawinsky, das der Komponist als musikalische Hommage an Bachs Brandenburgische Konzerte verstanden wissen wollte.

Daniil Trifonov Klavier

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Gregor Mayrhofer Dirigent

Akademie I

Johann Sebastian Bach

Konzert für Klavier, Streicher und Basso continuo Nr. 1 d-Moll BWV 1052

Daniil Trifonov Klavier

Alfred Schnittke

Konzert für Klavier und Streicher

Daniil Trifonov Klavier, Gregor Mayrhofer Dirigent

Igor Strawinsky

Concerto in Es »Dumbarton Oaks«

Gregor Mayrhofer Dirigent

Igor Strawinsky

Konzert für Klavier und Bläser

Daniil Trifonov Klavier, Gregor Mayrhofer Dirigent

Termine und Karten

So, 30. Sep 2018, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie KA

Veranstalter/Kartenverkauf

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker e.V.

Herbert-von-Karajan-Straße 1

Website besuchen

Programm

Daniil Trifonov, der Artist in Residence der Berliner Philharmoniker in der Saison 2018/2019, ist in diesem ersten von insgesamt sieben Konzerten der Karajan-Akademie als Solist in drei konzertanten Werken zu erleben. Den Auftakt des knapp 250 Jahre überspannenden Programms bildet Johann Sebastian Bachs Anfang der 1730er-Jahre entstandenes d-Moll-Klavierkonzert. Wurden in der Vergangenheit aus verschiedenen Gründen hin und wieder Zweifel an der Echtheit der Komposition angemeldet, so entkräftete einst Albert Schweitzer diese mit der Frage: »Wer außer Bach hätte denn ein solches Werk schreiben können?«

Neuland dürfte Daniil Trifonov mit der Interpretation des Soloparts in Alfred Schnittkes Konzert für Klavier und Streicher aus dem Jahr 1979 betreten. Die hoch emotionale Musik dieser rund 20-minütigen Komposition gleicht einem nächtlichen Spuk und lässt wie in einem Zerrspiegel stilistische Erinnerungen an die Zeit der Wiener Klassik aufblitzen. Zwischen diesen beiden höchst unterschiedlichen Werken vermittelt eine Komposition von Igor Strawinsky: das 1938 uraufgeführte Concerto in Es Dumbarton Oaks, ein spielfreudiges Werk für Kammerorchester, das der Komponist als musikalische Hommage an Bachs Brandenburgische Konzerte verstanden wissen wollte. Wer Daniil Trifonov und die Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker gleich zu Saisonbeginn aus nächster Nähe erleben möchte, ist mit diesem ebenso spannenden wie abwechslungsreichen Konzert bestens beraten.

Über die Musik

»Geschmackvoll, weise und unfehlbar«

Konzerte von Johann Sebastian Bach, Igor Strawinsky und Alfred Schnittke

Der »alte Bach«, gab Claude Debussy 1889 zu Protokoll, »scherte sich wenig um harmonische Formeln. Er zog ihnen das freie Spiel der klanglichen Kräfte vor, aus deren parallelen oder entgegengesetzten Kurvenverläufen jenes unerwartete Aufblühen hervorbricht, das mit unvergänglicher Schönheit noch das geringste seiner unzählbaren Werke schmückt. Es war die Zeit, in der die ›anbetungswürdige Arabeske‹ in Blüte stand, und mit ihr die Musik an den Gesetzen der Schönheit teilhatte, die allem Leben und Weben der Natur eingeschrieben sind.« Debussy liebte in Bachs Musik die »gleichlaufende Bewegung der Linien, ihr zufälliges Zusammentreffen, ihr einmütiges Zusammengehen«. In ähnlichem Kontext bemerkte Alfred Schnittke in einem Interview von 1984, dass erst »der freie Umgang mit den Regeln – an der Grenze zum Risiko – gerade jener Nährboden« sei, »aus dem die vitalen Elemente der Kunst hervorsprießen« würden: »Eine Analyse von Bachs Chorälen würde sehr viele Verstöße gegen die damals äußerst strengen Harmonieregeln aufzeigen. Aber eigentlich sind das gar keine Regelwidrigkeiten. Es sind Bachs Praktiken der Polyfonie, die unser Gehör so verblüffen und hart an der Grenze zu Verstößen stehen. Im Kontext der Musik und vor allem deren Intonationsgrundlage sind sie jedoch gerechtfertigt. […] Damit in der Muschel, die auf dem Boden des Ozeans liegt, eine Perle heranwachsen kann, ist ein Sandkörnchen – etwas ›Fehlerhaftes‹, Fremdartiges – notwendig. Ebenso in der Kunst, wo das wahrhaft Große sehr oft ›der Regel zuwider‹ entsteht.«

Für Schnittke war Bach ein »fernes, unerreichbares Ideal«. In seinen Gesprächen mit Alexander Iwaschkin erklärte er freimütig, dass die Musik des großen Barockmeisters ihn immer wieder inspiriert habe: »Bach bildet für mich den Mittelpunkt von allem. Er ist jenes Zentrum, jene Sonne, die nach allen Seiten strahlt. Ganz gleich, womit ich mich gerade beschäftige, immer spüre ich sie.« Auch Igor Strawinsky bekannte sich zu Bachs Schaffen: »Wie unvergleichlich ist Bachs instrumentale Schreibweise«, äußerte er gegenüber seinem Assistenten Robert Craft. »In seinen Geigenpartien kann man das Harz riechen und in seinen Oboenstellen das Rohr schmecken.« Von Bach, so Strawinskys Resümee, »kann ich nur sagen, wie geschmackvoll, wie weise, wie ›unfehlbar‹ er ist«.

Vom Violinkonzert über die Kirche ins Kaffeehaus: Johann Sebastian Bachs Konzert d-Moll BWV 1052

Johann Sebastian Bach war einer der ersten Komponisten, die konzertante Werke für Cembalo schrieben. Dass es hierzu kam, hatte vor allem praktische Gründe. Denn als der Thomaskantor 1729 in Leipzig auch die Leitung des von Georg Philipp Telemann gegründeten Collegium Musicum übernahm, bestand großer Bedarf an derartiger Musik. Das Ensemble fand sich nämlich in der Regel wöchentlich zum zweistündigen öffentlichen Musizieren zusammen – im Sommer mittwochs zwischen 16 und 18 Uhr im Garten des Kaffeehauses vor dem Grimmaischen Tor und im Winter von 20 bis 22 Uhr in Gottfried Zimmermanns Kaffeehaus, einem Palais in der vornehmen Katharinenstraße hinter dem Marktplatz mit eigenem Konzertsaal. Bach verfügte bereits über ein breites Repertoire an konzertanten Kompositionen, deren Solopartien in der Regel mit Streichern oder Bläsern besetzt waren (nur ein einziges Mal, nämlich im Fünften Brandenburgischen Konzert, hat er ein Solocembalo verlangt). In Leipzig werden diese Concerti in ihrer ursprünglichen Form aufgeführt worden sein. Da aber immer wieder die Musiker für solistische Auftritte fehlten, arbeitete Bach viele der Stücke zu Cembalokonzerten um, womit er einen reibungslosen Konzertbetrieb gewährleisten wollte, indem er sich kurzerhand selbst an das Tasteninstrument setzte.

Auch das berühmte d-Moll-Konzert BWV 1052, das sich bereits im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreute, existierte ursprünglich als Werk für Solovioline. Bevor Bach die Fassung für Tasteninstrument besorgte, verwendete er die ersten beiden Sätze auch in seiner Kantate »Wir müssen durch viel Trübsal« BWV 146. In den Außensätzen des Konzerts begegnet man dem typischen Wechsel zwischen Orchesterpart (Ritornell) und einzelnen Solopassagen (Episoden), wobei im einleitenden Allegro nach überraschendem Unisono bald jene »göttliche Arabeske« das musikalische Geschehen bestimmt, die Debussy so faszinierte. Durch das auffällige Abwechseln der Finger auf ein und derselben Taste gelingt es Bach, die Bariolage-Technik der Streicher auf das Tasteninstrument zu übertragen – eine Spielweise, die darin besteht, denselben Ton in raschem Wechsel auf unterschiedlichen Saiten zu greifen und zu streichen. Das g-Moll-Adagio erinnert an eine Chaconne: Während die Klavierunterstimme stets das sich wiederholende Thema mitspielt, erklingt in der Oberstimme eine improvisiert wirkende Linie, in der sich einmal mehr Bachs ornamentale Schreibweise offenbart.

Bewusstes Ausspielen unterschiedlicher Stile: Schnittkes Konzert für Klavier und Streicher

Alfred Schnittke sah in Johann Sebastian Bach erklärtermaßen ein »großes Vorbild«, das er allerdings keinesfalls imitieren wollte: »Ich werde niemanden nachahmen, ich will der bleiben, der ich bin […]« Allerdings ließ Schnittke barocke Stilelemente à la Bach in die eigene Musik einfließen, wobei er auch auf typische Charakteristika anderer Epochen zurückgriff. Seine visionäre musikalische Poetik führte ihn nämlich spätestens von Mitte der 1970er-Jahre an mit Collage- und Zitattechniken bzw. mit Verfremdungen und Überblendungen von Vergangenem und Gegenwärtigem zu einer Ästhetik, die er selbst »polystilistisch« nannte: Unbefangen setzte der 1934 im wolgadeutschen Engels geborene Komponist, der nach seiner Emigration in Berlin und Hamburg lebte, das musikgeschichtlich zur Verfügung Stehende neu zusammen, reaktivierte längst aufgegebene Formen und fand dennoch zu einem unverwechselbar eigenen Klangidiom: »Man kann mit Hilfe einer modernen musikalischen Sprache komponieren, indem man ihren Elementen einen archaischen Modus verleiht, oder umgekehrt: indem man die alte Sprache verwendet, jedoch mit der Logik der gegenwärtigen Entwicklung. Dies führt unvermeidlich zu einer Paradoxie der musikalischen Logik, die sich in keinerlei Rahmen eines Stils zwingen lässt. […] Polystilistik ist für mich eine bewusste Ausspielung der Stilunterschiede, wodurch ein neuer musikalischer Raum entsteht und eine dynamische Formgestaltung wiederermöglicht wird.«

Für Schnittke, der sich »gleichzeitig als Deutscher, Russe und Jude« fühlte, resultierten seine »Versuche, Elemente unterschiedlicher Stile aus verschiedenen Jahrhunderten miteinander zu verbinden«, folgerichtig aus dem musikhistorischen Kontext: »Polystilistische Elemente gab es schon immer als Keime in jeder Musik; bewusste Polystilistik wurde von Mahler, Ives, Berg, Strawinsky und Schostakowitsch angewandt.« Neben Mahler räumte Schnittke hierbei auch der Musik Strawinskys einen besonderen Stellenwert ein, da in ihr oft »Elemente von drei, vier oder mehr verschiedenen Stilen« anzutreffen seien – etwa in dessen Ballettmusik Apollon musagète, deren »quasi-antiker Neoklassizismus dem Komponisten zufolge Assoziationen an Lully, Gluck, Delibes, Strauss, Tschaikowsky und Debussy nahelegen soll«. Weiter führt Schnittke aus: »Trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren, die die Polystilistik in sich birgt, sind ihre unbestreitbaren Verdienste schon offensichtlich. Diese bestehen in einer Ausweitung der musikalischen Ausdrucksmittel, einer größeren Leichtigkeit, die ›gehobenen‹ und die ›gemeinen‹ Stile zu integrieren, die ›banalen‹ und die ›exquisiten‹, mit einem Wort, in einem umfassenden Universum und stilistischer Demokratisierung. […] Es wäre schwierig, eine andere musikalische Technik zu finden, die so geeignet für den Ausdruck der philosophischen Idee der Kontinuität wäre, wie Polystilistik.«

Diese bewusste Intertextualität findet sich auch in Schnittkes Konzert für Klavier und Streichorchester, an dessen Beginn die motivisch-thematischen Grundzellen im harmonisch-tonalen Zusammenhang vom Soloinstrument exponiert werden, bevor sich repetitive Streicherakkorde mit dem Hauptthemenkomplex verbinden. Während die Klavierdreiklänge zunächst harmonisch stabil bleiben, wird der Tonvorrat bald von »ausfransenden« Verzweigungen der Orchesterstimmen um Vierteltöne erweitert – ein Prozess, der in der Reprise ins Gegenteil verkehrt wird, da dort die Streicher Akkordeklänge aushalten, während die Textur der Klavierpartie in Fragmente zerfällt. Nach einem bewegten Mittelteil sowie einer großen Kadenz mit anschließendem Höhepunkt wird in der Coda der ätherische Charakter des Konzertbeginns wieder aufgenommen, bevor unter extremer Weitung des Tonraums die Musik in großer Ferne zu verklingen scheint.

Blick zurück nach vorn: zwei Konzerte von Strawinsky

Igor Strawinsky schrieb sein neoklassizistisches Dumbarton Oaks Concerto für 15 Solo-Instrumentalisten im Auftrag der amerikanischen Kunstmäzene Mildred und Robert Woods Bliss, die er im Zusammenhang mit der Uraufführung von Jeu de cartes am 27. April 1937 in der New Yorker Metropolitan Opera kennengelernt hatte. Beide luden den Komponisten auf ihren Landsitz Dumbarton Oaks ein und bestellten anlässlich der Feier ihres 30. Hochzeitstags ein Kammerkonzert, dessen Besetzung den räumlichen Verhältnissen des Hauses angepasst war. Strawinsky gestaltete das »kleine Konzert« erklärtermaßen im Stil von Bachs Brandenburgischen Konzerten, wobei ihm eine Vielzahl äußerst geschickter musikhistorischer Überblendungen gelang: Nicht nur die Satzfolge schnell – langsam – schnell verweist auf die Six Concerts Avec plusieurs Instruments, wie Bach die Werke selbst genannt hatte. Auch der Beginn des Kopfsatzes weist hörbare Ähnlichkeiten mit dem Auftakt des Dritten Brandenburgischen Konzerts auf, wobei Strawinsky (ebenso wie Bach) den gesamten Satz mit Hilfe einer kontinuierlichen Fortspinnung dieser neobarocken Anfangsidee gestaltet. Weitere Anknüpfungspunkte sind die Übernahme kontrapunktischer Fugato-Techniken sowie der im barocken Concerto grosso übliche traditionelle Wechsel von Tutti- und Solopassagen. Allerdings lässt Strawinsky jedes der 15 Instrumente des Kammerorchesters zu unterschiedlichen Zeiten bisweilen in hochvirtuoser Manier solistisch hervortreten, was erneut auf das dritte der Brandenburgischen Konzerte als Bezugspunkt hindeutet.

Mehr als zehn Jahre vor dem Dumbarton Oaks Concerto entstand das Konzert für Klavier und Bläser, in dem Strawinsky – wie der Titel vermuten lässt – auf Streicher (abgesehen von den Kontrabässen) verzichtete. Denn für den Neoklassizisten waren die warmklingenden Streichinstrumente eng mit einem subjektiven Gefühlsausdruck verbunden, den es seiner Vorstellung nach zu vermeiden galt. Auch deshalb schöpfte der Komponist die perkussiven Möglichkeiten des Klaviers voll aus, um sich hörbar von der romantischen Konzertpraxis zu distanzieren; einzig im zentralen Largo wird ein Anschlag im Legato verlangt. Eine ganze Reihe von Momenten dieser Musik weisen auf das Barockzeitalter zurück, etwa die langsame Einleitung des Kopfsatzes, die an den Beginn einer französischen Ouvertüre aus dem 18. Jahrhundert erinnert. Majestätische Doppelpunktierungen in den Blechbläsern lassen an die Musik Händels denken, während das Soloinstrument den abrupt einsetzenden Allegro-Teil im quirligen Geist der Cembalostücke Bachs oder Scarlattis eröffnet. Auf den wärmer timbrierten langsamen Mittelsatz, der einige fließende Kadenzabschnitte im Tempo rubato umfasst, folgt ein Finale, in dem Strawinsky zum toccatenartigen Cembalostil zurückkehrt.

Die Uraufführung des Werks, die am 22. Mai 1924 an der Pariser Oper stattfand, war der Beginn von Strawinskys Pianistenkarriere: Der Dirigent des Abends, Sergej Kussewitzky, hatte ihm vorgeschlagen, den Solopart selbst zu spielen. Strawinsky – seit seinen Etüden von 1908 im Klavierspiel nicht mehr podiumsgerecht versiert – begann intensiv zu üben, sodass er eine Probeaufführung im privaten Rahmen meisterte. Am Abend der öffentlichen Premiere kam es dennoch zu einem kleinen Zwischenfall: »Am Anfang meiner Solistenlaufbahn«, schrieb Strawinsky in seinen Erinnerungen, »hatte ich natürlich Lampenfieber, und längere Zeit hindurch kostete es mich sehr viel Mühe, dieses Gefühl zu überwinden. […] Ich erinnere mich sehr gut daran, dass mich bei meinem ersten Auftreten plötzlich das Gedächtnis verließ. […] Der erste Satz meines ›Concerto‹ war zu Ende, da bemerkte ich plötzlich, dass ich den Anfang des zweiten Satzes völlig vergessen hatte. Ich flüsterte meine Not Kussewitzky zu, und er gab mit leiser Stimme die ersten Noten an. Das genügte, um mich wieder ins Bild zu setzen, und nun konnte ich mit dem Largo beginnen.«

Harald Hodeige

Biografie

Daniil Trifonov, in dieser Saison Artist in Residence der Berliner Philharmoniker,wurde 1991 in Nischni Nowgorod (Russland) geboren; beide Eltern waren Berufsmusiker. Als Fünfjähriger erhielt er seinen ersten Klavierunterricht und bereits mit acht Jahren trat er erstmals mit Orchester auf; später studierte er an der Gnessin-Musikschule in Moskau bei Tatiana Zelikman. 2009 wechselte Trifonov auf Empfehlung seiner Lehrerin zu Sergei Babayan ans Cleveland Institute of Music, wo er auch Kompositionsunterricht erhielt. 2011 gewann der junge Pianist den 13. Internationalen Rubinstein-Klavierwettbewerb in Tel Aviv; im selben Jahr wurde er mit dem Ersten Preis, dem Grand Prix, dem Publikumspreis und dem Preis für die beste Aufführung eines Mozart-Konzerts beim 14. Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau ausgezeichnet. Seitdem ist Daniil Trifonov als Solist renommierter Orchester und mit Soloabenden in der ganzen Welt gefragt. Seine Aufführungen von Prokofjews Klavierkonzerten Nr. 1 und Nr. 3 mit dem London Symphony Orchestra und Valery Gergiev waren Glanzlichter der BBC Proms 2015. Wenig später gab der Künstler Recitals in der Walt Disney Hall in Los Angeles und in der Londoner Wigmore Hall sowie sein Debüt beim Philadelphia Orchestra. Zudem gastierte er in Schanghai mit den New Yorker Philharmonikern, in deren Vorstand er gewählt wurde. Zu den Höhepunkten der jüngeren Vergangenheit zählen ein Recital in der Carnegie Hall, Konzerte mit Yannick Nézet-Séguin und dem Philadelphia Orchestra, mit Andris Nelsons beim Tanglewood Festival und bei den Salzburger Festspielen sowie eine USA-Tournee, auf der er sein eigenes Klavierkonzert spielte. In der Klavierreihe der Stiftung Berliner Philharmoniker war Daniil Trifonov erstmals Anfang Oktober 2016 mit Werken von Schumann, Schostakowitsch und Strawinsky zu Gast; beim Orchester debütierte er in den Konzerten zum Jahresende 2016 als Solist in Rachmaninows Drittem Klavierkonzert (Dirigent: Sir Simon Rattle). Zuletzt war er bei ihnen im Januar 2018 unter der Leitung von Mariss Jansons mit Schumanns a-Moll-Klavierkonzert zu Gast.

Gregor Mayrhofer wurde 1987 in München geboren und als Kind im Geigen- und im Klavierspiel unterrichtet. Er studierte Komposition, Dirigieren und Gehörbildung in Paris, München und Düsseldorf, bevor er seine Ausbildung bei Alan Gilbert an der Juilliard School in New York vervollkommnete. Entscheidende künstlerische Impulse erhielt er außerdem von Bernard Haitink, Fabio Luisi und Peter Eötvös. Zur Zeit Dirigierstipendiat der Karajan-Akademie, war Gregor Mayrhofer in der vergangenen Spielzeit Assistent von Sir Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern. 2015/2016 arbeitete er in gleicher Position beim Ensemble Intercontemporain in Paris; dort gab er 2016 als Einspringer für Pablo Heras-Casado sein Dirigierdebüt in der Pariser Philharmonie. Darüber hinaus hat er bereits mit dem SWR Sinfonieorchester, den Münchner Symphonikern, dem Orchester der Lucerne Festival Academy und dem Scharoun Ensemble Berlin zusammengearbeitet. Kompositionsaufträge erhielt der Musiker u. a. von der Bayerischen Staatsoper München, dem Bayerischen Rundfunk, den Tiroler Festspielen Erl, dem Siemens Arts Forum und dem Orchester der Deutschen Oper Berlin. Im Berliner Kammermusiksaal brachte Gregor Mayrhofer im Mai 2018 gemeinsam mit Stipendiaten der Karajan-Akademie das von ihm komponierte Insect Concerto zur Uraufführung – zur Unterstützung der WWF-Kampagne gegen das weltweite Insektensterben. Im Januar 2019 wird er, wiederum mit den Stipendiaten der Karajan-Akademie, ein weiteres Konzertprogramm gestalten, das auch ein neues Werk von ihm enthält.

Daniil Trifonov (Foto: Dario Acosta)

Karajan-Akademie (Foto: Peter Adamik)