Marlis Petersen (Foto: Yiorgos Mavropoulos)

Kammermusik

Coro e Orchestra Ghislieri: »Theater für die Seele«

Pergolesis D-Dur-Messe – so Giulio Prandi – sei »Theater für die Seele«. Der Dirigent und sein Coro e Orchestra Ghislieri gelten als Spezialisten für musikalische Preziosen der italienischen Kirchenmusik. Neben der opernhaft und emotional konzipierten Messe von Pergolesi stehen noch Joseph Haydns »Kleine Orgelmesse« und Wolfgang Amadeus Mozarts Vesperae solennes de Confessore auf dem Programm. Die Sopransoli in allen drei Werken singt Marlis Petersen.

Coro e Orchestra Ghislieri

Giulio Prandi Dirigent

Marlis Petersen Sopran

Joseph Haydn

Missa brevis sancti Joannis de Deo B-Dur Hob. XXII:7 »Kleine Orgelmesse«

Coro e Orchestra Ghislieri , Giulio Prandi Dirigent, Marlis Petersen Sopran

Wolfgang Amadeus Mozart

Vesperae solennes de Confessore C-Dur KV 339

Coro e Orchestra Ghislieri , Giulio Prandi Dirigent, Marlis Petersen Sopran

Giovanni Battista Pergolesi

Messe D-Dur

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Di, 13. Nov 2018, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie R

Programm

Pergolesis D-Dur-Messe – so Giulio Prandi – sei »Theater für die Seele. […] Das Werk spricht die Zuhörer unmittelbar an, weil die Sprache direkt und tief in die Seele der Menschen eindringt«. Seit der Gründung seines Coro e Orchestra Ghislieri im Jahr 2003 hat es sich der Dirigent zur Aufgabe gemacht, unbekannte musikalische Preziosen der italienischen Kirchenmusik wiederzuentdecken und aufzuführen. Im März 2018 veröffentlichte er die Aufnahme von Pergolesis Messe-D-Dur, deren Notenmaterial Jahrhunderte lang in verschiedenen Bibliotheken verstreut war. Dramatisch, mitreißend und energiegeladen ist dieses festliche Werk, das der Komponist vermutlich im Auftrag der Stadt Neapel zu Beginn der 1730er-Jahre geschrieben hat, einer Zeit, in der der gestische und emotionsgeladene Opernstil auch in die Kirchenmusik Eingang fand. Pergolesi, der mit seinem Intermezzo La serva padrona die Gattung der Opera buffa entscheidend prägte, zählte damals zu den spannendsten Komponisten seiner Zeit. Jäh beendete sein früher Tod eine vielversprechende künstlerische Entwicklung.

Opernhafte, ariose Stilmittel finden sich auch in den anderen beiden geistlichen Werken dieses Konzerts. Die in Besetzung und Umfang sehr knapp gehaltene Missa brevis Sancti Joannis de Deo von Joseph Haydn erhielt durch das ausgedehnte Orgel- und Sopransolo im Benedictus den Beinamen »Kleine Orgelmesse«. Mozart schafft in seiner für den Salzburger Erzbischof komponierten Vesperae solennes de Confessore eine geniale Mischung von »modernem« theatralischen und strengem kontrapunktischen Stil. Das wohl bekannteste Stück daraus ist das »Laudate Dominum«, das Mozart als einen innigen, lyrischen Satz für Sopran und Chor konzipierte. Die Sopransoli in allen drei Werken singt Marlis Petersen. Die international gefragte Opernsängerin hat bereits mit vielen namhaften Dirigenten der historisch-informierten Aufführungspraxis zusammengearbeitet, u. a. René Jacobs und Ton Koopman.

Marlis Petersen (Foto: Yiorgos Mavropoulos)

Giulio Prandi (Foto: Matteo Belli)

Coro & Orchestra Ghislieri (Foto: Cyrille Guir)

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