Daniel Barenboim (Foto: Monika Rittershaus)

Berliner Philharmoniker

Daniel Barenboim Dirigent

Radu Lupu Klavier

Joseph Haydn

Symphonie Nr. 95 c-Moll

Ludwig van Beethoven

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 G-Dur op. 58

Radu Lupu Klavier

Robert Schumann

Symphonie Nr. 4 d-Moll op. 120 (2. Fassung von 1851)

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Do, 06. Jun 2019, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie B

Fr, 07. Jun 2019, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie M

Sa, 08. Jun 2019, 19:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 18:00 Uhr

Sonderkonzert

Programm

Wenn Radu Lupu die Hände auf die Tasten legt, entsteht bereits beim Erklingen der ersten Noten eine außergewöhnlich packende Atmosphäre. Seit Jahrzehnten fasziniert der in Rumänien geborene und in Moskau ausgebildete Pianist auf den internationalen Podien mit feinsinnigster Musikalität und kompromisslosem Spiel. Bei seinem Gastspiel bei den Berliner Philharmonikern widmet sich Radu Lupu Ludwig van Beethovens Viertem Klavierkonzert, das mit seiner atmosphärischen Dichte gerade Romantiker wie Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy und Frédéric Chopin fesselte – vornehmlich aufgrund des verträumten Andantes, das Schumann als »groß-geheimnisvolle[s] Adagio« bezeichnete. Dirigent ist Daniel Barenboim, den mit Radu Lupu neben einer fruchtbaren und seit Jahrzehnten andauernden musikalischen Zusammenarbeit auch eine herzliche Freundschaft verbindet. Für Daniel Barenboim haben die Konzerte noch eine andere Bedeutung: Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren debütierte er als Dirigent bei den Berliner Philharmonikern. Am 14. und 15. Juni 1969 leitete er das Orchester zum ersten Mal. Damals standen dieselben Werke auf dem Programm wie an diesen Abenden. Solist war Clifford Curzon.

Eingeleitet werden die Abende durch die Symphonie Nr. 95 c-Moll von Joseph Haydn, der bereits Anfang 1785 im Londoner Gazetteer and New Daily Advertiser als »Shakespeare der Musik« gefeiert wurde. Das Werk, das vermutlich am 29. April 1791 zum ersten Mal in den Hanover Square Rooms erklang, entsprach den Vorstellungen von Größe, Erhabenheit und Majestät, welche die englischen Zeitgenossen mit Haydns Musik verbanden. Denn bereits die ersten Takte dieser »New Grand Overture«, wie die Symphonie auf dem Programmzettel angekündigt wurde, beginnen mit grandioser Geste, die den Hörern ein »Vorhang auf!« oder »Aufgepasst!« zuzurufen scheint. Allerdings mündet das markante Unisono-Signal, kaum dass es erklungen ist, in einer Generalpause. Und auch die folgende, ungemein kontrastreiche Musik verblüfft, denn auch hier bemühte sich Haydn darum, das »Publikum durch etwas Neues zu überraschen und auf eine brillante Art zu debütieren«. So äußerte sich der Komponist gegenüber seinem frühen Biografen Georg August Griesinger, weshalb er immer wieder mit intellektuellem Kalkül ästhetische Normen durchbrach.

Nach der Pause steht Robert Schumanns Vierte Symphonie auf dem Programm, die bei ihrer Leipziger Premiere am 6. Dezember 1841 nicht den erhofften Erfolg erzielen konnte. Schumann legte das Werk für ziemlich genau zehn Jahre beiseite, um es im Dezember 1851 so grundlegend zu überarbeiten, dass eine neue Partitur notwendig wurde. Die Düsseldorfer Uraufführung der revidierten Version sorgte für Begeisterung, was Schumann gegenüber seinem Freund Johann Verhulst so erklärte: »Ich habe die Symphonie übrigens ganz neu instrumentiert, und freilich besser und wirkungsvoller, als sie früher war.«

Daniel Barenboim (Foto: Monika Rittershaus)

Radu Lupu (Foto: Ivan Maly)