Daniel Harding (Foto: Stephan Rabold)

Daniel Harding dirigiert Bruckners Fünfte

»Tragische«, »Faustische«, »Katholische«: Die unterschiedlichsten Beinamen schob die Nachwelt der Fünften Symphonie von Anton Bruckner unter, während der Komponist selbst von seiner »Phantastischen« Symphonie sprach. Daran zeigt sich vor allem die Vielfalt an Ausdruckswelten, die in diesem monumentalen Werk zu finden sind – vom grüblerischen Raunen bis zum strahlenden Auftrumpfen. Dirigent des Abends ist Daniel Harding.

Berliner Philharmoniker

Daniel Harding Dirigent

Anton Bruckner

Symphonie Nr. 5 B-Dur

Termine und Karten

Fr, 21. Sep 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie F

So, 23. Sep 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie A

Programm

Was für eine Entdeckung! 1904 stieß ein pensionierter Beamter des k.k. Eisenbahnministeriums im Nachlass seines kürzlich zuvor verstorbenen Schwiegervaters auf eine handschriftliche Partitur aus der Feder von Anton ­Bruckner. Die Sensation bestand keineswegs darin, dass dieses Werk bislang unentdeckt geblieben wäre, handelte es sich bei dem Fund doch um Bruckners Fünfte Symphonie, die unter der Leitung von Franz Schalk am 9. April 1894 in Graz uraufgeführt worden war. Für Furore sorgte vielmehr die Tatsache, dass diese Handschrift eine Zueignung aufwies. Ihr war zu entnehmen, dass Bruckner seine Fünfte drei Jahre nach ihrer Vollendung »in tiefster Ehrfurcht« Dr. Karl Ritter von Stremayr gewidmet hatte. In seiner Funktion als Minister für Kultus und Unterricht hatte Stremayr 1875 Bruckners Ruf als Lektor für Harmonielehre und Kontrapunkt an die Wiener Universität bestätigt. Der Komponist dankte es ihm, indem er eine säuberliche, auf den 4. November 1878 – den Namenstag Stremayrs – datierte Abschrift seiner Fünften Symphonie nebst Widmung anfertigte, die dann bis zum Tod Stremayrs in dessen Privatbesitz verblieb.

Erstmals erklungen war Bruckner Fünfte am 20.April 1887 in einer Transkription für zwei Klaviere im Wiener Bösendorfersaal. Die erste Orchesteraufführung fand dann in Abwesenheit des Komponisten sieben Jahre später in einer Bruckners Intentionen vielfach verfälschenden Fassung statt: Der Dirigent hatte das groß dimensionierte Werk um rund 15 Minuten gekürzt, die Partitur zugleich aber in bester Opernmanier um ein Fernorchester bereichert. Da Schalk seine Version 1896 auch im Druck herausgab, war sie für die weitere Rezeption der Fünften richtungsweisend. Erst durch den spektakulären Fund der Stremayr zugeeigneten Partiturabschrift Bruckners wurde das Interesse an der Originalgestalt des Werks neu erweckt. Unbestreitbar scheint seitdem, dass sich die Fünfte wie eine Vorahnung von Bruckners Ruf an die Wiener Universität ausnimmt: Das Werk, das Bruckner selbst einmal als sein »kontrapunktisches Meisterwerk« bezeichnet haben soll, ist trotz seiner groß angelegten formalen Strukturen ein Musterbeispiel für kompositorische Ökonomie und Satzstrenge.

Bei Daniel Harding, der u. a. bei Claudio Abbado und Sir Simon Rattle sein Dirigierhandwerk als deren Assistent erlernte und 1996 im Alter von nur 21 Jahren sein philharmonisches Debüt gab, liegt dieses exzeptionelle Werk Bruckners in den denkbar besten Händen.

Über die Musik

»Jetzt erst recht!«

Anton Bruckners Fünfte Symphonie

Man kann es sich geradezu bildlich vorstellen, wie Anton Bruckner im Mai 1876 mitten auf einer gigantischen Partiturseite die letzten Linien von oben nach unten akkurat einträgt, die Feder zur Seite legt, sich zurücksinken lässt und aufatmend den Blick gen Himmel richtet. Der Schlussstrich der Fünften Symphonie – er ist endlich erreicht! Doch erfüllen sich nun auch die Hoffnungen, die ihr Schöpfer bei der Entstehung des Werks hegte?

Befreiung aus der Krise

Der am 4. September 1824 in der oberösterreichischen Provinz geborene Komponist hatte sich sein Leben lang um gesellschaftlichen Aufstieg und künstlerische Anerkennung bemüht. Beides war ihm glänzend gelungen: Vom Schulgehilfen auf dem Land über die Tätigkeit als Domorganist in Linz hatte er es 1868 zum Hoforganisten und zum Professor für Harmonielehre, Kontrapunkt und Orgelspiel am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien gebracht. Letztere Stelle, so ehrenwert sie auch sein mochte, taugte jedoch kaum zur Sicherung eines bürgerlichen Lebensstils in der österreichischen Hauptstadt, wie ihn Bruckner zu pflegen wünschte. Deshalb bemühte er sich um eine Anstellung an der Wiener Universität, von der der Musiker sich nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch ein erneut gesteigertes Renommee versprach. Das Professorenkollegium war jedoch skeptisch und wies das Gesuch des 50-Jährigen im Herbst 1874 ab. Noch dazu verlor Bruckner in dieser Zeit seine Nebentätigkeit an einer Lehrerbildungsanstalt.

Diese Rückschläge lösten eine seelische Krise aus. »Mein Leben hat alle Freude u Lust verloren – umsonst, u um nichts«, klagte Bruckner am 12. Januar 1875 gegenüber seinem Förderer und Freund Moritz von Mayfeld. Und wenig später, noch depressiver: »Alles ist zu spät. Fleißig Schulden machen, u am Ende im Schuldenarreste die Früchte meines Fleißes genießen, und die Thorheit meines Übersiedelns nach Wien ebendort besingen, kann mein endliches Loos werden.« Dass er dennoch am 14. Februar 1875, mit der Komposition seiner Fünften Symphonie begann, wirkt wie ein gewaltiger Akt der Selbstbehauptung, »Jetzt erst recht!«, mag er sich gedacht haben, als gelte es, entgegen den Urteilen aller Skeptiker und nicht zuletzt gegenüber eigenen Skrupeln, seine Fähigkeiten ein für alle Mal unter Beweis zu stellen. Besonderes Augenmerk richtete Bruckner bei der neuen Symphonie auf die Kunst des Kontrapunkts – der Verwebung und Durchdringung der Stimmen –, dessen Regelwerk seit Anfang des 18. Jahrhunderts zu den zentralen Prinzipien der Satztechnik gehörte. Dieser hohe Anspruch machte die Komposition jedoch zu einem heiklen Unterfangen. Als würde er sich an das Projekt quasi herantasten, begann Bruckner mit dem Adagio, bevor er sich an die konsequente Ausarbeitung der übrigen drei Sätze machte. Die Arbeit ging bis zur Fertigstellung der Partitur am 16. Mai 1876 konzentriert voran, forderte aber auch die Kondition heraus. Wie sich sein Schüler Josef Vockner erinnerte, wollte Bruckner ein Werk wie dieses nicht »für 1000 Gulden [...] nochmals« schreiben.

Unbedingter Wille zur Logik

Die Fünfte ist – wie auch alle anderen Symphonien des Komponisten – ein Solitär von geradezu erhabener Erscheinung. Ihre Besonderheit liegt darin, dass Bruckner die musikalischen Abläufe mit einer bezwingenden inneren Logik gestaltet und dabei eine äußerst durchdachte Form erarbeitet hat. Aus Themen, Motiven und Abläufen spinnt sich ein dichtes Beziehungsnetz, das die Grenzen eines einzelnen Satzes nicht selten überschreitet.

Der Kopfsatz ist dabei insofern ungewöhnlich, als Bruckner zum ersten Mal in seiner Laufbahn eine langsame Einleitung komponiert hat. Er beginnt mit einer ruhigen, melancholischen Episode, flächigen Streicherklängen und gedämpften Pizzicati; ohne Überleitung schließt sich ein wuchtiges, von den Blechbläsern beherrschtes Motiv an, das zwei Mal in einen gravitätischen Choral mündet. Im dritten Abschnitt entwickelt sich unversehens ein unter Paukenwirbeln vibrierendes Fortissimo. Erst nach dieser Eröffnung erklingt der Allegro-Hauptteil, der nun ohne Umschweife mit dem markanten Thema beginnt: einem erst absteigenden, kurz verweilenden und dann in scharfer Punktierung aufstrebenden Motiv. Seinen irrlichternder Gegenpart bildet eine zweite Episode im Pizzicato. Während diese Passage auf melodische Entfaltung abzielt, durchmischen sich im Folgenden die Instrumentengruppen, sodass ein prachtvoller symphonischer Eindruck entsteht.

Was bislang mit Ruhe und Sorgfalt ausgebreitet wurde, durchläuft darauf ein wechselvolles Kombinationsspiel der Instrumentierung und Satztechnik. Die Abstände zwischen leisen und eruptiven Passagen verdichten sich enorm, was bis zu einem jähen Gegenüber aus einem wüst stampfenden Rhythmus und einer leisen Choralversion reicht. Die Reprise, in der alle vom Geschehen der Durchführung enervierten Hauptgedanken noch einmal wiederholt werden, krönt schließlich eine knappe Coda. Sie verwandelt den Kopf des Hauptthemas in eine majestätische, sich unzählige Male wiederholende Dur-Fanfare.

Widerstreit zwischen Fläche und Linie: Adagio und Scherzo

Die Idee einer verhaltenen, bloß von den Streichern gezupften Einleitung wird im Adagio aus dem Kopfsatz übernommen. Doch das Grundtempo ist nun erstmals in dieser Symphonie ein schreitender Dreiertakt – eine Art Ländler in Zeitlupe. Die anfangs noch idyllische Stimmung währt jedoch nur kurz. Bruckner führt das Geschehen über einen raumgreifenden, romantischen Streichersatz und eine von Horntupfern getragene Fläche zu einer weitläufigen, noch intensiveren Steigerung. Eindringliche Episoden, die von auf- und absteigenden Linien der Streichinstrumente und strahlendem Blech getragen werden, stehen Passagen gegenüber, die durch die sich hier verwebenden Solostimmen etwa der Flöte, des Horns oder des Cellos wie zurückgenommen, fast vereinzelt wirken.

Bis in die Motive der Begleitung hinein sind die beiden Mittelsätze stark aufeinander bezogen. Das Scherzo fußt auf ähnlichen Begleitfiguren wie das vorangegangene Adagio – nun aber mit markigem Bogenstrich und in eindringlicherem Tempo gespielt. Nicht nur in seinen überraschenden Tempowechseln ist dieser Satz außergewöhnlich; auch die dynamischen Kontraste zwischen derwischartig kreisenden Fortissimi und eher federnden Abschnitten folgen schnell aufeinander. Das in der Mitte erklingende Trio bringt eine zwar bewegte, durch die Dur-Melodik und die Instrumentation mit Holzbläsern aber auch gelöst volkstümliche Stimmung mit sich.

Choral und Kombinationskunst

Die Symphonie bildet ein Beziehungsgeflecht. Im Finale wird dieses Prinzip noch einmal auf höchst eindrucksvolle Weise deutlich. Wieder erklingt zunächst eine langsame Einleitung, die sowohl an das Hauptthema des ersten als auch an den langsamen Satz erinnert. Als Scharnier zwischen diesen Reminiszenzen setzt Bruckner ein eigenwilliges Motiv ein: Ein absteigender Oktavsprung führt über eine kurze, gebundene Punktierung zu seinem einen Halbton höher gelegenen aufsteigenden Pendant. Aus diesem Einfall entwickelt sich bald eine strenge Fuge. Nachdem ihre Energie immer weiter abgenommen hat, folgt ein eher gesanglicher Abschnitt, dessen kunstvoll verwobene Linien über eine aufstrebende Tonleiter in eine weitere dramatische Episode münden. Im strahlend tönenden Satz von Trompeten, Hörnern, Posaunen und Tuba erklingt nun ein leuchtender Choral, den die Streicher mit ihrem Echo in ein schimmerndes Licht tauchen. Gerade dieses Motiv entwickelt sich zum Kernstück des Finales. Die Wiederholung des Choralthemas durch das Solohorn leitet eine neue Episode ein, in der Bruckner zahlreiche Techniken des Kontrapunkts auf seine Themen und Motive anwendet.

Anschließend zeigt sich, dass auch der Choral melodisch und harmonisch offen für eine Kombination mit dem Hauptthema ist. Ehe dies im dreifachen Fortissimo und Unisono demonstriert wird, fügt Bruckner noch eine weitere Phase ein, bei welcher der Oktavsprung nebelhaft durch die Instrumentengruppen mäandert. Dadurch entsteht der Eindruck, als sei an dieser Stelle noch unklar, ob die geplante Synthese der Motive überhaupt funktionieren kann. Doch die kontrapunktische Kunst entwickelt sich konsequent bis zur höchsten polyfonen Stufe weiter: der Doppelfuge. Nach der Reprise des flüchtigen Seitenthemas wird offenbar, dass auch das Thema des ersten Satzes der Symphonie in ähnlicher Weise mit dem Hauptmotiv des Finales verbunden werden kann. Es braucht noch einmal eine gewaltige Steigerungswelle; dann setzt der Choral ein – großflächig ausgebreitet in den Blechbläsern, unterfüttert mit den Punktierungen des Hauptmotivs als rhythmischem Kontrapunkt. Der Jubel dauert eine ganze Weile an: »Choral bis zum Ende fff«, schreibt der Komponist schon 52 Takte vor dem Schluss der Symphonie.

Schatten der Bearbeitung

Mitten in der Arbeit erhielt Anton Bruckner am 8. November 1875 dann doch die erhoffte Anstellung als Lektor für Harmonie und Kontrapunkt an der Universität Wien. Seine Hoffnungen hatten sich damit endlich erfüllt, und im April 1876 fand seine Antrittsvorlesung statt. Rund einen Monat später konnte auch die Niederschrift der Fünften Symphonie beendet werden und die Durchsicht des Werks war am 4. Januar 1878 endgültig abgeschlossen. Stolz soll Bruckner danach die neue Symphonie als sein »kontrapunktisches Meisterstück« bezeichnet haben.

Doch so viel Energie er in die Komposition investiert hatte, so wenig konnte oder wollte er sich auch für deren Aufführung einsetzen. Um diese bemühten sich besonders seine Schüler Franz und Joseph Schalk, die allerdings eigene Pläne verfolgten. In einer Fassung für zwei Klaviere setzten die beiden Brüder und der Pianist Franz Zottmann die Symphonie am 20. April 1887 – mehr als neun Jahre nach ihrer Vollendung – im Wiener Bösendorfersaal aufs Programm; es war das einzige Mal, dass Bruckner sein Werk selbst hörte.

Bei der noch einmal sieben Jahre später stattfindenden ersten Aufführung mit Orchester am 9. April 1894 im Stadttheater Graz, die Franz Schalk dirigierte, war der alternde Meister aus gesundheitlichen Gründen nicht anwesend. Dies hatte jedoch auch etwas Gutes, denn an diesem Tag erklang eine stark bearbeitete Fassung der Symphonie, die Bruckners kompositorische Absichten unterlief und ihn sicherlich verärgert hätte. Unter anderem fielen besonders im Finale ganze Satzabschnitte der Kürzung zum Opfer, Dissonanzen wurden geglättet, Tempi korrigiert und sogar die Instrumentation verändert, um einen Klang zu erreichen, der am Stil Richard Wagners orientiert war. Auch zusätzliche Instrumente wie Becken, Triangel und sogar ein von Ferne spielendes Bläserensemble verfälschten den Originalklang. Über diese vielen gravierenden Änderungen ließ Franz Schalk den Komponisten allerdings im Unklaren, als er ihm am Tag nach dem Konzert schrieb. »Sie werden gewiss schon mündlichen Bericht haben über die ungeheure Wirkung, die Ihre große herrliche V. hervorrief. Ich kann hier nur beifügen, dass der Abend für die Zeit meines Lebens zu den herrlichsten Erinnerungen zählen wird, deren ich je teilhaftig werden konnte.«

Auch für die Drucklegung der arrangierten Fassung, die 1896 im Wiener Verlag Doblinger erschien, setzte sich Schalk ein. Das Interesse an der ursprünglichen Gestalt der Symphonie wurde erst in den 1930er-Jahren wach. Als sie am 27. und 28. Oktober 1935 von den Münchner Symphonikern unter Siegmund von Hauseggers in der bayerischen Hauptstadt uraufgeführt wurde, geriet besonders die Gegenüberstellung der unterschiedlichen Versionen des Finales zur Sensation. »Ein musikgeschichtliches Datum!«, jubelte der Rezensent der Neuen Zeitschrift für Musik. »Denn des Staunens und der Überraschung über die von Bearbeitereingriffen gereinigte, ursprüngliche Lesart wollte kein Ende werden.« 1951 erschien Bruckners Originalfassung noch einmal im Rahmen der Neuen Gesamtausgabe. Diese hat, zuletzt Mitte dieses Jahres von Benjamin-Gunnar Cohrs wissenschaftlich aktualisiert, weiter dazu beigetragen, die imposante Wirkung des »kontrapunktischen Meisterstücks« wieder freizulegen.

Felix Werthschulte

Biografie

Daniel Harding, 1975 in Oxford geboren, begann seine Karriere als Assistent von Sir Simon Rattle beim City of Birmingham Symphony Orchestra, das er 1994 auch erstmals selbst dirigierte. Es folgte eine weitere Assistententätigkeit bei Claudio Abbado; 1996 debütierte Harding als jüngster Dirigent der BBC Proms in London und leitete erstmals die Berliner Philharmoniker in einem Konzert der Berliner Festwochen mit Werken von Berlioz, Brahms und Dvořák. Nach Positionen bei den Symphonieorchestern in Trondheim (Norwegen) und Norrköping (Schweden), war Harding Musikdirektor der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (1997 – 2003), Erster Dirigent und musikalischer Leiter des Mahler Chamber Orchestra (2003 – 2011), Music Partner des New Japan Philharmonic (2010 – 2016) und Erster Gastdirigent des London Symphony Orchestra (2006 – 2017). Seit 2007 ist Daniel Harding Musikdirektor des Schwedischen Rundfunk-Symphonieorchesters, außerdem hat er im September 2016 die Leitung des Orchestre de Paris übernommen. Als ein in den internationalen Musikzentren begehrter Künstler gastiert er am Pult bedeutender Orchester und leitet Opernproduktionen an so renommierten Bühnen wie dem Royal Opera House, Covent Garden, der Mailänder Scala, den Staatsopern in Wien, Berlin und München sowie bei den Festspielen in Salzburg und Aix-en-Provence. Daniel Harding ist Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie sowie Ritter und Offizier des französischen Ordens »des Arts et des Lettres«. Vom Mahler Chamber Orchestra wurde er mit dem Titel des Ehrendirigenten auf Lebenszeit ausgezeichnet. Die Berliner Philharmoniker dirigierte Daniel Harding zuletzt in drei Konzerten im Mai 2018, in denen Werke von Ives, Berg und Mahler auf dem Programm standen. In einem Stiftungskonzert war er zuletzt Mitte Juni dieses Jahres zu erleben: im Rahmen der Abschieds-Late Night für Sir Simon Rattle.

Daniel Harding (Foto: Stephan Rabold)