Christiane Karg (Foto: Gisela Schenker)

Kammermusik

Christiane Karg und Michael Nagy singen Hugo Wolf

Es gibt Komponisten, die wurden nur durch ein einziges Genre berühmt: Bestes Beispiel ist Hugo Wolf, der als einer der wichtigsten Liederkomponisten der Spätromantik gilt. Hochemotional, expressiv und poetisch wusste er Gedichttexte musikalisch zu durchdringen. Die Sopranistin Christiane Karg und der Tenor Michale Nagy stellen in diesem Konzert die beiden Teile von Wolfs Italienischem Liederbuch vor, in denen es – wie könnte es auch anders sein – um die Freuden und Leiden der Liebe geht.

Christiane Karg Sopran

Michael Nagy Bariton

Gerold Huber Klavier

Hugo Wolf

Italienisches Liederbuch Buch 1 und Buch 2

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Programm

»Auch kleine Dinge können uns entzücken.« Die Kopfzeile des ersten Gedichts aus Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch steht wie ein Motto über dem gesamten Werk, in dessen Verlauf jedem kleinen Detail, sowohl im Gesangs­ als auch im Klavierpart, eine besondere Bedeutung zukommt. Als Wolf 1890 die Vertonung der 46 volkstümlichen italienischen Liebesgedichte in der Übertragung von Paul Heyse in Angriff nahm, hatte er sich bereits durch seine Lieder nach Gedichten Mörikes, Goethes und anderer einen Namen gemacht. Doch er litt daran, als Spezialist des Liedgenres gefeiert zu werden. Denn zu Wolfs Lebzeiten galt die musikalische Lyrik immer noch als »kleine Form«, welche die »allergeringste technische Meisterschaft« erfordern würde (Eduard Hanslick).

Dementsprechend klagte der Komponist in einem Brief vom 12. Oktober 1891 an seinen Förderer, den Tübinger Universitätsmusikdirektor Emil Kauffmann: »Die schmeichelhafte Anerkennung als ›Liederkomponist‹ betrübt mich in die innerste Seele. Was anders will es denn bedeuten, als eben einen Vorwurf, daß ich immer nur Lieder komponiere, daß ich doch nur ein kleines Genre beherrsche.« Dabei gelang es Wolf gerade in seinem Italienischen Liederbuch mit den geringsten Mitteln ein Maximum an Wirkung zu erreichen. Denn in den Liedern wird von der jeweils ersten bis zur letzten Note der Psychologie der Figuren und der Handlung nachgespürt, wobei das Ganze in das serene Licht südlicher Sonne getaucht zu sein scheint. Und insofern ist es kein Zufall, dass sich beide Sänger beim Vortrag abwechseln, ohne jemals im Duett zusammenzufinden.

Mit Christiane Karg, einer der gefragtesten lyrischen Sopranistinnen unserer Tage, und Michael Nagy, der u. a. bereits als Kurvenal in Simon Rattles konzertanter Aufführung von Tristan und Isolde in den philharmonischen Konzerten erfolgreich war, ist Wolfs eher selten vorgetragene Liedsammlung nun im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie zu erleben. Am Flügel begleitet Gerold Huber, der dafür bekannt ist, seinem Instrument die feinsten Nuancen entlocken zu können.

Christiane Karg (Foto: Gisela Schenker)