Kammermusik

Martin Helmchen Klavier

Radek Baborák Horn

Brahms-Ensemble

Joseph Haas

Sonate für Horn und Klavier F-Dur op. 29

Radek Baborák Horn

Johannes Brahms

Horntrio Es-Dur op. 40

Brahms-Ensemble , Radek Baborák Horn

Robert Schumann

Klavierquintett Es-Dur op. 44

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Programm

»Ich möchte mein Klavier zerschlagen«, schrieb Robert Schumann einmal in das zusammen mit seiner Frau Clara geführte Tagebuch – ein unmissverständliches Zeugnis der unterschwelligen Spannungen, von denen die ersten Ehejahre der Schumanns begleitet wurden. Nicht genug, dass der Komponist seiner Gattin den Erfolg als Pianistin neidete, weil es mit seinem Selbstverständnis unvereinbar war, dass eines von Claras Konzerten mehr Geld in die Haushaltskasse brachte, als ein halbes Jahr eigener publizistischer und kompositorischer Arbeit. Dem Tagebuch ist außerdem zu entnehmen: Die »leichten Wände« des gemeinsam bewohnten Hauses machten es unmöglich, dass beide Eheleute gleichzeitig ihrer Arbeit nachgingen. Vorhang auf für folgende Szene: Robert sitzt im Arbeitszimmer und will komponieren. Weil Clara aber im Nebenzimmer übt, kann er vor lauter Tonleitern und Akkordketten keinen klaren musikalischen Gedanken fassen. Bleiben ihm zwei Möglichkeiten: Entweder die Feder beiseite legen, bis Clara ihre Etüden beendet hat und sich wieder Kindern und Küche (Robert zufolge der »Hauptberuf« seiner Frau) widmet – oder aus der Not eine Tugend machen und die Klangkaskaden aus dem Nebenzimmer in einer Komposition verarbeiten. Als er im Herbst 1842 an dem dritten Satz seines Klavierquintetts op. 44 arbeitete, entschied sich Schumann offensichtlich für die letztgenannte Möglichkeit: Denn klingt es nicht wie ein liebevoller Seitenhieb auf Claras Etüdenspiel, dass das Thema dieses Scherzos aus einer rhythmisierten Es-Dur-Tonleiter besteht, die in endlosen Sequenzen auf und ab durch diverse Tonarten geschickt wird? Das Clara gewidmete Klavierquintett von Schumann bildet den zweiten Programmteil dieses Konzertes des 2010 von philharmonischen Streichern gegründeten Brahms Ensemble Berlin; am Klavier ist als Gast der 1982 in Berlin geborene Pianist Martin Helmchen zu hören. Vor der Pause interpretiert Helmchen mit dem ehemaligen philharmonischen Solohornisten Radek Baborák außerdem die Sonate op. 29 von Joseph Haas sowie – zusammen mit Baborák und Rachel Schmidt an der Violine – das 1865 entstandene Horntrio op. 40 von Schumann-Freund Johannes Brahms.

(Foto: Alessandro Cappone)