Karajan-Akademie

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker e.V.

Matthias Pintscher Dirigent

Leandra Brehm Klarinette

Akademie VI – Akademie modern

Helmut Lachenmann

Mouvement (– vor der Erstarrung)

Hans Werner Henze

Le Miracle de la Rose – Imaginäres Theater II

Matthias Pintscher

bereshit für großes Ensemble

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Veranstalter/Kartenverkauf

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker e.V.

Herbert-von-Karajan-Straße 1

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Fax: +49 (30) 25488 - 289

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Programm

Helmut Lachenmanns Mouvement (– vor der Erstarrung) lässt an Kafkas Gregor Samsa denken, der eines Morgens als rücklings liegender Käfer aufwacht und sich nicht allein auf die Seite drehen kann: Das Stück wird von den »ergebnislosen« Versuchen bestimmt, traditionell-tonale Klangfiguren zu erzeugen: »Eine Musik aus toten Bewegungen«, die »selbst schon jene innere Erstarrung anzeigt, die der äußeren vorangeht […] Die Phantasie, die vor empfundener Bedrohung alle expressiven Utopien aufgibt und wie ein Käfer, auf dem Rücken zappelnd, erworbene Mechanismen im Leerlauf weiter betätigt« (Lachenmann). Mit dem Zitat des Wiener Volkslieds »O du lieber Augustin, alles ist hin« wird deutlich, dass das Alte versinkt – jedoch ohne dass an seine Stelle etwas optimistisch Neues getreten wäre. Lachenmanns Mouvement steht am Anfang dieses von Matthias Pintscher dirigierten Konzerts der Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Mit Hans Werner Henzes Le Miracle de la Rose nach dem gleichnamigen Roman des französischen Schriftstellers Jean Genet folgt ein »imaginäres Theater«, in dem die Darsteller durch verschiedene Instrumente personifiziert werden: Englischhorn und Soloklarinette charakterisieren den 16-jährigen Doppelmörder Harcomone, der im Gefängnis auf seine Exekution wartet. Die vier schwarz gekleideten Herren, die seine Todeszelle betreten, übernehmen demgegenüber Trompete (Richter), Horn (Geistlicher), Posaune (Anwalt) und Heckelfon (Henker). Der Abend klingt mit Matthias Pintschers Ensemblestück bereshit aus, benannt nach dem ersten Wort der Torah, des Alten Testaments. In dem Werk zeichnet die Musik den biblischen Schöpfungsmythos nach: »bereshit«, so der Komponist, »entsteht aus einem Anfangsklang wie aus dem absoluten Nichts, aus einem Ton, der in perkussive Geräusche absinkt, aus denen sich dann Elemente herauslösen und verdichten. […] Die Komposition entsteht aus der Idee, ein ganzes Kompendium an Klängen, Gesten, Rhythmen, Orchestrationen aus einem Urzustand von Klang herauszulösen.«

(Foto: Tim Deussen)