(Foto: Stephan Rabold)

Simon Rattle dirigiert Schumanns »Das Paradies und die Peri«

Ein »Oratorium für heitere Menschen« nannte Robert Schumann sein Paradies und die Peri, das seinerzeit unglaublich erfolgreich, heute allerdings weitgehend vergessen ist. Simon Rattle setzt sich seit Jahren für dieses ebenso lyrische wie innovative Werk ein, das ihm nach eigenen Worten eine ganz neue Sicht auf Schumann erschlossen hat. Nach einer ersten Aufführung 2009 präsentiert er es nun erneut, unterstützt von prominenten Solisten.

Berliner Philharmoniker

Sir Simon Rattle Dirigent

Sally Matthews Sopran (Peri)

Mark Padmore Tenor (Erzähler)

Anna Prohaska Sopran (Jungfrau)

Gerhild Romberger Alt (Engel)

Andrew Staples Tenor (Jüngling)

Christian Gerhaher Bariton (Gazna)

Rundfunkchor Berlin

Gijs Leenaars Chor-Einstudierung

Robert Schumann

Das Paradies und die Peri op. 50

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Do, 17. Mai 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie F

Fr, 18. Mai 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie M

Programm

Als Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker 2014 ihre Interpretation der vier Symphonien von Robert Schumann auf CD vorlegten, befand Deutschlandradio Kultur, diese erste Veröffentlichung des damals gerade ins Leben gerufenen Labels Berliner Philharmoniker Recordings sei »zum Niederknien«. Die Welt bescheinigte dem Orchester und seinem Chefdirigenten, »demVisionär Schumann« auf der Fährte zu sein, in der Zeit war zu lesen, die Aufnahme lote das »experimentelle, ja anarchistische Potenzial« eines als Symphoniker oftmals unterschätzten Komponisten aus. Dass auch kritische Untertöne zu vernehmen waren, gehört dazu, wenn im Bereich vermeintlich hinlänglich bekannter Werke des Konzertrepertoires interpretatorisch neue Wege beschritten werden.

Doch der gängigen Meinung, Schumann habe nicht instrumentieren können, wollte und will sich Sir Simon nicht anschließen, ja, er widerspricht ihr sogar vehement – und führt eine gewagte These ins Feld: Schumanns Überarbeitung der 1841 vom Leipziger Gewandhausorchester erfolglos aus der Taufe gehobenen d-Moll-Symphonie beruhe demnach vor allem auf dem Versuch, das Werk seinerzeit auch für weniger versierte Orchester interessant zu machen. Was Schumann seinerzeit auch gelang, war das Orchester des Städtischen Musikvereins Düsseldorf, das der d-Moll-Symphonie 1854 im Rahmen des Niederrheinischen Musikfests zum Durchbruch verhalf, doch ein Klangkörper, in dem Laien neben Profis spielten. Als Chefdirigent eines der weltweit führenden Orchester sieht es Sir Simon heute als seine künstlerische Verpflichtung an, den ursprünglichen Intentionen von Schumann gerecht zu werden. Aus diesem Grund hegt er nicht nur eine Vorliebe für die Urfassung der d-Moll-Symphonie, sondern auch für eine Komposition, in der Schumann »orchestratorisch ein absolutes Musterbeispiel« abgegeben hat: Das Paradies und die Peri.

Das 1843 in Leipzig uraufgeführte Oratorium erzählt von einer Außenseiterin der Gesellschaft: dem Kind eines gefallenen Engels und einer Sterblichen, dem ein Platz im Paradies verwehrt wird. Erst nach einer Reihe von Prüfungen wird die Peri – so der aus dem Persischen entlehnte Name der Titelfigur – geläutert und in die Reihe der Seligen aufgenommen. Bei ihren Aufführungen von Schumanns nur selten zu hörendem Werk werden die Berliner Philharmoniker unter Sir Simons Stabführung vom Rundfunkchor Berlin und von einem hochkarätig besetzten Solistenensemble unterstützt, darunter mit Mark Padmore der aktuelle Artist in Residence sowie Christian Gerhaher, Artist in Residence der Saison 2013/2014.

(Foto: Stephan Rabold)