Daniel Harding (Foto: Julian Hargreaves)

Ein Mozart-Abend mit Daniel Harding

Mozarts c-Moll-Messe zählt zu den schönsten Werken der geistlichen Musik überhaupt. Effektvoll wechseln hier Chöre von archaischer Wucht mit graziösen Sologesangsnummern, die vielleicht auch deshalb so inspiriert gerieten, weil Mozart eine der Sopranstimmen für seine Frau Constanze schrieb. Dirigent Daniel Harding widmet das übrige Konzert dem weltlichen Mozart: mit der kurzen, überschwänglichen Symphonie Nr. 32 und zwei expressiven Konzertarien.

Berliner Philharmoniker

Daniel Harding Dirigent

Andrew Staples Tenor

Georg Zeppenfeld Bass

Lucy Crowe Sopran

Genia Kühmeier Sopran

Schwedischer Rundfunkchor

Folke Alin Chor-Einstudierung

Wolfgang Amadeus Mozart

Symphonie Nr. 32 G-Dur KV 318

Wolfgang Amadeus Mozart

»Misero! O sogno« – »Aura, che intorno spiri«, Rezitativ und Arie für Tenor und Orchester KV 431

Andrew Staples Tenor

Wolfgang Amadeus Mozart

»Per questa bella mano«, Arie für Bass, obligaten Kontrabass und Orchester KV 612

Georg Zeppenfeld Bass

Wolfgang Amadeus Mozart

Messe c-Moll KV 427

Lucy Crowe Sopran, Genia Kühmeier Sopran, Andrew Staples Tenor, Georg Zeppenfeld Bass, Schwedischer Rundfunkchor , Folke Alin Chor-Einstudierung

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Do, 19. Apr 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie G

Fr, 20. Apr 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie H

Programm

Wolfgang Amadeus Mozarts c-Moll-Messe KV 427 liegt nur in unvollständiger Form vor: Neben dem Autograf sind von Mozart redigierte Orchesterstimmen zu der – vermutlich um Sätze aus anderen Messvertonungen angereicherten – Salzburger Uraufführung des Werks im Jahr 1783 überliefert. Zwei Jahre später hat der Komponist das Werkfragment dann zur Grundlage der Kantate Davide penitente auf ein italienisches, biblische Psalmen paraphrasierendes Libretto gemacht. Diese Wiederverwertung deutet bereits auf ein Charakteristikum von Mozarts satztechnisch breit aufgefächerter Musik hin: Sie vereint strenge, an Kompositionen von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel orientierte Satztechniken mit überaus sinnlichen, nicht selten in die Ausdruckssphären der Oper vorstoßenden Momenten.

Dass Mozart eine der sängerisch überaus dankbaren Sopran-Partien der c-Moll-Messe zudem für seine kurz zuvor angetraute Ehefrau Constanze geschrieben hat, wird aus einem Brief der Schwester des Komponisten deutlich: Im Oktober des Jahres 1783 berichtet die im Familienkreis »Nannerl« genannte Maria Anna Mozart von Proben zu einer Messvertonung »bey welcher meine Schwägerin die Solo singt«. Dass es sich dabei um die c-Moll-Messe gehandelt haben muss, beweist der Stimmsatz eines Salzburger Kopisten, in dem Mozart eigenhändig Korrekturen anbrachte. Laut Alfred Einstein ist eine der schönsten Passagen, die Mozart auf die Stimme seiner Frau zuschnitt – der im Stil eines Sicilianos angelegte Abschnitt »Et incarnatus est« – lange Zeit ein »Stein des Anstoßes für Puristen der Kirchenmusik« gewesen. Einwänden gegen die stilistischen Grenzüberschreitungen der c-Moll-Messe nahm der bedeutende Mozartforscher indes durch einen Verweis auf die bildenden Künste den Wind aus den Segeln: »Wer dergleichen ablehnt, möge ruhig auch eine Rundtafel des Botticelli mit der Geburt Christi und florentinischen Engeln aus der Kirche verbannen: sie ist genauso profan.«

Vor diesem interpretatorischen Hintergrund ist es doppelt spannend, wenn in den von Daniel Harding dirigierten Konzerten der Berliner Philharmoniker vor der Aufführung der c-Moll-Messe die G-Dur Symphonie KV 318 und zwei Konzertarien Mozarts auf dem Programm stehen. Musikalische Partner der Berliner Philharmoniker sind der schwedische Rundfunkchor sowie ein mit Lucy Crowe, Genia Kühmeier, Andrew Staples und Georg Zeppenfeld exquisit besetztes Solistenquartett.

Daniel Harding (Foto: Julian Hargreaves)