Kammermusik

Philharmonia Quartett

Wolfgang Amadeus Mozart

Streichquartett D-Dur KV 499 »Hoffmeister-Quartett«

Dmitri Schostakowitsch

Streichquartett Nr. 02 A-Dur op. 68

Igor Strawinsky

Drei Stücke für Streichquartett

Claude Debussy

Streichquartett g-Moll op. 10

Termine und Karten

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Programm

Diesen Quartettabend bestreitet ein »hauseigenes« Ensemble der Berliner Philharmoniker: Die Mitglieder des Philharmonia Quartetts sind im »Hauptberuf« Musiker des Orchesters und empfinden diesen Umstand als Glück und als Bereicherung für das kammermusikalische Musizieren. »Man muss zwar nicht Orchestermusiker sein, um ein hervorragender Quartettspieler zu werden«, meint Bratscher Neithard Resa, »aber unser großer Vorteil ist, dass wir mit herausragenden Dirigenten und Solisten zusammenarbeiten, ihre Interpretationsansätze kennenlernen und diese in unsere Quartettarbeit mit einfließen lassen können.« Sämtliche großen Komponisten der Quartettliteratur kennen die vier Streicher auch aus dem symphonischen Repertoire, so wie die Schöpfer der Streichquartette, die das Philharmonia Quartett in diesem Programm vorstellt.

Wolfgang Amadeus Mozart fühlte sich in jedem musikalischen Genre zu Hause und seine Streichquartette gehören mit zu den schönsten und interessantesten Gattungsbeiträgen. Sein Quartett D-Dur KV 499 entstand 1786 im Umfeld der Oper Le nozze di Figaro und erschien beim Verleger Franz Anton Hoffmeister, durch den es seinen Beinamen »Hoffmeister-Quartett« erhielt. Eine zeitgenössische Rezension lobte das »Feuer der Einbildungskraft«, das das Werk auszeichne. Selbst das Menuett »sei mit Fleiß gesetzt, und mit kanonischen Nachahmungen durchwebt.« An barocken Formmodellen orientierte sich auch der Russe Dmitri Schostakowitsch in seinem Zweiten Streichquartett. Dieses düstere und expressive Werk entstand während des Zweiten Weltkriegs und schlägt mit seiner modalen Harmonik einen unverkennbar slawischen Ton an.

Bestechen die Stücke von Mozart und Schostakowitsch zudem durch die ausgewogene Balance aller Stimmen, so zielt Igor Strawinsky in seiner ersten kammermusikalischen Komposition, den drei Stücken für Streichquartett, auf etwas ganz anderes: auf die perkussive Qualität der Instrumente und auf das Zusammenwirken kleinster motivischer Splitter. Zu dem musikalischen Gestus des zweiten Satzes haben ihn die exzentrischen Bewegungen des englischen Music Hall Tänzers und Comedian Little Tich angeregt. Claude Debussy schrieb sein einziges Streichquartett zeitgleich zur Arbeit an seinem Orchesterwerk Prélude à l’après-midi d’un faune. Während der Komponist hier neue musikalische Wege aufzeigt, ist sein Quartett mit seiner klassisch-romantischen Musiksprache eher rückwärtsgewandt.

(Foto: Stefan Roehl)