Yuja Wang (Foto: Kirk Edwards)

Kammermusik

Yuja Wang Klavier

Andreas Ottensamer Klarinette

Daishin Kashimoto Violine

Johannes Brahms

Intermezzi

Igor Strawinsky

Die Geschichte vom Soldaten, Konzertsuite für Violine, Klarinette und Klavier

Andreas Ottensamer Klarinette, Daishin Kashimoto Violine

György Ligeti

Études pour piano

Béla Bartók

Kontraste für Violine, Klarinette und Klavier Sz 111

Andreas Ottensamer Klarinette, Daishin Kashimoto Violine

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Di, 10. Apr 2018, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie Q

Programm

In dieser Saison ist die chinesische Starpianistin Yuja Wang gleich drei Mal in den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker zu erleben: als Interpretin von Sergej Prokofjews Drittem Klavierkonzert unter der Leitung von Kirill Petrenko, als Solistin eines Klavierrecitals und als Kammermusikpartnerin von Daishin Kashimoto und Andreas Ottensamer. Der 1. Konzertmeister und der Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker bilden zusammen mit Yuja Wang ein »Trio infernal« der besonderen Art: Zu Dritt spielen sie die Konzertsuite, die Igor Strawinsky aus fünf Sätzen seiner Kammeroper Die Geschichte vom Soldaten für Violine, Klarinette und Klavier zusammengestellt hat. Die Oper basiert auf einem russischen Märchen, in dem ein Soldat dem Teufel für die Aussicht auf unermesslichen Reichtum seine Geige und damit auch seine Seele verkauft. Die Härte und Unerbittlichkeit dieses teuflischen Handels charakterisiert Strawinsky durch eine karge, asketische Musiksprache, durch Jazzanklänge und die Verfremdung von Marschmusik und damaligen Modetänze wie Tango, Walzer und Ragtime.

Ebenfalls auf Tanzmelodien, nämlich auf ungarischen und rumänischen Volkstänzen, basiert Béla Bartóks Trio Kontraste. Der Komponist schrieb dieses Werk 1938 für den Geiger Joseph Szigeti und den Klarinettisten Benny Goodman. Es ist hochvirtuos und rhythmisch vertrackt. Bartók, der 1940 bei der New Yorker Uraufführung des vollständigen Stücks selbst am Klavier saß, studierte Goodmans Schallplattenaufnahmen, um dessen Spielweise kennenzulernen und sich dadurch für den Klarinettenpart inspirieren zu lassen.

Mit zwei Programmpunkten ist Yuja Wang auch solistisch zu erleben: So eröffnet sie den Abend mit einigen Intermezzi, die mit zu den letzten Klavierwerken von Johannes Brahms gehören. Die Stücke sind gekennzeichnet durch Innerlichkeit, Melancholie und Resignation und bringen das Gefühl von Einsamkeit zum Ausdruck, unter dem Brahms im Alter litt. Eine ganz andere Haltung hingegen transportieren die Études pour piano von György Ligeti. Der ungarische Komponist, der sein eigenes Klavierspiel »ungenügend« fand, wollte mit seinen Etüden eigentlich nur eine längst überholte Gattung wiederbeleben – und schuf die wohl schwierigsten Stücke der gesamten Klavierliteratur, die sich durch große Virtuosität und Expressivität auszeichnen.

Yuja Wang (Foto: Kirk Edwards)