Baden-Baden (Foto: Festspielhaus)

Konzertreise

Simon Rattle dirigiert Wagners »Parsifal«

Ein »Bühnenweihfestspiel« hat Richard Wagner seinen Parsifal genannt, und tatsächlich wäre der Begriff Oper hier ganz unpassend. Denn nicht um Intrigen und Liebeswirren geht es, sondern um Wagners metaphysisches Lebensthema der Erlösung. Dazu schrieb er eine funkelnde, geradezu narkotisierende Musik von unvergleichlicher Sogkraft. Simon Rattle dirigiert das Werk in einer hochkarätig besetzten Aufführung u.a. mit Stephen Gould und Ruxandra Donose.

Berliner Philharmoniker

Sir Simon Rattle Dirigent

Dieter Dorn Regie

Stephen Gould Tenor (Parsifal)

Ruxandra Donose Mezzosopran (Kundry)

Franz-Josef Selig Bassbariton (Gurnemanz)

Evgeny Nikitin Bassbariton (Klingsor)

Gerald Finley Bassbariton (Amfortas)

Ingeborg Gillebo Mezzosopran (Blumenmädchen)

Iwona Sobotka Sopran (Blumenmädchen)

Kiandra Howarth Sopran (Blumenmädchen)

Elisabeth Jansson Mezzosopran (Blumenmädchen)

Kismara Pessatti Mezzosopran (Blumenmädchen)

Mari Eriksmoen Sopran (Blumenmädchen)

Robert Lloyd Bass (Titurel)

Philharmonia Chor Wien

Richard Wagner

Parsifal

Termine und Karten

Sa, 24. Mär 2018, 16:00 Uhr

Festspielhaus Baden-Baden

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Fr, 30. Mär 2018, 16:00 Uhr

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Mo, 02. Apr 2018, 16:00 Uhr

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Veranstalter/Kartenverkauf

Festspielhaus und Festspiele Baden-Baden gGmbH

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Programm

»Im Parsifal, dem letzten Kraftakt eines Genies, vor dem man sich verbeugen muss, versuchte Wagner, der Musik weniger Zwang anzutun; hier atmet sie freier. [...] Nirgends erreicht die Musik Wagners eine so heitere Schönheit wie im Vorspiel zum dritten Akt des Parsifal und im ganzen ›Karfreitagszauber‹.« Claude Debussy, der diese Zeilen 1903 schrieb, hatte in den Jahren 1888 und 1889 die Bayreuther Festspiele besucht und war in einer Art Hassliebe zu Wagner entbrannt. Den bahnbrechenden harmonischen Neuerungen des Tristan und den »leuchtenden Schönheiten des Rings« etwa zollte er höchsten Respekt; andererseits stieß er sich daran, dass Wagners Musik auf nicht weniger abziele als die »vollständige Inbeschlagnahme« ihrer Hörer und mokierte sich über die »deutsche Sucht [...], in einem fort auf denselben intellektuellen Nagel zu klopfen, aus Furcht, man könnte nicht verstanden werden«.

Dass Debussy ausgerechnet Parsifal eine »heitere Schönheit« attestierte, mag zunächst verwundern. Schließlich hat das von Wagner als »Bühnenweihfestspiel« bezeichnete Werk, das in einem kunstreligiösen Kraftakt Arthur Schopenhauers Rezeption buddhistischer Lehren mit dem Erlösungsgedanken des Christentums amalgamiert, selbst eingefleischten Wagnerianern schon immer Rätsel aufgegeben. Nach seinen Interpretationen der vier Teile des Rings sowie des Tristan in den vergangenen Jahren, darf man in dieser Saison gespannt sein, wie sich Sir Simon Rattle Wagners Opus ultimum nähern wird.

Er und die Berliner Philharmoniker präsentieren drei Aufführungen des Parsifal bei den Osterfestspielen in Baden-Baden in der Regie von Dieter Dorn. Die Darstellung der Titelpartie liegt in den Händen des amerikanischen Tenors Stephen Gould. Die Rumänin Ruxandra Donose schlüpft in die Rolle der zur ewigen Verführerin verfluchten Kundry. Franz-Josef Selig übernimmt die kräftezehrende Partie des weisen Gralsritters Gurnemanz übernimmt. Mit Gerald Finley als an einer unheilbaren Wunde leidendem Gralskönig Amfortas und Evgeny Nikitin als Ränke schmiedendem Zauberer Klingsor (Debussy: »Er ist wunderbar in seinem grollenden Hass ...«) sind auch die anderen Rollen prominent besetzt.

Baden-Baden (Foto: Festspielhaus)

Sir Simon Rattle (Foto: Monika Rittershaus)

Stephen Gould (Foto: Kay Herschelmann)

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