Ferdinand von Schirach (Foto: Paul Schirnhofer)

Kammermusik

Plädoyer – Lesung mit Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach, Schriftsteller und praktizierender Anwalt, kennt sich aus mit der dunklen Seite der menschlichen Natur: In seinen Büchern führt er seinen Lesern immer wieder vor, wie schmal der Grat zwischen Gut und Böse ist, zwischen schuldig und unschuldig, Recht und Gerechtigkeit. In der Reihe Plädoyer kehrt der Autor nach längerer Pause nun zu spannender Lesung in die Berliner Philharmonie zurück. Den musikalischen Rahmen gestaltet das aus Philharmonikern bestehende Athenäum Quartett.

Ferdinand Schirach Lesung

Athenäum Quartett

Das Programm wird noch bekannt gegeben.

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Mo, 12. Mär 2018, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Aboserie Sonderkonzert Kammermusik

Programm

Der Independent verglich seine Werke mit denen Kafkas und Kleists, der Daily Telegraph feierte ihn als »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur« und die Libération erklärte, seine »Meisterleistung ist, uns zu zeigen, dass – egal wie monströs dessen Taten zunächst scheinen mögen – ein Mensch doch immer ein Mensch ist.« Ferdinand von Schirach, dessen Bücher bisher in über 40 Sprachen übersetzt wurden, kennt sich aus mit der dunklen Seite der menschlichen Natur: Als in Berlin praktizierender Anwalt hat er sich auf Strafrecht spezialisiert, das Ungeheuerliche ist in seinem Berufsalltag also der Regelfall.

»Wenn wir töten«, lautet sein lapidares Fazit, »tun wir es aus Liebe oder Gier«. 2009 hatte er mit einer Sammlung von Erzählungen, die unter dem Titel Verbrechen publiziert wurden, sein triumphales Schriftsteller-Debüt. 2010 erschienen mit dem Nachfolgeband Schuld weitere wahre Geschichten um Eifersucht, Verzweiflung und Leidenschaft; 2011 kam mit Der Fall Collini sein erster Roman heraus, es folgten Carl Tohrbergs Weihnachten (2012), Tabu (2013), der Essayband Die Würde ist antastbar (2014) sowie das Kontroversen nach sich ziehende Theaterstück Terror (2015).

Letzteres, Gedankenexperiment und Unterhaltung auf höchstem Niveau zugleich, handelt vom Prozess gegen einen Luftwaffenpiloten, der eine entführte Passagiermaschine gegen den Befehl seiner Vorgesetzten abschießt, um zu verhindern, dass sie in ein voll besetztes Fußballstadion stürzt. Ein Themenfeld, das nicht mit dem Ehemann zu vergleichen ist, der seine Frau tötet, oder mit dem Räuber, der eine Bank überfällt. Schirachs Pointe in dem Theaterstück von bedrückender Aktualität ist, dass er das Publikum am Ende über die Schuldfrage abstimmen lässt. »Freiheit oder Sicherheit? Das ist die Frage, vor die uns der Angriff auf Paris stellt«, so der Autor. Ferdinand von Schirach war in der Reihe Plädoyer bereits mehrfach in Veranstaltungen der Stiftung Berliner Philharmoniker zu erleben. Nach längerer Pause kehrt der Autor nun zu spannender Lesung in das Stammhaus des Orchesters zurück. Den musikalischen Rahmen gestaltet das aus Philharmonikern bestehende Athenäum Quartett.

Ferdinand von Schirach (Foto: Paul Schirnhofer)