Maurizio Pollini (Foto: Mathias Bothor/DG)

Kammermusik

Klavierabend mit Maurizio Pollini

»Mein Repertoire ist nicht sehr breit«, kokettiert Maurizio Pollini. »Aber ich habe mein Repertoire in der Gewissheit gewählt, dass dieses oder jenes bestimmte Werk mich niemals ermüdet.« Wer die Klavierabende erlebt hat, die Pollini in den vergangenen Jahren auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker gab, der weiß, dass die Werke Frédéric Chopins eine wichtige Konstante seiner Programmgestaltung bilden. Gilt der italienische Pianist doch als einer der führenden Spezialisten für die Stücke des polnisch-französischen Komponisten, die er unnachahmlich zu interpretieren versteht: prägnant, klar und trotzdem hochemotional. Im ersten Teil interpretiert Pollini Klavierstücke von Robert Schumann.

Maurizio Pollini Klavier

Robert Schumann

Arabeske C-Dur op. 18

Robert Schumann

Allegro op. 8

Robert Schumann

Concert sans orchestre f-Moll op. 14 (3-sätzige Fassung von 1836)

Frédéric Chopin

Mazurka op. 56 Nr. 1 H-Dur

Frédéric Chopin

Mazurka op. 56 Nr. 2 C-Dur

Frédéric Chopin

Mazurka op. 56 Nr. 3 c-Moll

Frédéric Chopin

Barcarolle Fis-Dur op. 60

Frédéric Chopin

Nocturne H-Dur op. 62 Nr. 1

Frédéric Chopin

Nocturne op. 62 Nr. 2 E-Dur

Frédéric Chopin

Scherzo Nr. 3 cis-Moll op. 39

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Di, 06. Mär 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie U

Programm

Maurizio Pollini kann auf eine lange und beeindruckende Karriere zurückblicken: 1942 in eine Mailänder Künstlerfamilie hineingeboren, studierte er am Konservatorium seiner Heimatstadt Klavier, Komposition und Dirigieren. Nach frühen Wettbewerbserfolgen in Genf und Seregno gewann er dann 1960 den ersten Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau und debütierte in einem von Sergiu Celibidache dirigierten Konzert an der Mailänder Scala als Solist mit Chopins Erstem Klavierkonzert. Ein Paukenschlag! Denn das Klavierspiel des Italieners, das schon immer auf die Klarheit der Strukturen ausgerichtet war – auf das gleichmäßige Ausleuchten des Notentextes, was makellose technische Präzision verlangt –, sorgte ebenso für Furore wie sein unerhört weicher Anschlag mit betörend sensibler Tongebung. Dennoch setzte der vielseitig interessierte Musiker seine Ausbildung als Meisterschüler von Arturo Benedetti Michelangeli fort.

Bis heute scheint ihn die belastende Erkenntnis zu verfolgen, dass ein selbstkritischer Künstler sein ganzes Leben lang mit den Meisterwerken der Klavierliteratur zubringen kann, ohne je das Gefühl zu haben, sie vollständig auszuleuchten. Seiner beispiellosen künstlerischen Laufbahn, die Pollini in die bedeutendsten Musikzentren in aller Welt und seit 1970 regelmäßig zu den Berliner Philharmonikern führte, hat das nicht geschadet – im Gegenteil, gehört das demütige Zurücktreten hinter das Werk doch sonst nicht unbedingt zu den vordringlichsten Charaktereigenschaften von Weltklassepianisten.

Zu seinen Hausgöttern zählt neben Beethoven, Schumann, Debussy und Liszt auch Chopin, den er mal als seinen eigentlichen Herzenskomponisten bezeichnet hat. Und so bestreitet er auch den zweiten Teil seines Klavierabends mit Werken des polnischen Komponisten. Vor der Pause interpretiert Pollini Stücke von Chopins Zeitgenossen Robert Schumann, u. a. auch dessen Sonate f-Moll, die den Beinamen »Konzert ohne Orchester« trägt.

Maurizio Pollini (Foto: Mathias Bothor/DG)