Kammermusik

12 Bratschen der Berliner Philharmoniker

Michael Praetorius

Suite aus Tänzen (Bearbeitung für Bratschenensemble)

Giuseppe Verdi

Ave Maria (Scala enigmatica) aus den Quattro pezzi sacri (Bearbeitung für Bratschenensemble)

Gioacchino Rossini

Ouvertüre zur Oper Der Barbier von Sevilla (Bearbeitung für acht Bratschen)

York Bowen

Fantasia für vier Bratschen e-Moll op. 41 Nr. 1

Giuseppe Verdi

Laudi alla vergine Maria aus den Quattro pezzi sacri (Bearbeitung für Bratschenensemble)

Kenneth Harding

Rondo Capriccio für sechs Bratschen

Benjamin James Dale

Introduction und Andante für sechs Bratschen op. 5

Max von Weinzierl

Nachtstück für vier Bratschen op. 34

Astor Piazzolla

Milonga del ángel und Libertango (Bearbeitung für Bratschenensemble)

Johann Strauß (Sohn)

Kaiserwalzer op. 437 (Bearbeitung für Bratschenensemble)

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Verkaufshinweise

Programm

»Von allen Instrumenten im Orchester«, schrieb Hector Berlioz in seinem Grand traité d’instrumentation et d’orchestration modernes, »ist die Viola dasjenige, dessen ausgezeichnete Eigenschaften man am längsten verkannt hat. Sie ist ebenso behend wie die Violine, der Ton ihrer tiefen Saiten besitzt einen eigentümlichen, herben Klang, während ihre Töne in der Höhe einen traurig-leidenschaftlichen Ausdruck annehmen; ihr Klangcharakter im allgemeinen ist von tiefer Schwermut und unterscheidet sich merklich von dem der anderen Streichinstrumente.« Kein Wunder, dass bereits zu Berlioz’ Zeit immer mehr anspruchsvolle Originalkompositionen und Bearbeitungen für Bratsche(n) entstanden – ein reizvolles Repertoire, dem sich die 12 Bratscher der Berliner Philharmoniker verschrieben haben.

Ihr Abend beginnt mit dem Ave Maria aus Giuseppe Verdis Pezzi sacri, das auf der »enigmatischen Tonleiter« von Adolfo Crescentini beruht. Der italienische Musikprofessor ließ die chromatische Linie in der Gazzetta musicale di Milano abdrucken – mit der Aufforderung, man möge sich an einer Harmonisierung versuchen. Nach dem Ave Maria folgt das mit vier Violen ungewöhnlich besetzte Phantasy Quartet von York Bowen, den kein Geringerer als Camille Saint-Saëns als einen »der ungewöhnlichsten jungen britischen Komponisten« bezeichnete. Für einen klangvollen Leckerbissen sorgt dann das Arrangement für acht Violen von Rossinis Barbier-Ouvertüre, dem weitere Bratschen-Werke folgen: u. a. Kenneth Hardings Rondo Capriccio für sechs Violen sowie Benjamin James Dales Introduktion und Andante op. 5, dem Dales Lehrer Frederick Corder 1917 »bemerkenswerte Schönheit, Kraft und Originalität« bescheinigte.

Mit dem Nachtstück op. 34 des Wahl-Wieners Max von Weinzierl aus dem Jahr 1883 folgt die wohl erste Komposition für Bratschenquartett. Angeregt wurde es vom damaligen Präsidenten des Salzburger »Mozarteums« Wenzel Sedlitzky, dem das Werk auch gewidmet ist. Abgerundet wird der Abend mit stimmungsvollen Adaptionen von Piazzolla-Tangos sowie mit einer Viola-Variante von Johann Strauß’ Kaiserwalzer.

(Foto: Sebastian Hänel)