Goetz Teutsch (Foto: Monika Rittershaus)

Kammermusik

Der philharmonische Salon

Auf den Spuren von Lou Andreas-Salomé

Sie war eine der faszinierendsten Frauen ihrer Zeit – unkonventionell, intellektuell, sinnlich. Lou Andreas-Salomé zog Männer wie Friedrich Nietzsche, Siegmund Freud und Rainer Maria Rilke in ihren Bann. Auch als verheiratete Frau ließ sie sich nicht davon abhalten, frei und selbstbestimmt zu leben und zu lieben. Als Schriftstellerin, Philosophin und Psychoanalytikerin beeindruckte sie durch ihre klugen, scharfsinnigen Gedanken. Der Philharmonische Salon lässt die eindrucksvolle Welt der Lou Andreas-Salomé in Texten und Musik wiederaufleben.

Heikko Deutschmann Sprecher

Anna Maria Pammer Sopran

Kotowa Machida Violine

David Riniker Violoncello

Cordelia Höfer Klavier

Götz Teutsch Programmgestaltung

»Sieh, ich bin nun mal so.« – Lou Andreas-Salomé und Friedrich Nietzsche

Musik von Friedrich Nietzsche, Richard Wagner, Max Reger, Paul Hindemith, Arnold Schönberg, Peter Tschaikowsky, Alexander Glasunow, Alexander Borodin u. a.

Texte von Lou Andreas-Salomé, Paul Rée, Friedrich Nietzsche, Irmgard Hülsemann, Kerstin Decker, Carol Diethe u. a.

Termine und Karten

Verkaufshinweise

So, 11. Feb 2018, 16:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 15:00 Uhr

Aboserie S

So, 18. Feb 2018, 16:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 15:00 Uhr

Aboserie S

Programm

Lou Andreas-Salomé stellte die bürgerlichen Verhältnisse ihrer Zeit auf den Kopf. Kein Wunder, dass auch ihre Romanheldinnen alle Fesseln sprengten, die ihnen von den gesellschaftlichen Normen angelegt waren. Die adelige Generalstochter, die 1861 in eine deutsch-russische Familie in St. Petersburg hineingeboren wurde, las frühzeitig Spinoza, Leibniz und Kant. 1880 zog sie nach Zürich, um Vorlesungen in den Fächern Theologie, Philosophie und Logik zu besuchen – an einer der wenigen europäischen Universitäten, die Frauen zum Studium zuließen. Zwei Jahre später wurde ihr während einer Italienreise durch den Philosophen Paul Rée Friedrich Nietzsche vorgestellt: ein folgenreiches Ereignis, aus dem sich eine »ménage à trois« der besonderen Art entwickelte: Die drei unternehmen Reisen, diskutieren und korrigieren sich gegenseitig ihre Texte, wobei sich die beiden Männer für die platonische Grundkonstellation wenig begeistern konnten – ohne Erfolg.

Nachdem sich Nietzsche eine Abfuhr geholt hatte, arrangierte er ein Foto, auf dem man Lou Salomé mit der Peitsche in der Hand auf einem Wagen knien sieht, vor den sich beide Philosophen wie Pferde gespannt haben. Dieses Foto, so der Philosoph (der nach dem endgültigen Zerwürfnis in nur zehn Tagen den ersten Teil seines Zarathustra zu Papier brachte), würde das Verhältnis der drei Freunde perfekt illustrieren. Später heiratete Lou Salomé den Orientalisten Friedrich Carl Andreas. Die Eheschließung bahnte sich allerdings unter dramatischen Umständen an: Nachdem auch er nicht erhört worden war, rammte sich Andreas vor den Augen der Angebeteten ein Messer in die Brust und überlebte. Ungeachtet ihres Ehestands verband Lou Salomé auch eine innige Freundschaft mit René Maria Rilke, der sich ihretwegen »Rainer« nannte.

In diesem Philharmonische Salon widmet sich Götz Teutsch dem Leben der Lou Andreas-Salomé. Heikko Deutschmann liest Texte von Paul Rée, Friedrich Nietzsche. Rainer Maria Rilke, Sigmund Freud, Irmgard Hülsemann u. a. Für den musikalischen Rahmen mit Werken von Paul Hindemith, Max Reger, Peter Tschaikowsky Alexander Glasunow und Alexander Borodin sorgen neben Mitgliedern der Berliner Philharmoniker auch Cordelia Höfer (Klavier) sowie die österreichische Sopranistin Anna Maria Pammer.

Goetz Teutsch (Foto: Monika Rittershaus)