Zubin Mehta (Foto: Terry Linke)

Zubin Mehta und Leonidas Kavakos

Dunkle Töne in allen Schattierungen prägen dieses Konzert mit Zubin Mehta und Leonidas Kavakos. So ist Alban Bergs Violinkonzert – geschrieben zum Andenken an die 19-jährig gestorbene Manon Gropius – eines der ergreifendsten Werke der Moderne. Unter dem Eindruck des Todes der eigenen Mutter wiederum entstand Anton Weberns filigrane Passacaglia. Und auch Antonín Dvořák gibt sich in seiner Siebten Symphonie ungewohnt herb und dämonisch.

Berliner Philharmoniker

Zubin Mehta Dirigent

Leonidas Kavakos Violine

Anton Webern

Passacaglia op. 1

Alban Berg

Konzert für Violine und Orchester »Dem Andenken eines Engels«

Leonidas Kavakos Violine

Antonín Dvořák

Symphonie Nr. 7 d-Moll op. 70

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Do, 08. Feb 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie B

Fr, 09. Feb 2018, 20:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie E

Programm

Als der amerikanische Geiger Louis Krasner im Februar 1935 ein Violinkonzert bei Alban Berg bestellte, meinte der Komponist, der Musiker solle sich auf eine lange Wartezeit einstellen. Doch dann kam alles anders: Der Tod der 18-jährigen Manon Gropius, der Tochter Alma Mahlers aus der Ehe mit Walter Gropius, erschütterte Berg zutiefst und setzte zugleich seine kreativen Kräfte frei, sodass er das Werk innerhalb weniger Wochen komponierte. Mit diesem Konzert, das den Titel »Dem Andenken eines Engels« trägt, setzte er nicht nur dem jungen Mädchen, deren Familie er freundschaftlich verbunden war, ein musikalisches Denkmal, sondern schrieb auch gleichzeitig sein eigenes Requiem. Kurze Zeit nach der Vollendung starb Berg. Das auf einer Zwölftonreihe basierende Stück beschreibt zärtlich, innig und expressiv die jugendliche Reinheit Manons, ihre Freude am Leben und ihr tragisches Sterben, das im Zitat des Bach-Chorals »Es ist genug!« seine Katharsis und Überhöhung findet. »Berg lädt uns alle ein, uns etwas hinzugeben, das größer ist als wir«, meint Leonidas Kavakos, der Solist des Programms, der seit seinem philharmonischen Debüt 2003 nicht nur die Violinkonzerte von Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms, sondern auch die wichtigen Gattungsbeiträge des 20. Jahrhunderts mit dem Orchester aufgeführt hat.

Ebenfalls unter dem Eindruck des Todes, nämlich dem der eigenen Mutter, entstand 1908 Anton Weberns Passacaglia, mit der das Programm eröffnet wird. Webern, wie Berg ein Schüler Arnold Schönbergs, gelang es in diesem sich an barocken Formmodellen orientierenden Werk, lyrische und emphatische Klangstimmungen mit einer strengen Kontrapunktik zu verbinden. In der zweiten Konzerthälfte erklingt die Siebte Symphonie von Antonín Dvořák, ein Werk, das der tschechische Komponist 1884/1885 im Auftrag der Philharmonischen Gesellschaft London komponierte. Dvořák stand damals auf der Höhe seines Ruhms. Mit seiner spätromantischen, sich an slawischer Folklore orientierenden Tonsprache begeisterte er die Musikwelt; auch in England gab es einen regelrechten Hype um seine Musik. Im Gegensatz zu den vorausgegangenen Werken zeichnet sich die in d-Moll stehende Siebte weniger durch einen volkstümlichen Charakter als durch ihren leidenschaftlichen, aufgewühlten und dramatischen Gestus aus. Sie gilt daher auch als Dvořáks persönlichste Symphonie. Zubin Mehta, Dirigent dieses Programms und langjähriger Weggefährte des Orchesters, hat die Siebte Symphonie in den philharmonischen Konzerten zuletzt 1966 aufgeführt.

Zubin Mehta (Foto: Terry Linke)