Mark Padmore (Foto: Marco Borggreve)

Karajan-Akademie

Mark Padmore, Pekka Kuusisto und die Karajan-Akademie

Zu den Aufgaben des philharmonischen Artist in Residence gehört es, ein Konzert mit den Stipendiaten der Karajan-Akademie zu geben. In diesem Fall umfasst das Programm zwei expressive Liederzyklen von Witold Lutosławski und Benjamin Britten. Dirigent des Abends ist der finnische Geiger Pekka Kuusisto, der mit der Deutschen Erstaufführung von Bach Materia von Anders Hillborg sowie einer ungewöhnlichen Fassung von Bachs Brandenburgischem Konzert Nr. 3 zu erleben ist.

Stipendiaten der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker

Pekka Kuusisto Violine und Leitung

Mark Padmore Tenor

Akademie III – Mark Padmore

Johann Sebastian Bach

Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048

Witold Lutosławski

Paroles tissées für Tenor und Kammerorchester

Mark Padmore Tenor

Anders Hillborg

Konzert für Violine und Streicher »Bach Materia« Deutsche Erstaufführung

Jean Sibelius

Rakastava op. 14

Benjamin Britten

Les Illuminations für Tenor und Streichorchester op. 18

Mark Padmore Tenor

Termine und Karten

Programm

Das Brandenburgische Konzert Nr. 3 gehört wohl zu den meistgespielten und beliebtesten Werken des Barock. Die knappe, beschwingte Motivik und die prägnante, vorwärtstreibende Rhythmik des ersten Satzes sowie die im Fugato einsetzenden Sechszehntelläufe des dritten Satzes geben dem Stück einen Drive, der die Hörer mitreißt. Das charakteristische an diesem Konzert ist, dass Anfangs- und Schlusssatz nur durch zwei im Adagio gespielte Kadenzakkorde verbunden sind. Ein eigenständiger Mittelsatz fehlte – bis jetzt. Anders Hillborg, einer der führenden Komponisten Schwedens, hat für Bachs Werk einen kompletten zweiten Satz komponiert, der im März 2017 uraufgeführt wurde. Die Stipendiaten der Karajan-Akademie, die von dem Geiger Pekka Kuusisto angeführt werden, stellen das bekannte Konzert mit dem neuen Mittelsatz vor. Der finnische Violinist ist auch der Solist in Hillborgs Bach Materia für Violine und Streicher, das an diesem Abend seine Deutsche Erstaufführung erfährt.

Eine ganz andere Art von Musik für Streichensemble begegnet dem Hörer in Jean Sibelius’ Suite Rakastava (Der Liebende) – lyrisch, nachdenklich, verträumt. Während Sibelius an seiner Vierten Symphonie arbeitete, griff er einen Anfang der 1890er-Jahre komponierten Lieder-Zyklus, den er zunächst für Männerchor, später für gemischten Chor eingerichtet hatte, wieder auf und bearbeitete ihn für Streichorchester. Und auch Witold Lutosławski kreierte in seinem Zyklus Paroles tissées, zu dem er von dem surrealistischen Gedicht Quatre tapisseries pour la châtelaine de Vergi des Franzosen Jean-François Chabrun angeregt wurde, eine ganz eigene, ungewöhnliche Klangwelt. Was den polnischen Komponisten faszinierte, war die in den Gedichten angedeutete mittelalterliche Liebesgeschichte, die er auf dramatische, expressive Weise in Musik setzte. Das Werk entstand 1965 für den Tenor Peter Pears, der auch der Widmungsträger des Liedes Being Beauteous aus Les Illuminations seines Lebensgefährten Benjamin Britten ist. Den gesamten Zyklus, in dem Gedichte Arthur Rimbauds vertont sind, hatte der englische Komponist ursprünglich für die Sopranistin Sophie Wyss geschrieben. Bei diesem Konzert ist Artist in Resicence Mark Padmore der Interpret.

Über die Musik

Konstrukt – Zufall – Leidenschaft

Musik von Anders Hillborg, Johann Sebastian Bach, Benjamin Britten, Witold Lutosławski und Jean Sibelius

Anders Hillborg: Bach Materia für Solovioline und Streicher

Vor einigen Jahren beauftragte der Künstlerische Leiter des Schwedischen Kammerorchesters, Gregor Zubicky, sechs zeitgenössische Komponisten damit, musikalische Gegenstücke zu den sechs Brandenburgischen Konzerten Johann Sebastian Bachs zu schreiben. Dem 1954 geborenen Schweden Anders Hillborg wurde dabei das dritte dieser Sammlung zugewiesen. Das Ergebnis war ein etwa 20-minütiges Werk für Violine und Streichorchester, das Hillborg dem finnischen Geiger Pekka Kuusisto gewissermaßen auf den Leib komponierte. Doch damit nicht genug. Gleichzeitig schuf er auch einen zweiten Satz zu dem Dritten Brandenburgischen Konzert, der im Original nur aus zwei überleitenden Akkorden besteht.

Anders Hillborg, der eigentlich von der Popmusik kommt, aber schon früh die fein strukturierten Werke von Brian Ferneyhough und György Ligeti für sich entdeckte, gilt heute als einer der führenden Komponisten Schwedens. Er verweigert sich jeder stilistischen Einordnung und wirkt häufig fast anarchisch in seinem undogmatischen Umgang mit musikalischem Material. So findet sich in seinem Werkkatalog auch eine Trüffel-Hymne mit der vielleicht nicht ganz ernst gemeinten Widmung: »An die Schweine«. Doch Hillborg ist auch ein Meister der Klangfarbenkomposition und entwickelt immer wieder neue, originelle Zugänge zu ungewöhnlichen Ausdrucksbereichen.

Bach Materia entstand in den Jahren 2016/2017 und zeigt in vielen Aspekten einen deutlichen Bezug zum Dritten Brandenburgischen Konzert. Denn Hillborg benutzt in seiner dreiteiligen Komposition ausgiebig Figurenwerk und Motivpartikel aus der Partitur Bachs, gruppiert das Material neu, schichtet es übereinander und verfremdet es auf unterschiedliche Weise. Schon der Beginn ist überraschend: Der Vorgang des Einstimmens der Musiker wird hier auskomponiert, erst danach tritt der Dirigent in Aktion. Hillborg arbeitet auch mit Elementen des gelenkten Zufalls. So werden bestimmte Phrasen und Figuren zwar vom Komponisten vorgegeben, können aber von den Musikern individuell gestaltet werden. Mitunter sind nur einzelne Intervalle oder Zeitstrukturen festgelegt. Daneben gibt es aber auch exakt ausnotierte Passagen, insbesondere wenn mehrere Instrumentengruppen den Solisten im Unisono begleiten. Alles verströmt hier den Hauch des Bekannten und klingt doch überraschend neu, nicht selten mit minimalistischem Einschlag. Gelegenheit zur Improvisation, insbesondere für den Solisten, bieten unter anderem die beiden Kadenzen, an denen jedoch auch andere Instrumente teilhaben können. Das Werk endet mit nicht genau definierten Zweiundreißigstel-Ketten der Solovioline, die im Prinzip endlos fortdauern könnten, schließlich aber im Nichts verschwinden.

Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048

Bach hatte seine um 1720 entstandene Folge von sechs Kompositionen schlicht Six Concerts avec plusieurs instruments überschrieben. Ihren Beinamen Brandenburgische Konzerte erhielt die Sammlung erst durch den Bach-Biografen Philipp Spitta, der sich dabei auf den Widmungsträger der Sammlung berief, den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt. Die Stücke stehen in der Tradition des italienischen Concerto grosso: Das entscheidende Formelement ist dabei der Gegensatz von Soli und Tutti. Doch wie so häufig, hat Bach in diesen Werken die überlieferten Formen stark verändert und seinen kompositorischen Vorstellungen angepasst. Das gilt insbesondere für das dritte dieser Konzerte, das sich auf einen reinen Streichersatz beschränkt und auch in der Zweisätzigkeit der traditionellen Form des Concerto nur bedingt folgt. Je drei Geigen, Bratschen und Violoncelli werden gruppenweise einander gegenüber gestellt. Solostellen und Tuttiabschnitte sind im ersten Satz kunstvoll miteinander verflochten. Violine und Bratsche erhalten mehrmals Gelegenheit, sich solistisch zu entfalten. Den Übergang zum raschen Finalsatz markieren in der Partitur lediglich zwei Akkorde, die in der barocken Tradition als Kadenz ausgeschmückt wurden. Der von Anders Hillborg 2017 nachkomponierte Satz ist kaum weniger asketisch. Nur eine knappe Minute lang, umfasst er lediglich acht Takte. Die kompositorische Idee dieser Miniatur ist eine ein- und ausschwingende Figur der ersten Bratsche, zart kontrapunktiert von den anderen Streicherstimmen, die Hillborg auch in seinem Violinkonzert benutzt. Eine kurze, kantable Geste, die das Innehalten zwischen den beiden raschen Außensätzen klanglich auffächert. Mit dem Perpetuum-mobileartigen, zweiteiligen Finalsatz stellt Bach eine stark stilisierte Gigue dar; er teilt die Geigen und Bratschen bis zur Sechsstimmigkeit auf, lässt die Cellogruppe aber unisono. Die durchgehende Sechzehntel-Bewegung unterstützt den vorwärts drängenden Charakter dieses Schlusses.

Witold Lutosławsi: Paroles tissées für Tenor und Ensemble

»1960 hörte ich einen Ausschnitt aus John Cages Klavierkonzert, und diese fünf Minuten waren dazu angetan, mein Leben von Grund auf zu verändern. Es war ein seltsamer Augenblick, aber ich kann erklären, was sich ereignet hatte. Oft hören Komponisten gar nicht die Musik, die eben gespielt wird; sie dient ihnen nur als Impuls für etwas gänzlich anderes – für die Entstehung von Musik in ihrer Fantasie.« Mit diesen Worten beschrieb der 1913 in Warschau geborene Witold Lutosławski den Wendepunkt in seiner kompositorischen Laufbahn, ausgelöst durch die Musik von John Cage, die mit Zufallsoperationen arbeitet. Von da an war das kompositorische Element des Zufalls integraler Bestandteil vieler seiner Werke.

Der von Lutosławski so genannte aleatorische Kontrapunkt, mit dem er den gelenkten und exakt gesteuerten Zufall umschrieb, wurde zu einem Markenzeichen seines Schaffens, vor allem in den Arbeiten der 1960er-Jahre. Auch in den Paroles tissées, die 1965 als Auftragswerk des Tenors Peter Pears entstanden, hat Lutosławski auf diese Technik zurückgegriffen. Paroles tissées, wörtlich übersetzt etwa »Gewobene Worte«, ist eine viersätzige Vertonung der Quatre tapisseries pour la Châtelaine de Vergi des französischen Surrealisten Jean-François Chabrun. Doch es handelt sich weniger um einen Liederzyklus, als um ein Werk mit eher symphonischen Charakter. Trotz seiner Virtuosität dominiert der Gesangspart nicht den Orchestersatz, der in den Paroles äußerst differenziert behandelt wird.

Die Verse des Franzosens, die inhaltlich eng miteinander verwoben sind und immer wieder dieselben Motive aufgreifen, sind schwer fassbar, wie schon der Komponist selbst feststellte: »Es ist schwer, über den Inhalt von Chabruns Gedicht zu sprechen, weil nichts Konkretes passiert […] Auch wenn das Gedicht realistisch gesehen absurd scheint, so kann man doch gewisse Grundzüge einer Handlung, eines dramatischen Konflikts und einer Katastrophe entdecken.» Lutosławskis Musik ist keine Vertonung, die einzelne Worte oder Zeilen aufgreift oder tonmalerisch umspielt, sondern sie entfaltet sich mit ihren unverwechselbaren Klangfarben und instrumentalen Effekten, die dem Werk auch eine latent impressionistische Note verleihen, wie eine Seelenlandschaft. Die gelenkt zufälligen Elemente des aleatorischen Kontrapunkts finden sich etwa im zweiten Satz, wo die Mehrzahl der Formabschnitte des Orchesterparts ad libitum gespielt werden, während Tenor- und Harfenpartie einen festen gemeinsamen Puls bilden. Abschnitte wie diese belegen eindrücklich, wie virtuos Lutosławski diese Technik zu handhaben verstand, um musikalische Strukturen zu realisieren, ohne seine Kompetenzen als Komponist einzuschränken.

Benjamin Britten: Les Illuminations für Singstimme und Streichorchester op. 18

1939 verließ Benjamin Britten Großbritannien für einige Jahre und siedelte in die Vereinigten Staaten über. »Über Europa lag dieser große faschistische Schatten der Nazis, die jeden Moment alles zugrunde richten konnten, und man hatte das Gefühl, dass Europa weder den Willen hatte noch irgendetwas unternahm, sich dem zu widersetzen«, so Britten später in einem Interview. Eines der ersten Projekte, die er in den USA in Angriff nahm, war die Vollendung eines Liederzyklus für die Schweizer Sopranistin Sophie Wyss. Britten vertonte hier Texte Arthur Rimbauds. Auf diesen Dichter hatte ihn einige Monate zuvor der britische Lyriker William Auden aufmerksam gemacht. In Rimbaud, dem in der Großstadt dahintreibenden Jungen aus der Provinz, einem archetypischen Außenseiter, der mit seiner Homosexualität experimentierte, sah Britten, so lässt sich vermuten, einen Seelenverwandten. Die fragmentarischen, erotischen Visionen des Dichters sprachen ihn unmittelbar an. Direkt nach Fertigstellung des Zyklus im Oktober 1939 schrieb er an Sophie Wyss: »Les Illuminations, so sehe ich es, sind die Visionen eines Himmels, der dem Dichter erlaubt ist, und wie ich hoffe, auch dem Komponisten.«

Arthur Rimbauds quasi unübersetzbaren und zutiefst surrealistischen Texte inspirierten Britten zu seinem vielleicht expressionistischsten Werk. Gleich zu Beginn – in der Fanfare – wird der Hörer mehrfach hinters Licht geführt: Durch das schnelle Aufeinanderfolgen von E-Dur- und B-Dur-Fanfaren geht jegliche harmonische Orientierung verloren. In Villes, dem zweiten Stück des Zyklus, lässt der durchgehende Rhythmus der Achtelbegleitung das lebendige Bild einer modernen, aber auch brutalen Großstadt entstehen. Britten selbst beschrieb das Gedicht als »ein sehr gutes Abbild des chaotischen modernen Stadtlebens« und vermutete, dass Rimbaud wohl an London gedacht haben müsse. Die Singstimme pendelt hier in graziöser Eleganz zwischen Kantilene und Chanson-Parlando.

Der Ton der Mittelsätze ist ironisch, verspielt, mitreißend, jedoch immer wieder durchsetzt mit Brüchen und seismografischen Erschütterungen. Der gefühlvollen Liebespoesie von Phrase folgen Walzeranklänge in Antique und pathetisch-monumentale Gesten in Royauté. Marine entpuppt sich als ungestümes Seestück. Ein Zwischenspiel leitet über zum visionären Being Beautious – mit seiner kantabel-sinnlichen Melodik und der fast sphärischen Harmonik vielleicht der emotionale Höhepunkt des Zyklus. Beschwört das nachfolgende Lied Parade den Gestus einer überzeichneten Groteske, beendet das ruhige Départ den Zyklus mit einem Hauch von Melancholie.

Jean Sibelius: Rakastava-Suite für Streichorchester op. 14

Werke für Streichorchester durchziehen das gesamte Schaffen von Jean Sibelius. Bereits als Student in Berlin und Wien komponierte er 1890 ein Scherzo, zunächst zwar für Streichquartett, das er aber wenige Jahre später für Orchester bearbeitete. Fast zur gleichen Zeit wie diese Streicherfassung entstand 1893 die Rakastava-Suite (Der Liebende) ein Werk mit einer ungewöhnlich komplizierten Entstehungsgeschichte. Ursprünglich eine Vertonung von Versen finnischer Volkslieder für einen Chorwettbewerb des Männerchors der Studentenschaft, schrieb Sibelius es später für gemischten Chor a cappella um und entschloss sich schließlich 1911 (zur Zeit der Arbeit an seiner Vierten Symphonie) zu einer Version für Streichorchester. In dieser Fassung wird das Werk heute meist gespielt. Die drei Sätze des Zyklus können und wollen ihre Herkunft aus der Vokalmusik nicht verleugnen. Das elegisch-melancholische erste Stück, Der Liebende, offenbart noch strophenartige Wendungen und wirkt über weite Strecken volksliedartig. Heller und fröhlicher im Charakter, aber immer sanft und ohne dramatische Akzente kommt der zweite Satz Der Weg der Geliebten daher, wobei kurze, melodische Wendungen refrainartig wieder auftauchen. Weniger in sich geschlossen als die ersten beiden Teile des Zyklus erscheint der Schlusssatz Guten Abend Lebewohl!. Hier hat Sibelius eine miniaturhafte dramatisch-lyrische Szene auskomponiert, was auch den häufigen Wechsel der musikalischen Ausdrucksbereiche erklärt.

Martin Demmler

Biografie

Pekka Kuusisto studierte bei Tuomas Haapanen an der Sibelius-Akademie in Helsinki sowie bei Miriam Fried und Paul Biss an der Indiana University School of Music in Bloomington. Inzwischen gab der junge Geiger mit dem von Thomas Dausgaard dirigierten BBC Scottish Symphony Orchestra seine Debüts bei den BBC Proms in London wie auch beim Edinburgh International Festival im Rahmen einer Europatournee mit dem Minnesota Orchestra, das von Osmo Vänskä dirigiert wurde. Er trat mit dem Seattle Symphony Orchestra und dem Mahler Chamber Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis auf und unternahm eine Tournee mit der Jungen Deutschen Philharmonie und Jonathan Nott. Pekka Kuusisto ist ein Improvisationstalent, setzt sich über traditionelle Genregrenzen hinweg und ist bekannt für seine innovative Programmgestaltung. Er erhielt eine Einladung zur Imogen Heaps-Residenz im Londoner Roundhouse und hatte großen Erfolg mit seinem elektronischen Solo-Improvisationsprojekt, das sich auf Bachs Choräle und die Partita Nr. 2 in d-Moll stützt. Als Förderer neuer Musik arbeitet Pekka Kuusisto mit Komponisten wie Nico Muhly, Anders Hillborg, Thomas Adès, Daníel Bjarnason und Sebastian Fagerlund zusammen. Er gab Rezitale in der Londoner Wigmore Hall, der Carnegie Hall New York, dem Konzerthaus Dortmund und dem Concertgebouw Amsterdam. Zu seinen Kammermusikpartnern zählen u. a. Nicolas Altstaedt, Anne Sofie von Otter, Simon Crawford-Phillips, Alexander Lonquich und Olli Mustonen. Pekka Kuusisto ist künstlerischer Partner des Saint Paul Chamber Orchestra und seit Januar 2016 Künstlerischer Leiter des ACO Collective, eines Streichensembles, in dem Musiker des Australian Chamber Orchestra zusammen mit begabten Nachwuchsmusikern landesweit innovative Projekte umsetzen. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker gibt er nun sein Debüt.

Mark Padmore wurde zunächst als Klarinettist ausgebildet, bevor er 1979 am King’s College in Cambridge ein Gesangsstudium aufnahm. 1991 begann seine enge Zusammenarbeit mit William Christie und Les Arts Florissants sowie 1992 mit Philippe Herreweghe und dem Collegium Vocale Gent. Insbesondere als Evangelist und Tenorsolist in den bachschen Chorwerken gelangte Mark Padmore bald zu Weltruhm. Doch auch als Operninterpret machte er von den 1990er-Jahren an zunehmend von sich Reden: Er war in Peter Brooks Inszenierung des Don Giovanni in Aix-en-Provence zu erleben, gastierte als Tom Rakewell in Strawinskys The Rake’s Progress am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel und wirkte in Aufführungen von Händels Jephtha an der English National Opera mit. Zudem übernahm er die Hauptpartien in Harrison Birtwistles Opern The Corridor und The Cure beim Aldeburgh Festival bzw. im Linbury Theatre, Covent Garden. Mark Padmore ist u. a. bei den Philharmonikern in Wien und New York, beim London und beim BBC Symphony Orchestra sowie beim Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam aufgetreten; er konzertiert regelmäßig mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment und der Britten Sinfonia. Als Liedsänger arbeitet er u. a. mit den Pianisten Paul Lewis, Till Fellner, Julius Drake und Roger Vignoles zusammen. In der Saison 2016/2017 prägte Mark Padmore als Artist in Residence das Programm des BR-Symphonieorchesters München. In den Konzerten der Berliner Philharmoniker, bei denen der Sänger in dieser Spielzeit nun die gleiche Position einnimmt, war er zuletzt Anfang Dezember 2017 mit Schuberts Winterreise zu hören; begleitet wurde er von Kristian Bezuidenhout. Mark Padmore ist künstlerischer Leiter des St Endellion Summer Music Festival in Cornwall.

Mark Padmore (Foto: Marco Borggreve)