(Foto: Marco Borggreve)

Karajan-Akademie

Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker e.V.

Mark Padmore Tenor

Pekka Kuusisto Violine

Akademie III – Mark Padmore

Johann Sebastian Bach

Brandenburgisches Konzert Nr. 3 G-Dur BWV 1048

Witold Lutosławski

Paroles tissées für Tenor und Kammerorchester

Mark Padmore Tenor

Anders Hillborg

Konzert für Violine und Streichorchester Nr. 3 Deutsche Erstaufführung

Pekka Kuusisto Violine

Jean Sibelius

Rakastava op. 14

Benjamin Britten

Les Illuminations für Tenor und Streichorchester op. 18

Mark Padmore Tenor

Termine und Karten

Verkaufshinweise

Sa, 20. Jan 2018, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal

Programm

Das Brandenburgische Konzert Nr. 3 gehört wohl zu den meistgespielten und beliebtesten Werken des Barock. Die knappe, beschwingte Motivik und die prägnante, vorwärtstreibende Rhythmik des ersten Satzes sowie die im Fugato einsetzenden Sechszehntelläufe des dritten Satzes geben dem Stück einen Drive, der die Hörer mitreißt. Das charakteristische an diesem Konzert ist, dass Anfangs- und Schlusssatz nur durch zwei im Adagio gespielte Kadenzakkorde verbunden sind. Ein eigenständiger Mittelsatz fehlte – bis jetzt. Anders Hillborg, einer der führenden Komponisten Schwedens, hat für Bachs Werk einen kompletten zweiten Satz komponiert, der im März 2017 uraufgeführt wurde. Die Stipendiaten der Karajan-Akademie, die von dem Geiger Pekka Kuusisto angeführt werden, stellen das bekannte Konzert mit dem neuen Mittelsatz vor. Der finnische Violinist ist auch der Solist in Hillborgs Drittem Violinkonzert, das an diesem Abend seine Deutsche Erstaufführung erfährt.

Eine ganz andere Art von Musik für Streichensemble begegnet dem Hörer in Jean Sibelius’ Suite Rakastava (Der Liebende) – lyrisch, nachdenklich, verträumt. Während Sibelius an seiner Vierten Symphonie arbeitete, griff er einen Anfang der 1890er-Jahre komponierten Lieder-Zyklus, den er zunächst für Männerchor, später für gemischten Chor eingerichtet hatte, wieder auf und bearbeitete ihn für Streichorchester. Und auch Witold Lutosławski kreierte in seinem Zyklus Paroles tissées, zu dem er von dem surrealistischen Gedicht Quatre tapisseries pour la châtelaine de Vergi des Franzosen Jean-François Chabrun angeregt wurde, eine ganz eigene, ungewöhnliche Klangwelt. Was den polnischen Komponisten faszinierte, war die in den Gedichten angedeutete mittelalterliche Liebesgeschichte, die er auf dramatische, expressive Weise in Musik setzte. Das Werk entstand 1965 für den Tenor Peter Pears, der auch der Widmungsträger des Liedes Being Beauteous aus Les Illuminations seines Lebensgefährten Benjamin Britten ist. Den gesamten Zyklus, in dem Gedichte Arthur Rimbauds vertont sind, hatte der englische Komponist ursprünglich für die Sopranistin Sophie Wyss geschrieben. Bei diesem Konzert ist Artist in Resicence Mark Padmore der Interpret.

(Foto: Marco Borggreve)