Berlin Piano Quartet (Foto: Julian Lübbert)

Kammermusik

Kammermusik mit dem Berlin Piano Quartet

Das Klavierquartett ist eine ganz besondere musikalische Gattung: kammermusikalisch und symphonisch zugleich. Das aus philharmonischen Streichern und der Pianistin Kim Barbier bestehende Berlin Piano Quartet hat es sich zur Aufgabe gemacht, das eher selten aufgeführte Repertoire dieses Genres auf das Konzertpodium zu bringen. An diesem Abend stellt das Ensemble die Klavierquartette dreier Komponisten vor, die vor allem als Symphoniker bekannt sind: Gustav Mahler, Robert Schumann und Johannes Brahms.

Berlin Piano Quartet

Gustav Mahler

Quartettsatz für Violine, Viola, Violoncello und Klavier

Robert Schumann

Klavierquartett Es-Dur op. 47

Johannes Brahms

Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60

Termine und Karten

Verkaufshinweise

So, 17. Dez 2017, 20:00 Uhr

Kammermusiksaal | Einführung: 19:00 Uhr

Aboserie T

Programm

»Ich empfinde das Genre des Klavierquartetts als etwas ganz Besonderes – wegen seiner eigenen Klangfarbe«, meint der Bratscher Micha Afkham, der gemeinsam mit seinen philharmonischen Kollegen, dem Geiger Christophe Horak und dem Ersten Solo-Cellisten Bruno Delepelaire, sowie der Pianistin Kim Barbier das Berlin Piano Quartet gegründet hat. »Durch das Klavier müssen wir uns als Streicher ganz anders in den Gesamtklang einfügen. Das ist für mich eine neue Herausforderung!« Das Zusammenwirken von Tasteninstrument und Streichern eröffnet den Interpreten ungeahnte klangliche Möglichkeiten: Sie können intim wie ein Streichquartett, virtuos wie ein Klaviertrio und symphonisch wie ein kleines Orchester musizieren. Eine reizvolle Besetzung, von der sich seit der Wiener Klassik nahezu alle großen Komponisten inspirieren ließen.

Die vier Musiker haben einen Komponisten an den Beginn ihres Programms gestellt, den man nur als Symphoniker kennt und eigentlich nicht mit Kammermusik in Verbindung bringen würde: Gustav Mahler. Sein Klavierquartett a-Moll, von dem heute nur noch der erste Satz erhalten ist, entstand während seiner Studienzeit am Wiener Konservatorium. Ein Jugendwerk also, das noch nichts von den verzweiflungsvollen Abgründen ahnen lässt, die später so charakteristisch für die Klangsprache Mahlers werden, sondern – ganz in der romantischen Tradition stehend – einen melancholisch-sehnsuchtsvollen Ton anschlägt.

Das Klavierquartett Es-Dur, das Robert Schumann in seinem »Kammermusikjahr« 1842 komponiert hat, ist dagegen ein Referenzwerk der Gattung – wegen der subtilen thematischen Gestaltung, die sämtliche vier Sätze miteinander verbindet, und der ausgewogenen Behandlung der Stimmen, die sich als gleichberechtigte Partner einander gegenüberstehen. In direkter Verbindung zu Robert Schumann steht das Klavierquartett c-Moll von Johannes Brahms. Der Komponist brachte in ihm seine tiefe Verzweiflung über seine unerfüllte Liebe zu Schumanns Ehefrau Clara zum Ausdruck. Sich als ausgeschlossener Dritter in einem Dreiecksverhältnis empfindend, spricht er von einer »Werther-Stimmung«, die er in das gesamte Klavierquartett hineingelegt hat.

Berlin Piano Quartet (Foto: Julian Lübbert)