Sol Gabetta und Cecilia Bartoli (Foto: Decca/Esther Haase)

Kammermusik

Cecilia Bartoli und Sol Gabetta

Zwei großartige, experimentierfreudige Künstlerinnen treten zum musikalischen Wettstreit an: Unter dem Motto Dolce Duello präsentieren die Mezzosopranistin Cecilia Bartoli und die Cellistin Sol Gabetta barocke Arien für Gesang und Violoncello. Konkurrentinnen bzw. Gegenspielerinnen sind sie allerdings nicht, vielmehr ergänzen sich die warme, ausdrucksvolle Gesangsstimme der einen und das sonore, virtuose Spiel der anderen kongenial. Unterstützt werden die beiden von der Cappella Gabetta, ein Ensemble für Alte Musik, das Sols Bruder Andrés leitet.

Cecilia Bartoli Mezzosopran

Sol Gabetta Violoncello

Cappella Gabetta Ensemble für Alte Musik

Andrés Gabetta Violine und Leitung

Cecilia & Sol – Dolce Duello

Arien und Instrumentalwerke von Johann Adolph Hasse, Antonio Caldara, Tomaso Albinoni, Domenico Gabrielli, Carlo Francesco Pollarolo, Georg Friedrich Händel, Hermann Friedrich Raupach, Luigi Boccherini und Christoph Willibald Gluck

Termine und Karten

Podiumsplätze sind im Verkauf.

So, 17. Dez 2017, 11:00 Uhr

Philharmonie | Einführung: 10:00 Uhr

Aboserie V

Programm

»Ich bin von Natur aus neugierig und liebe Entdeckungen. Ich mag es, mich mit anderen Künstlern auszutauschen - mit langjährigen Freunden ebenso wie mit solchen, die ich gerade erst entdeckt habe. Dabei kommen oftmals erstaunliche und unerwartete Ergebnisse heraus«, gestand Cecilia Bartoli unlängst in einem Interview. Wie künstlerisch fruchtbar diese Einstellung ist, bewies ihr Konzert im Dezember 2015, bei dem die Mezzosopranistin und der Tenor Rolando Villazón gemeinsam in der Berliner Philharmonie auftraten und das Publikum in Arien, Duetten und Szenen aus Opern von Mozart, Rossini, Bellini und Donizetti durch sämtliche Höhen und Tiefen menschlicher Leidenschaften führten.

In dieser Saison hat sich die italienische Mezzosopranistin mit einer Künstlerin zusammengetan, die ebenso neugierig und entdeckerfreudig ist wie sie: Sol Gabetta gehört zu den großen Cellistinnen unserer Zeit. 2014 gab sie während der Osterfestspiele in Baden-Baden ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern. Doch nicht nur das: Gemeinsam mit ihrem Bruder, dem Geiger Andrés Gabetta, hat sich die Musikerin der Aufführung Alter Musik verschrieben – in der 2010 gegründeten Cappella Gabetta, die Werke des Barock und der Frühklassik auf Originalinstrumenten interpretiert. Ideal, um mit Cecilia Bartoli ein ungewöhnliches Projekt zu verwirklichen: Dolce Duello lautet das Motto ihres gemeinsamen Programms, in dem die beiden Künstlerinnen zu einem musikalischen Wettstreit antreten und barocke Arien für Gesang und Violoncello präsentieren.

Über die Musik

Im Zeichen der Winde, der Liebe und anderer Naturgewalten

Arien und Instrumentalmusik des 17. und 18. Jahrhunderts

Das frühe 17. Jahrhundert war auf vielen Ebenen eine Zeit des Umbruchs ̶ politisch, gesellschaftlich, ökonomisch und kulturell. Die tiefgreifenden Veränderungen jener Epoche beeinflussten auch die Musikästhetik: Bewährte Formen, Kompositionstechniken und Instrumentarien kamen aus der Mode, neue Gattungen, Stile und Instrumente entwickelten sich. Der alte, klanglich wohl austarierte kontrapunktische Satz hatte ausgedient, an seine Stelle trat der Generalbass, der das harmonische Fundament einer Komposition lieferte und es den Oberstimmen erlaubte, sich darüber frei und expressiv zu bewegen. Es galt, Affekte und Emotionen in der Musik auszudrücken, Leidenschaften und Stimmungen darzustellen und den Hörer dadurch bis in Innerste zu berühren. Die Komponisten trieb die Lust am Experiment. Die Suche nach neuen Ausdruckformen brachte neue Gattungen hervor, allen voran die Oper und – als geistliches Pendant – das Oratorium sowie das Instrumentalkonzert, die alle drei zu den wichtigsten musikalischen Genres jener Epoche gehörten.

Innovative Formen, neuartiges Instrumentarium

Ebenfalls im 17. Jahrhundert begann der unaufhaltsame Aufstieg einer Instrumentenfamilie, die heute die Seele des modernen Orchesters bildet: die Violinen. Die Violine als deren hellste Stimme, die in mittlerer Lage spielende Viola und das tiefe Violoncello führten damals zunächst noch ein Aschenputtel-Dasein: Als Instrumente fahrender Musikanten, die zur Tanz- und Unterhaltungsmusik aufspielten, besaßen sie bislang gar kein soziales Prestige – ganz im Gegensatz zu den aristokratischen Gamben, die während der Renaissance die bevorzugten Streichinstrumente des höfischen Musizierens waren. Das änderte sich, als Mitte des 16. Jahrhunderts in Oberitalien, vor allem in Cremona, eine Geigenbaukunst arrivierte, die Instrumente von herausragender Qualität lieferte: klangschön, intonationssicher, leicht spielbar und stark im Ton. Ein Vorteil, der die Geigen bald den zarten, filigranen Gamben überlegen machte. Das Violoncello mit seinem warmen, dunklen, sonoren Klang erwies sich als vielseitig verwendbar: einerseits als Teil der Generalbassgruppe, in der es dessen Stimme verstärkt, andererseits als virtuoses Soloinstrument. Als eine der frühesten Kaderschmieden für herausragende Cellisten galt die Accademia Filarmonica in Bologna, aus der unter anderem der gebürtige Bologneser Domenico Gabrielli hervorging. Nicht allein, dass er einer der größten Cellisten seiner Zeit war, er führte auch eine Reihe technischer Neuerungen wie Doppelgriffe, die Ausweitung des Tonraums über die erste Lage und das chromatische Spiel ein. Sein Instrument beherrschte er wie kein anderer, gleichzeitig besaß er überragende kompositorische Fähigkeiten. Er schrieb nicht nur Werke für das Violoncello, sondern zudem Opern und Oratorien, die ihn in ganz Europa berühmt machten.

Zwiegespräch von Stimme und Violoncello

Als einer der ersten Komponisten nutzte Gabrielli das konzertierende Miteinander von Gesang und Soloinstrument, um in seinen Arien ganz spezielle Stimmungen zu kreieren und die dramatische Spannung zu erhöhen. Während er die Trompete beispielsweise in kriegerischen, euphorischen und triumphierenden Situationen einsetzte, steht das Violoncello eher für die melancholischen, innigen und kontemplativen Momente. Davon zeugt die Arie »Aure voi, deʼ miei sospiri« aus dem Oratorium San Sigismondo, re di Borgogna. Dieses Stück ist mit seinen abwärtsführenden Seufzermotiven in der Gesangsstimme ein ergreifender Klagegesang. Die Sängerin, hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Bangen, vertraut den Winden ihren Kummer an und drei solistische Instrumente – Theorbe, Violine und Cello – imitieren das Wehen des Windes, der mal nur ein zarter Hauch, mal ein aufbrausender Sturm ist. Gabriellis Zeitgenosse Carlo Francesco Pollarolo, von dem in diesem Konzert die Ouvertüre zu Ariodante erklingt, wirkte in Venedig, wo er damals als Opernkomponist das musikalische Leben der Lagunenstadt geprägt hat. Zu seinen Verdiensten gehört es, vermehrt Blasinstrumente in das Opernorchester eingeführt und mit neuartigen instrumentalen Effekten experimentiert zu haben.

Wie Domenico Gabrielli war auch der elf Jahre jüngere Antonio Caldara ein begnadeter Cellist und Opernkomponist. Ausbildet Als an San Marco in Venedig ausgebildeter Chorknabe konnte er außerdem gut singen und Cembalo spielen. Ein musikalisches Allroundgenie und ein geschickter Netzwerker, der zu allen wichtigen Höfen gewinnbringende Kontakte aufbaute. Er begann seine Laufbahn als Kapellmeister am Hof von Mantua, wirkte als freischaffender Komponist in Rom, Barcelona und Venedig, diente dem römischen Prinzen Ruspoli und verfolgte dabei nur ein einziges Ziel: eine Anstellung am Kaiserhof in Wien zu bekommen. 1716 war es dann endlich soweit. Kaiser Karl VI. ernannte Caldara im Alter von 46 Jahren zu seinem Vizekapellmeister, der fortan ein immenses Arbeitspensum zu bewältigen hatte. Zu den vornehmsten Aufgaben des Komponisten gehörte es, die Geburts- und Namenstage des Kaisers und dessen Gemahlin mit jeweils einer festlichen, neuen Oper zu verschönern. Das Dramma per musica über die ägyptische Königin Nitocri entstand 1722 anlässlich des Geburtstags von Kaiserin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel. Nitocris Schwester Emirena glaubt sich verraten, ihre ambivalenten Gefühle bringt sie in hochvirtuosen Gesangskoloraturen zum Ausdruck, konzertierend begleitet vom Solocello, dessen chromatische Läufe und Figuren den Schmerz der Interpretin überhöhen. Diese Arie bestätigt das Urteil des Musikgelehrten Johann Mattheson, der Caldara für das Können bewunderte, in seiner Musik »menschliche Gemüther und Regungen« nachzuzeichnen, und sie zeigt außerdem, worin der Reiz solcher Nummern liegt: Bietet sie doch die Möglichkeit, Sängerin und Instrumentalsolistin in einen musikalischen Wettstreit treten zu lassen, ein musikalisches Duell auszufechten und dadurch die Virtuosität des jeweiligen Interpreten in allen Facetten zu zeigen.

Entfesselung der Elemente

Ebenfalls für den Geburtstag der Kaiserin Elisabeth Christine entstand Il nascimento dell’Aurora von Tomaso Albinoni, der wie Caldara zu den beliebtesten Opernkomponisten seiner Zeit zählte. Obwohl nicht im Dienst der Habsburger stehend, erhielt er doch immer wieder Kompositionsaufträge des Kaiserhauses. Bei Il nascimento dell’Aurora handelt es sich nicht um die Vertonung eines dramatischen Opernstoffs, sondern um eine »Festa Pastorale«, ein heiteres, mythologisches Gesangsspiel, das dem Geburtstagskind huldigte und ihm dezent und symbolisch verbrämt nahelegt, endlich den ersehnten Thronfolger in die Welt zu setzen. In der Arie des Zephirs »Aure, andate e baciate«, spielen die Winde wieder eine Rolle; sie werden ausgeschickt, Aurora zu huldigen. Und dieses Bild setzt Albinoni in seiner Musik um: Sowohl die Gesangsstimme als auch die Instrumente »fegen« mit stürmischen, aufbrausenden Figuren und Koloraturen durch das Stück.

Der Wind, der mit seiner unberechenbaren Kraft das stille Meer in Aufruhr versetzt, ist in der Barockzeit ein beliebtes Bild, das in vielen Arien beschworen wird. Erlaubt es doch einerseits, die aufgewühlten Emotionen der Protagonisten darzustellen, andererseits bietet es dem Komponisten Gelegenheit, dieses Naturereignis tonmalerisch zu schildern. So auch in der Arie »O placido il mare« aus der Oper Siroe, re di Persia, die der aus Stalsund stammende Hermann Friedrich Raupach für den russischen Zarenhof in St. Petershof schrieb. Die Handlung dieses Werks, das nach einem Libretto des berühmten Dichters Pietro Metastasio entstand und am Hof des letzten Großkönigs der Sassaniden spielt, besitzt alles, was das Publikum damals an einer Oper liebte: Kampf um die Macht, Intrigen, Verrat und ein heroisches Paar, dessen Liebe auf eine harte Probe gestellt wird.

Zwei Giganten der Opernszene

Berühmter als Raupachs Stück waren allerdings die Vertonungen des Stoffes durch Johann Adolph Hasse und Georg Friedrich Händel. Diese zwei Komponisten galten als Lichtgestirne am barocken Opernhimmel. Der aus Halle stammende Händel und der in Hamburg-Bergedorf geborene Hasse begannen ihre Karrieren – jeweils zu unterschiedlichen Zeiten – an der Hamburger Oper am Gänsemarkt, Händel als Cembalist, Hasse als Tenor. Sie verbrachten ereignisreiche und fruchtbare Lehrjahre in Italien, wo sie sich das nötige Know how für das Komponieren von Bühnenwerken erwarben, ehe beide dann ihren wichtigsten Bestimmungsort fanden: Hasse, der mit der berühmten Opernsängerin Faustina Bordoni verheiratet war, wurde Kapellmeister am Dresdner Hof, Händel ließ sich als freischaffender Opernunternehmer in London nieder. Hasse, von dem in dem heutigen Konzert die Ouvertüre zu Il Ciro riconosciuto zu hören ist, blieb jedoch in einem überkommenen Formenkanon stecken, für die revolutionären Reformideen eines Christoph Willibald Gluck, der mit seiner Azione teatrale Orfeo ed Euridice zu einer neuen Einfachheit des Musiktheaters fand, hatte er kein Verständnis. Auch Händel bediente vorgegebene musikalische Formate, verstand es jedoch, diese mit einer höchst individuellen Klangsprache zu durchdringen. Das herausragende Talent des jungen »Sassone«, der sich 1707 in Rom aufhielt, erkannte auch Kardinal Benedetto Pamphilj, der den damals 22-Jährigen mit der Komposition seines ersten Oratoriums beauftragte: Il Trionfo del Tempo e del Disinganno handelt von der Erkenntnis einer Seele, dass die geistige Liebe viel erstrebenswerter sei als die sinnliche. Die Arie »Lascia la spina cogli la rosa« gehört zu den bekanntesten Melodien Händels, allerdings nicht mit dem geistlichen, sondern mit einem weltlichen Text: Auf die Worte »Lascia ch’io pianga« fand das Stück, das Händel bereits in einer für Hamburg geschriebene Oper verwendet hatte, Eingang in Rinaldo, jener Oper, die 1711 den Ruhm des Deutschen in London begründete. Händel avancierte in den folgenden Jahren zur wichtigsten Persönlichkeit des Londoner Musiklebens, und erfreute sich zunächst mit seinen Opern, später mit seinen Oratorien der Gunst des Publikums. Seine Ode for St. Cecilias’s Day, entstanden zum Namensfest der Heiligen Cäcilie, der Schutzpatronin der Musik, am 22. November 1739, ist eine Hommage an die Musik. In einer Abfolge von Arien kommen neben der Gesangsstimme verschiedene Soloinstrumente zum Einsatz. In der Nummer »What passion cannot Music raise and quell!« treten Sopran und Violoncello in einen sehr innig und kontemplativ gehaltenen Dialog, in dem das Cello typische Spielfiguren der im Text angesprochenen Laute imitiert.

Ein Meister seines Instruments

Das 18. Jahrhundert brachte einige Virtuosen auf dem Cello hervor, doch der herausragende Cellist dieser Epoche war Luigi Boccherini. 1743 in Lucca geboren zeigte der Sohn eines Sängers und Kontrabassisten schon früh ein außergewöhnliches spielerisches und musikalisches Talent. Sein Konzertdebüt gab er im Alter von 13 Jahren, seither reiste er als gefeierter Instrumentalsolist durch ganz Europa, schließlich bekam er eine Anstellung als »Virtuoso di camera et compositor di musica« am spanischen Hof und ließ sich in Madrid nieder. Boccherinis Ruhm war so groß, dass ihn der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm zum »Compositore della Nostra Camera« mit einem Jahresgehalt von 1000 Talern ernannte und dafür im Gegenzug von dem dieserart Ausgezeichneten jährlich zwölf Instrumentalwerke erhielt. Boccherini führte auf seinem Cello Neuerungen ein, die die Spieltechnik auf ein ganz neues Niveau hoben, seine Passagen wirkten fließender und eleganter als die seiner Kollegen und er wusste den gesamten Tonumfang des Instruments auszureizen. Die Kenntnis von dessen Möglichkeiten befruchtete sein kompositorisches Schaffen. Boccherinis überbordende Spielfreude, sein Gespür für graziöse, heitere Melodien spiegeln sich auch in den beiden Werken des heutigen Abends wider: Das Cellokonzert D-Dur ist das letzte in einer Reihe von zehn Konzerten und zeichnet sich neben einem hochvirtuosen Cellopart auch durch einen sehr klangfarbenreichen Orchestersatz aus. In der Konzertarie »Se d’un amor tiranno«, in der die Gesangsstimme und das Cello zu einem konzertierenden Wettstreit zusammenfinden, griff Boccherini bei dem Thema des Cellosolos auf eine Melodie zurück, die er bereits in einer frühen Cellosonate und später in einem Sextett verwendet hatte. Beide Werke verdeutlichen, welche Wirkung Boccherini mit seinen Kompositionen hervorrufen wollte: »Ich denke, dass die Musik zum Herzen der Menschen sprechen sollte, und das ist es auch, worum ich mich in meinen Werken bemüht habe, so gut ich eben konnte. Eine Musik ohne Gefühle und Leidenschaften ist nichtssagend.«

Nicole Restle

Biografie

Cecilia Bartoli wurde in Rom geboren und von ihrer Mutter Silvana Bazzoni ausgebildet. 1987 gab sie ihr Operndebüt, ein Jahr darauf arbeitete die gerade 22-Jährige bei einer Produktion von Mozarts Così fan tutte erstmals mit Nikolaus Harnoncourt zusammen. Auch Daniel Barenboim, Herbert von Karajan und Riccardo Muti wurden frühzeitig auf die außergewöhnliche Begabung der Mezzosopranistin aufmerksam, die seitdem regelmäßig mit den Spitzenorchestern in aller Welt aufgetreten ist. Die Schwerpunkte im Repertoire Cecilia Bartolis bilden die barocke Literatur, das Mozart-Fach und der Belcanto; dabei haben viele Projekte der Künstlerin – wie etwa Opera proibita,Mission oder ihr Tribut an Maria Malibran – zu einer Neubewertung und Wiederentdeckung übergangener Komponisten und vergessenen Repertoires geführt. Sie gastiert in den international bedeutendsten Konzertsälen und an renommierten Opernhäusern wie dem Zürcher Opernhaus, an der Mailänder Scala, der Metropolitan Opera, der Bayerischen Staatsoper, am Londoner Covent Garden sowie bei den Salzburger Festspielen und den Wiener Festwochen. Daniel Barenboim, Lang Lang, James Levine und András Schiff haben ihre Liederabende begleitet. In den letzten Jahren arbeitete Cecilia Bartoli vor allem mit namhaften Ensembles der Historischen Aufführungspraxis zusammen. 2012 übernahm sie die künstlerische Leitung der Pfingstfestspiele in Salzburg, wo sie zuletzt im Rahmen einer Neuproduktion von Händels Ariodante zu erleben war. Zudem wurde im Sommer 2016 unter der künstlerischen Leitung von Cecilia Bartoli das der historischen Aufführungspraxis verpflichtete Ensemble Les Musiciens du Prince ins Leben gerufen, das von Fürst Albert II. und Prinzessin Caroline von Monaco unterstützt wird. Die Sängerin erhielt zahlreichen Auszeichnungen, darunter den Léonie-Sonning-Musikpreis (2010), den Herbert-von-Karajan-Preis (2012) und den Polar Music Prize (2016); in Italien wurde sie zum »Cavaliere« ernannt, in Frankreich zum »Chevalier des Arts et des Lettres« und »Officier de l’Ordre du Mérite«, um nur wenige zu nennen. Als Gast in den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker war Cecilia Bartoli zuletzt gemeinsam mit Rolando Villazón Anfang Dezember 2015 in der Reihe Originalklang zu hören; Ada Pesch dirigierte das Alte-Musik-Ensemble La Scintilla der Oper Zürich.

Cecilia Bartoli arbeitet exklusiv mit der Decca Music Group zusammen.

Sol Gabetta wurde von Ivan Monighetti in Madrid und Basel ausgebildet und beendete ihr Studium 2006 bei David Geringas an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin. Bereits zuvor erregte die argentinische Cellistin mit französisch-russischen Wurzeln internationales Aufsehen, als sie den Crédit Suisse Young Artist Award 2004 gewann und die von Valery Gergiev dirigierten Preisträgerkonzerte mit den Wiener Philharmonikern eröffnete. Später folgten der Natalia­Gutman­Preis sowie Auszeichnungen beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau sowie beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD. Der Künstlerin wurden darüber hinaus der Gramophone Young Artist of the Year Award (2010) und der Würth-Preis der Jeunesses Musicales (2012) verliehen. Heute gastiert Sol Gabetta weltweit bei den renommiertesten Orchestern (Tonhalle-Orchester Zürich, Philharmonia Orchestra, London Philharmonic Orchestra, BBC Symphony Orchestra, Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Israel Philharmonic Orchestra). 2014 gab sie bei den Osterfestspielen Baden-Baden mit den von Sir Simon Rattle dirigierten Berliner Philharmonikern ihr Debüt und ist auch bei den Festwochen in Verbier, Gstaad, Schwetzingen, Schwarzenberg und Bonn ein gerngesehener Gast. Eine besonders intensive künstlerische Zusammenarbeit verbindet die Musikerin mit den Dirigenten Giovanni Antonini, Mario Venzago und Krzysztof Urbański. Auftritte mit Patricia Kopatchinskaja, Baiba Skride und Bertrand Chamayou führten die Cellistin in die Londoner Wigmore Hall, ans Palau de la Música Catalana in Barcelona und an das Théâtre des Champs-Élysées, wobei sie auch im Rahmen des von ihr ins Leben gerufenen Solsberg-Festivals (Schweiz) ihrer kammermusikalischen Leidenschaft nachgeht. Dank eines privaten Stipendiums des Rahn Kulturfonds spielt Sol Gabetta ein Guadagnini-Violoncello aus dem Jahr 1759. Seit 2005 unterrichtet sie an der Musik-Akademie Basel. In den Konzerten der Berliner Philharmoniker war Sol Gabetta zuletzt im Mai 2014 als Solistin in Bohuslav Martinůs erstem Violoncellokonzert zu erleben; Dirigent war Krzysztof Urbański.

Andrés Gabetta erhielt im Alter von vier Jahren ersten Violinunterricht und studierte an der Escuela de Musica Superior Reina Sofia in Madrid sowie an der Schola Cantorum Basiliensis. 2011 gründete der argentinische Musiker mit französisch-russischen Wurzeln gemeinsam mit seiner Schwester Sol Gabetta das Originalklangensemble Cappella Gabetta, deren Konzertmeister er ist. Eine enge musikalische Partnerschaft verbindet Andrés Gabetta auch mit dem Cellisten und Dirigenten Christoph Coin, dessen Orchestre Baroque de Limoges er ebenfalls als Konzertmeister anführt. Außerdem tritt der Musiker regelmäßig mit dem Kammerorchester Basel sowie mit seinem eigenen Ensemble, den Swiss Baroque Soloists, in Erscheinung. Andrés Gabetta gastiert häufig bei internationalen Musikfestivals wie bei dem Menuhin Festival Gstaad, bei den Haydn Festspielen in Eisenstadt, beim Schleswig-Holstein und beim Rheingau Musik Festival sowie bei der Bachwoche in Ansbach. Als Solist und Kammermusiker ist Andrés Gabetta in namhaften europäischen Konzertsälen zu erleben, unter anderen im Kultur- und Kongresszentrum Luzern, in der Tonhalle Zürich, im Concertgebouw Amsterdam sowie in der Salle Gaveau, im Théâtre des Champs-Élysées und im Musikverein und Konzerthaus Wien. Das umfangreiche Repertoire des Geigers, das von einer unablässigen Spurensuche nach bisher unveröffentlichten Stücken der Musikliteratur geprägt ist, reicht von Werken des Barockzeitalters und der Klassik bis zur Musik aus romantischer Epoche und Moderne. Andrés Gabetta, der als Professor am Conservatoire de Montbéliard in Frankreich unterrichtet, spielt auf einer venezianischen Geige von Petrus Guarnerius aus dem Jahr 1727. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker gibt er nun sein Debüt.

Die Cappella Gabetta setzt sich aus einer handverlesenen Schar hochqualifizierter Musiker zusammen, die sich mit Andrés Gabetta als Konzertmeister auf historisch informiertem Instrumentarium der Musik aus Barockzeitalter und Frühklassik widmen. Das Originalklangensemble wurde im Dezember 2010 von Sol und Andrés Gabetta gegründet und gastierte u. a. in Amsterdam (Concertgebouw Amsterdam), Paris (Salle Gaveau, Théâtre des Champs Elysées), Hamburg (Musikhalle), Wien ( Theater an der Wien), Baden-Baden (Festspielhaus), München (Prinzregententheater), Zürich (Tonhalle) sowie bei bedeutenden Festivals wie dem Musikfest Bremen, dem Menuhin Festival Gstaad, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Festival Baroque de Lyon und dem Rheingau Musik Festival. Zu den musikalischen Partnern der Cappella Gabetta zählen Nuria Rial, Sergei Nakariakov, Giuliano Carmignola, Maurice Steger, Christophe Coin, Valer Sabadus, Franco Fagioli, Avi Avital, sowie Sunhae Im und Julia Lezhneva. Eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Simone Kermes und Vivica Genaux führte 2014 zur CD »Rival Queens«, der Einspielungen mit Musik aus der Zeit Karls VI. von Habsburg sowie von Weihnachtskonzerten des frühen 18. Jahrhunderts mit Andrés Gabetta als Solist und Konzertmeister folgten. In den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker gibt die Capella Gabetta nun ihr Debüt.

Sol Gabetta und Cecilia Bartoli (Foto: Decca/Esther Haase)